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Portlandzement

»Portlandzement« nach DIN 1164 ist ein hydraulisches Bindemittel, das unter Wasseraufnahme erhärtet. Portlandzement besteht hauptsächlich aus Kalziumoxid, Siliziumoxid, Aluminiumoxid und Eisenoxid. Die Bezeichnung stammt von Aspdin (1824), der seiner Mischung aus Kalkstein und Ton den Namen gab, weil die Eigenschaften der daraus hergestellten Steine denen der Kalksteine auf der Halbinsel Portland in Großbritannien glichen. Portlandzement ist heute als Bindemittel weltweit verbreitet und wird auch zur Herstellung zementgebundener Spanplatten benutzt. Inzwischen wurde im Zuge der europäischen Normung die Bezeichnung Portlandzement durch die Abkürzung »CEM I« ersetzt, die zugehörige Norm ist DIN EN 197.

Unser Beton, wie er heute in futuristisch anmutenden Bauten, schwindelerregenden Brückenkonstruktionen und baugrundsparenden Wolkenkratzern, aber auch in nahezu jedem Einfamilienhaus, verbaut wird, ist ein verhältnismäßig junger Baustoff. Er unterscheidet sich vom »Opus Caementitium« der alten Römer, was von den Archäologen bissigerweise (und zu Unrecht) als »Klamottenbeton« übersetzt wird, vor allem dadurch, dass er als Bindemittel Zement enthält.

Zement wird aus kalk- und tonhaltigen Rohstoffen bei etwa 1450 °C gebrannt, und diese Temperaturen waren für die Römer noch nicht erreichbar. Daraus wird deutlich, dass die weitere Entwicklung des Betons eng mit der Geschichte des Zements verbunden ist, und die wiederum begann in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts.

Lange Zeit hatten die Alchimisten in ihren Küchen mit Rezepten für den ersten »Cement«, in diesem Fall eine Bezeichnung für den Zuschlag, der den Luftkalk auch im Wasser erhärten ließ, herumgewerkelt, ohne zu einem entscheidenden Ergebnis zu gelangen. Man wusste zwar, dass beispielsweise der Tuff aus der Vordereifel als solcher Zuschlag geeignet war, aber kein Mensch jener Zeiten konnte erklären, worauf die hydraulischen Eigenschaften der Mischung zurückzuführen waren. Bereits in römischer Zeit wurde dieser Tuff in der heutigen Gegend von Mayen (bei Koblenz) gewonnen und zur Herstellung des römischen Betons »opus caementitium« eingesetzt, ohne jedoch die physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu kennen.

siehe auch:
- Beton
- Betonarten
- Bewehrung
- Gips
- Kalk
- Mörtel
- Nagelfluh
- Opus Caementitium
- Pantheon
- Schnellzement
- Zement