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Kelle

»Kellen« sind die grundlegenden Werkzeuge für alle Maurer- und Verputzarbeiten. Mit diesen Werkzeugen können sowohl Steine vermauert als auch Putz aufgetragen werden. Die richtige Auswahl erleichtert die Arbeit und führt zu besseren Arbeitsergebnissen. Die Abbildung zeigt verschiedene Kellen, die auf den jeweiligen Anwendungszweck zugeschnitten sind. Jeder, der öfter Maurerarbeiten ausführen will, sollte ein gewisses Kellensortiment besitzen, wobei nicht alle abgebildeten Kellen zum Sortiment gehören müssen. Sowohl der Handwerksprofi als auch der ambitionierte Heimwerker sollte in jedem Falle auf eine gute Qualität der Kellen achten, wobei sich der anfangs höhere Preis mit einer deutlich längeren Haltbarkeit und einem besseren Arbeitsergebnis schnell amortisiert.

Die wichtigsten Kellentypen sind (in Klammern die jeweils empfehlenswerte Größe, bezogen auf die Seitenlänge):
• Glättkelle (280 mm),
Stukkateurkelle (80 mm),
Maurerkelle (Viereckskelle, 160 mm),
• Spachtel (50 mm),
Fugenkelle (10 mm Fugenbreite),
Stuckateureisen (Fummeleisen, bis 10 mm Fugenbreite).

Daneben gibt es noch weitere Spezialkellen wie Spitzkelle (z. B. Hamburger Spitzkelle), Zungenkelle, Berliner Stecherkelle, Berner Putzkelle usw.

Die Dreieckskelle gehört zum wichtigsten Kellentyp. Deren Griff ist mit einem geschwungenen, S-förmigen Stab mit dem Kellenblatt verbunden, wobei die Verbindung geschweißt oder punktgeschweißt ist. Damit beim Vermauern von Steinen der Mörtel das Steinbett voll ausfüllen kann, sollte die Seitenlänge der Kelle auf die Länge der zu vermauernden Steine abgestimmt sein. Die normale Steinlänge beträgt dabei 24 cm.

Bei dreiecksförmigen Kellen muss man auf einen günstigen Schwerpunkt achten. Diesen kann man ermitteln, indem man die Kelle beispielsweise auf den Zeigefinger so auflegt, dass sich der Griffanfang genau über dem Finger befindet. Bei einer ausgewogenen Kelle sollte sich das Kellenblatt dann in der Waagerechten einpendeln. Es ist zu bedenken, dass man das Gewicht der Kelle mitsamt dem Mörtel mit dem Handgelenk ausbalancieren muss. Eine nicht ausgewogene Kelle führt bei der Aufnahme des Mörtels und insbesondere beim Putzen ansonsten zu schnellerer Ermüdung.

Zum Verputzen von größeren Flächen wird vorzugsweise die dreieckige Maurerkelle und nicht die Viereckskelle benutzt. Um genügend Aufprallenergie zu erzeugen, wird die Maurerkelle nach dem Mörtelauftrag zunächst nach hinten (von der Wand weg) geführt, um Schwung zu holen. In einer fließenden Handbewegung wird dabei die Maurerkelle am rückseitigen Wendepunkt der Armbewegung in die Senkrechte gedreht, der Mörtel bleibt dabei jedoch durch die erzeugte Fliehkraft auf dem Blatt liegen. Im weiteren Bewegungsablauf wird dann die Kelle an die Stelle der Wand geführt, wo der Putzmörtel aufgetragen werden soll. Kurz vor der Wandoberfläche wird dann die Maurerkelle seitlich weggezogen (dieser Bewegungsablauf ähnelt dabei dem Tennisspiel: Vorhand = Bewegung zum Körper hin, Rückhand = Bewegung vom Körper weg). Der auf dem Kellenblatt befindliche Mörtel löst sich während des seitlichen Wegziehens der Kelle und prallt mit der durch den gesamten Bewegungsablauf erzeugten Energie auf die Wandoberfläche, haftet dort an und verteilt sich dabei in die gewünschte Richtung (sofern der Mörtel die richtige Konsistenz aufweist). Dieser koordinierte Bewegungsablauf erfordert einige Übung, um das gewünschte Ergebnis auch wiederholt zu erzielen. Nach dem Mörtelauftrag wird dann der aufgetragene Putzmörtel mit der Kartätsche glatt gezogen.

Bevor die Putzmaschine erfunden wurde, verwendete man spezielle übergroße Putzkellen, um damit in möglichst kurzer Zeit auf großen Flächen den Putz auftragen zu können. Für die Endbearbeitung des Putzes wird die Kartätsche eingesetzt.

siehe auch:
- Berliner Mauerstecherkelle
- Berner Putzkelle
- Dechsel
- Fugenkelle
- Fummelbrett
- Fummeleisen
- Gipserspachtel
- Grundputz
- Hamburger Spitzkelle
- Hammer
- Kartätsche
- Karrette
- Katzenzungenkelle
- Knüpfel
- Maurerkelle
- Schlauchwasserwaage
- Stuckateureisen
- Traufel
- Zimmermannshammer