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Instandhaltungskosten

Während der Nutzung eines Gebäudes oder Bauwerks altern alle Bauteile mehr oder weniger schnell, aber auch durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch nutzen sich Gebäudeteile wie z.B. der Aufzug oder die Heizung ab. Schließlich wirken die Umwelt- und Witterungseinflüsse permanent auf die Außenhülle eines Gebäudes ein, Fassade und Dächer unterliegen daher einem allmählichen Verschleiß. Unter den »Instandhaltungskosten« versteht man daher alle Kosten, die während der Nutzungsdauer eines Gebäudes zur Erhaltung des bestimmungsmäßigen Gebrauchs aufgewendet werden müssen. Der Ansatz der Instandhaltungskosten dient auch zur Deckung der Kosten von Instandsetzungen (Reparaturen), beispielsweise einer defekten Solaranlage. Nicht zu den Instandhaltungskosten werden jedoch die Kosten gezählt, die für einen An- oder Umbau (beispielsweise um den Wohnraum zu erweitern) oder eine Modernisierung aufgebracht werden müssen. Werden Anlagen oder Betriebseinrichtungen eines Gebäudes erneuert (beispielsweise Austausch einer alten Ölheizung gegen eine neue Gas-Brennwerttechnik), zählen auch die damit verbundenen Kosten nicht zu den Instandhaltungskosten. Dies gilt analog für alle Anlagen und Betriebseinrichtungen, die steuerrechtlich gesondert abgeschrieben werden können.

Beim Erhaltungsaufwand handelt es sich vor allem um laufende Kosten für die Instandsetzung und -haltung eines Wirtschaftsgutes. Dies können genauso gut Pflege- und Wartungskosten für eine Maschine oder eine Betriebsvorrichtung wie für ein Gebäude sein. Keine Rolle spielt dabei, ob die getroffene Maßnahme aus technischen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Gründen erfolgt. Sie kann ggf. auch aus Gründen des Umweltschutzes oder infolge von speziellen gesetzlichen Regelungen notwendig werden, wie dies z. B. bei der Energieeinsparverordnung (EnEV) der Fall ist, die z. B. vorschreibt, dass bis zum Jahre 2006 alle Heizkessel, die vor 1978 installiert wurden, erneuert werden mussten.

Häuser sind normalerweise für eine Lebensdauer von mindestens 80 Jahren konzipiert. Während dieser Zeit sollte zumindest der Rohbau ohne erheblichen Instandhaltungsaufwand seine Funktion bewahren, andernfalls verlieren Gebäude schnell ihren Wert. Bereits 1988 stellte der Bauschadensbericht der Bundesregierung fest: Hausbesitzer müssen für die Instandhaltung der Gebäude in 80 Jahren bei Mauerwerk ca. 10 %, bei Holzbauteilen ca. 48 % der Herstellungskosten ausgeben. Massive Gebäude überstehen die Jahrhunderte weitgehend unbeschadet, wenn statische und bauphysikalische Grundsätze beachtet werden. Sie sind unanfälliger gegen Fäulnis und Ungeziefer und verformen sich nicht. Wer kennt nicht die windschiefen Fachwerkhäuser früherer Jahrhunderte? Die reiche Oberschicht ließ deshalb schon in früheren Jahrhunderten ihre Häuser und Schlösser massiv mauern.

Massive, gemauerte Gebäude erfordern geringere Instandhaltungskosten. Das bestätigt der Bauschadensbericht der Bundesregierung von 1998. Fachgerecht erstellte Putzfassaden auf Massivmauerwerk widerstehen viele Jahre Regen und Spritzwasser. Einschalige Ziegelwände erfordern über 80 Jahre im Durchschnitt nur zwei bis drei Ausbesserungen. Pro Jahr müssen dafür nur 0,57 Euro/m² als statistischer Mittelwert zurückgelegt werden.

siehe auch:
- Alterungsprozess
- Altimmobilie
- Baukosten
- Baunebenkosten
- Grunderwerbssteuer
- Instandsetzung
- Kostenberechnung
- Kostenfeststellung
- Lebenszyklus eines Gebäudes
- Modernisierung
- Sanierung
- Vermögenssicherung