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Dehnungsfuge

Bei großflächigen Bauteilen können sich die Dimensionsänderungen durch den Einfluss von Wärme und Kälte so stark auswirken, dass es zu Rissbildungen kommt. Hiervor schützen »Dehnungsfugen«, gelegentlich auch als »Dehnfuge« bezeichnet. Sie trennen große Flächen in kleinere Einzelfelder, innerhalb derer die auftretenden Druck- und Zugspannungen von der Eigenfestigkeit des Materials aufgefangen werden können. Dehnungsfugen werden in der Regel dauerelastisch oder auch dauerplastisch verfugt oder mit entsprechenden Fugenabdeckprofilen verschlossen. Vorhandene Dehnungsfugen müssen bei Renovierungsarbeiten erhalten bleiben. Bei bereits vorhandenen Rissen können zusätzliche Dehnungsfugen, die nachträglich hergestellt werden, Abhilfe schaffen, wobei dies jedoch einer fachgerechten Planung bedarf. Bastellösungen sind in jedem Falle anzulehnen, um noch größere Folgeschäden zu vermeiden.

Eine Dehnungsfuge ist eine Raumfuge, in der durch unvermeidliche und sich im Laufe eines Tages oder Jahres verändernde Temperaturen, Aufquellen und Schwinden verursachte Ausdehnungsänderungen der Baustoffe, insbesondere von Beton oder Estrich wegen deren hohen Dehnungskoeffizienten, aufgefangen werden. Betroffen sind beispielsweise auch Betonstraßendecken, Brückenkonstruktionen, Staumauern, Ufermauern, Schleusen und sonstige längere Bauwerke. Dehnungsfugen sind von Setzungsfugen zu unterscheiden.

Durch die Anordnung von Dehnfugen wird die Rissbildung infolge unterschiedlicher Beanspruchungen und Belastungen vermieden oder zumindest reduziert. Bei längeren Stützwänden werden z.B. in Abständen von ca. 8 m Dehnfugen (Raumfugen) angeordnet, die bewirken, dass sich die Segmente der Stützmauern in Längsrichtung der Wand (parallel zur Wand) nahezu ungehindert ausdehnen (bei Erwärmung durch Sonnenbestrahlung) bzw. zusammenziehen können (bei Abkühlung im Winter oder in der Nacht).

Bei ungleichmäßiger Tragfähigkeit des Baugrunds oder Gebäudeteilen mit unterschiedlich hoher Belastung (z.B. ein nicht unterkellerter Anbau mit einem Geschoss wird neben einem unterkellertem Gebäude mit beispielsweise 3 Geschossen errichtet) muss mit unterschiedlichen Setzungen gerechnet werden. Da unterschiedliche Setzungen zu Bauwerksschäden führen würden, ist es ratsam, an der Schnittstelle zwischen beiden Gebäudeteilen eine Dehn- oder Raumfuge anzuordnen. Im Gegensatz dazu sind gleichmäßige Setzungen für ein Gebäude selbst unschädlich, gleichwohl ist bei der Planung zu berücksichtigen, dass anschließende Wege noch weiter nutzbar sind oder optische Beeinträchtigungen unterbleiben. Im Bereich der Frankfurter Hochhäuser sind Setzungen in einer Größenordnung von etwa 40 cm ermittelt und auch erreicht worden trotz einer Tiefgründung über Pfähle von über 40 m Länge! Hier wird deutlich, dass unterschiedliche Setzungen aufstehende Gebäudeteile rasch beschädigen oder gar zerstören würden.

Dehnungsfugen in Belägen:
Eine Dehnungsfuge ist eine an den äußeren Begrenzungen oder zwischen Belagflächen gelassene Fuge, in deren Bereich sich der Belag (z.B. Natursteinplatten oder Fliesen) bei Temperaturschwankungen dehnen kann. Sie sind besonders wichtig bei Bodenaufbauten und verhindern hier das Reißen oder Aufwölben von Nass- oder Trockenestrichen.

siehe auch:
- Arbeitsfugen
- Bewegungsfugen
- Dilatationsfuge
- Fugen
- Scheinfugen
- Schrumpfen
- Schwinden
- Verformungen