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Schlitzwand

Eine »Schlitzwand« dient als permanenter Baugrubenabschluss und stellt ein spezielles Verfahren zur Erstellung von Wänden aus Stahlbeton dar im Bereich von wenig tragfähigem Baugrund. Schlitzwände sind bewehrte Ortbetonwände. Die Dicke dieser Wände hängt von der Tiefe der Baugrube sowie den auf diese Wände einwirkenden Beanspruchungen ab, sie beträgt zwischen etwa 0,40 m und 1,20 m. Die auszuführende Wanddicke richtet sich nach einer entsprechenden statischen Berechnung.

Schlitzwände sind eine Form von massiven Verbauwänden, die als Baugrubenumschließungen fungieren. Schlitzwände werden mit Seilgreifern, zwangsgeführten Greifern oder Fräsen abschnittsweise in Gräben oder auch kontinuierlich hergestellt. Bei geeignetem Lockergestein werden auch Saugbohrverfahren eingesetzt. Die vorübergehende Stützung des Grabens erfolgt mit einer thixotropen Stützflüssigkeit (meist Bentonit). Mit Füllstoffen werden die Dichte und das Eindringmaß der Suspension beeinflusst, wobei die Dichte zwischen 1,03 und 1,1 g/cm³ liegt, die in Ausnahmefällen durch Zugabe von Gesteinsmehl oder gemahlenem Schwerspat auf 1,4 g/cm³ erhöht werden kann. Die Suspension ist im physikalischen Sinne eine unvollkommene Flüssigkeit und besitzt eine bestimmte Schubfestigkeit, die im Zustand der Ruhe nach einiger Zeit einen Größtwert erreicht, der als Alterungsfestigkeit bezeichnet wird. Bei Erschütterung oder Bewegung sinkt die Schubfestigkeit schlagartig auf ihren Minimalwert ab. Diese Eigenschaft wird als Thixotropie bezeichnet.

Die Wirkung der Stützflüssigkeit beruht in erster Linie auf ihrem hydrostatischen Druck, der sich nach der Abdichtung der Schlitzwand durch die Feststoffteilchen der Suspension (Filterkuchen) aufbaut, und in zweiter Linie auf ihrer Schubfestigkeit. Bei der Untersuchung der Stabilität der Schlitzwandung muss der Nachweis erbracht werden, dass unter der Wirkung der Suspension folgende Bedingungen erfüllt sind:

Standsicherheit der Erdwand über ihre gesamte Höhe. Hierfür ist der hydrostatische Druck der Stützflüssigkeit maßgebend.
Stabilisierung des Einzelkorns in der Wand. Hierfür ist die Schubfestigkeit der Stützflüssigkeit maßgebend.

Eine Leitwand (z.B. aus Spundbohlen oder Stahlbeton) ist meist auf beiden Seiten des Schlitzes erforderlich. Sie dient der Stabilität des oberen Schlitzbereiches und der Führung des Baggers. Anschließend wird die vorfabrizierte Bewehrung darin abgesenkt. Hierauf wird der Beton eingebracht. Das Bentonit wird dabei nach oben verdrängt und abgepumpt. Die Wand kann anschließend (nach Abbindung des Betons) als z.B. Keller- oder Tiefgaragenwand benutzt werden.

siehe auch:
- Bentonit
- Spundbohle
- Spundwand
- Suspension
- Thixotropie
- Trägerbohlwand
- Unterfangung
- Unterwasserbeton
- Verbau