elkage.de
Suchbegriff eingeben:

Schadstoffe

Während man Kochdunst und Tabakrauch leicht wahrnimmt, den Geruch einiger Baumaterialien und Möbel als unangenehm empfindet, ist das Tückische vieler Stoffe, dass man sie weder riechen noch mit anderen Sinnen wahrnehmen kann. Grundsätzlich werden durch neue Baustoffe, Wand- und Deckenmaterialien, Fußbodenbeläge und Haushaltsprodukte zahlreiche chemische Substanzen in die Innenräume getragen, deren Auswirkungen auf den Menschen alles andere als gesundheitsfördernd sind. Diese Belastung lässt sich deutlich reduzieren, wenn man geeignete Lüftungssysteme nutzt, die für den notwendigen Luftaustausch sorgen. Alle diese Stoffe, gleich ob der Mensch sie direkt wahrnehmen kann oder nicht, bezeichnet man als »Schadstoffe«.

Schadstoffe können nicht nur in der preiswerten Souterrainwohnung auftreten, sondern auch in der hochwertig ausgestatten Luxuswohnung. Das Heimtückische an den in zahlreichen Wohnungen vorhandenen Schadstoffen ist, dass man sie zunächst nicht wahrnimmt. Doch wenn brennende, juckende Augen auftreten oder eine dauerhaft laufende Nase oder Kopfschmerzen das Leben schwer machen, sollte man in jedem Falle auch daran denken, dass die Auslöser solcher Symptome nicht nur Grippeviren oder Stress sein können, sondern eben auch Schadstoffe in der Wohnung oder auch am (Büro-) Arbeitsplatz. Fahren die Bewohner einer mit Schadstoffen belasteten Wohnung in Urlaub und bessert sich dabei der Gesundheitszustand merklich, kann dies auch als Indiz für eine Schadstoffbelastung gedeutet werden, denn nicht immer ist eine solche Verbesserung uf den Erholungseffekt zurückzuführen.

Schadstoffe finden sich in vielen Baustoffen oder auch Einrichtungsgegenständen wie Möbeln, aber auch in manchen Kleidern oder Spielzeugen für Kinder. Die chemische Industrie hat in den vergangenen Jahrzehnten weltweit über 50.000 Stoffe auf den Markt gebracht, die wiederum in über einer Million Verbindungen kombiniert wurden. Eine wesentliche Eigenschaft vieler dieser Verbindungen ist, dass sie flüchtig sind und nach und nach aus den Materialien an die Umgebung abgegeben werden. Besonders Möbel oder Spanplatten, die mit Formaldehyd hergestellt wurden, geben entsprechende Schadstoffe an die Wohnumgebung ab. Und auch in Lacken oder Farben befinden sich häufig schädliche Lösungsmittel. In manchen Kunststoffgehäusen, die im Haushalt üblicherweise in größerer Anzahl anzutreffen sind, sind ebenfalls Schadstoffe enthalten, z.B. in Form von Weichmachern (»Phthalate«). Diese Schadstoffe können je nach Konzentration einzeln oder auch in Kombination zu Gesundheitsproblemen führen. Kopfschmerzen und Atembeschwerden sind eher noch als geringere Beschwerden zu bewerten, zu den problematischeren Gesundheitsproblemen zählen Nerven- und Leberschäden.

In den USA wurde der Begriff des »BRI-Syndroms« geprägt, wobei diese Abkürzung für »Building related illness« steht, was übersetzt soviel wie »Häuserkrankheit« heißt. Auch der Begriff » Sick-Building-Syndrome« (Abkürzung »SBS«) wird hierfür gebraucht. Dahinter verbirgt sich eine Reihe von ernsthaften körperlichen Beschwerden und Krankheiten. Vielfach sind die in den Baustoffen und Materialien der Wohnungseinrichtung enthaltenen Schadstoffe hierfür verantwortlich.

Um herauszufinden, ob in der Raumluft solche Schadstoffe enthalten sind, müssen entsprechende Analysen durchgeführt werden. Und je genauer und gründlicher eine solche Analyse ist, desto zuverlässiger können entsprechende Rückschlüsse gezogen werden. In der Raumluft enthaltenes Formaldehyd kann man noch vergleichsweise einfach selbst prüfen, wenn man sich hierfür einen entsprechenden Test in der Apotheke besorgt. Eine exaktere Analyse führt allerdings ein Fachlabor durch.

Schimmelpilze zählen ebenfalls zu den Schadstoffen, die auch durch die Bewohner einer Wohnung verursacht werden können. Bei verstecktem Schimmelpilzbefall können speziell ausgebildete Suchhunde eingesetzt werden, die einen Befall erschnüffeln können. In jedem Falle sollten Schimmelpilze gründlich und unter Beachtung entsprechender persönlicher Schutzmaßnahmen beseitigt werden. Bereits beim Kauf von Möbeln, Teppichen oder Wandbelägen sollte man unbedingt darauf achten, dass nur solche Stoffe gekauft werden, die aus umweltverträglichen und gesundheitsschonenden Materialien bestehen. Aber eine nicht unerhebliche Schadstoffquelle können viele selbst beseitigen, indem sie einfach nicht mehr Rauchen. Denn im Tabakrauch sind zahlreiche Schadstoffe enthalten, die nicht nur direkt eingeatmet werden, sondern auch an die Umgebungsluft und die Materialien des Raumes abgegeben werden. Es ist nachgewiesen, dass die Schadstoffbelastung in Raucherräumen oftmals höher ist als die Luft auf der befahrenen Straße vor der Haustür.

Bei der Erzeugung von Stadtgas entstehen folgende Nebenprodukte, die gleichzeitig Schadstoffe darstellen:

• Gaswerksteer (Steinkohlenteer),
• verbrauchte Gasreinigermasse, auch als Reinigermasse, Luxmasse oder Lautamasse bezeichnet,
• Ammoniakwasser,
• Kondensate und Waschflüssigkeiten (nur in manchen Anlagen).

Gaswerksteer ist eine viskose, schwarze Masse mit typischem Teergeruch. Die Viskosität hängt von der chemischen Zusammensetzung ab und reicht von dünnflüssig (pumpfähig) über zähflüssig bis fest.

siehe auch:
- ADI-Wert
- Asbest
- Emissionsklassen
- Formaldehyd
- MAK-Werte
- PCB
- PCP
- Radon
- Schadstoffe in Altbauten
- Schimmel
- TA Luft
- Teer
- Thiokol
- TRK-Werte
- Wohngifte
- Xylol