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Hochhaus

Als »Hochhaus« gilt in Deutschland baurechtlich ein Gebäude dann, wenn die Fußbodenebene des letzten bewohnten Geschosses bzw. des letzten Aufenthaltsraumes sich in einer Höhe von mehr als 22 m über der Geländeoberfläche befindet. Da ein Hochhaus aufgrund seiner Höhe mit „normalen“ Rettungsgeräten der Feuerwehr nicht mehr angeleitert werden kann, werden an die Errichtung eines Hochhauses besondere Anforderungen gestellt. Dies gilt vor allem für die Verpflichtung zum Einbau eines Sicherheitstreppenraumes und eines Aufzugs für die Feuerwehr. In verschiedenen Bundesländern unterliegen Wohngebäude bis zur Hochhausgrenze unter bestimmten Bedingungen bereits der Genehmigungsfreistellung, wobei dies u.a. nur dann möglich ist, wenn ein qualifizierter Bebauungsplan existiert.

Hochhäuser im modernen Sinn zeichnen sich durch ihre vertikale Erschließung durch Fahrstühle und andere, stockwerkübergreifende Serviceanlagen aus und erfordern aus Stabilitätsgründen meist eine Stahlskelettbauweise, zum Einsatz bei „deutscher Bauweise“ kommen jedoch zunehmend auch Hochleistungsbetone. Da rund um die Fundamente von Hochhäusern je nach Bauweise erhebliche Freiflächen notwendig sind, ist der städtebauliche Verdichtungseffekt dieser Bauweise tatsächlich wesentlich geringer, als dies auf den ersten Blick zu vermuten wäre. Wegen ihrer optischen Dominanz stoßen Hochhäuser zumindest in Deutschland bei einigen Teilen der Bevölkerung und vielen Architekten auf eher geringe Akzeptanz. Die frühesten Hochhäuser entstanden in Chicago seit 1880 (vor allem Verwaltungsgebäude), mit Curtain-Wall (1894) und Glasfassaden. Es folgten New York, Michigan und anschließend L.A. Der Chicagoer Sears-Tower mit 443 m Höhe (1973) gehört zu den höchsten Wolkenkratzern der Welt. Inzwischen sind jedoch Hochhäuser in Planung oder bereits im Bau, die die Höhengrenze von 500 m übersteigen.

Internationale Hochhaus-Definition
Auf internationaler Ebene bestehen keine verbindlichen Definitionen des Begriffes Hochhaus. Oft gibt es diese, im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland, auch nicht innerhalb eines Landes. Das Überschreiten bestimmter Höhenentwicklungen von Häusern lässt Gebäude, aufgrund von Rechtssätzen „amtlich“ zu Hochhäusern werden, wobei die Grenzwerte zwischen 13 und 50 m schwanken (Nash Young 1978).

Gleichwohl muss von einer weiteren Begriffsbestimmung ausgegangen werden, die die internationalen Unterschiedlichkeiten berücksichtigt:

• Hochhäuser sind sozio-technische Großsysteme mit bestimmten baulichen, technischen und sozialen Merkmalen, wobei zwischen generellen Merkmalen, die auf alle Hochhäuser zutreffen, und differenziellen Merkmalen, die nur bestimmte Typen oder Realisationen kennzeichnen, noch zu unterscheiden sind.

• Zu den baulichen Merkmalen zählt die relativ große Höhe, das große Bauvolumen gestapelter Nutzflächen, spezielle Konstruktionserfordernisse (Statik, Material und Logistik) und eine spezifische Raum-Zeit-Struktur (d.h. im Hochhaus entstehen notwendig lange Distanzen innerhalb der baulichen Einheit und zwischen Innen und Außen, bezogen auf den Austausch von Personen und Gütern). Differenzierte Merkmalen betreffen die Grundrisstypen oder folgen aus der jeweiligen Nutzung.

• Zu den technischen Merkmalen zählen besondere Erschließungssysteme, Ver- und Entsorgungssysteme und Sicherheitssysteme (Brandschutz). Differentielle Merkmale betreffen nicht zuletzt die verschiedenen Standards Technischer Ausstattung.

• Zu den sozialen Merkmalen rechnen die Bevölkerungsdichte, eine formale Verwaltungsstruktur und ein erhöhter Planungs- und Finanzierungsaufwand.

• Differentielle Merkmale betreffen u.a. die Nutzung, Belegungspraxis, Preisgestaltungen, soziale Infrastruktur oder symbolische Qualitäten.

Das höchste Hochhaus Europas mit einer Höhe von 259 m, der Commerzbank-Tower, steht in Frankfurt am Main, mit Antenne beträgt die Höhe sogar 300 m. Im Vergleich zu den Riesentürmen in Asien und Amerika ist dies immer noch ein vergleichsweise „kleines“ Gebäude, fast „nur“ ein »ein Häuschen«. Das momentan (Stand 12/2006) mit Abstand höchste Hochhaus der Welt wird in Dubai gebaut (man kann fast sagen „wo sonst“), wobei die endgültige Höhe des als »Burj Dubai« bezeichneten Towers noch geheim gehalten wird. Experten schätzen eine inzwischen eine Höhe von mindestens 800 Metern, was als Grenze des derzeit technisch machbaren angesehen werden muss. Die Fertigstellung dieses gigantischen Towers ist für Ende 2008 geplant.

siehe auch:
- Burj Dubai
- Campanile
- Chrysler Building
- Hotel
- Lift
- Megacity
- Mega-Tower
- Mietskaserne
- Penthouse
- Skyscraper
- Turmbau zu Babel
- Urbane Utopie
- Wolkenkratzer