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Baugrube

Um ein Gebäude errichten zu können, müssen dazu entsprechende Fundamente hergestellt werden, oftmals wird das neue Gebäude auch mit einem Keller ausgeführt. Zur Herstellung der Gründung ist daher eine »Baugrube« auszuschachten. Diese Baugrube dient als Arbeitsraum, wobei die Größe und Form der Baugrube in etwa der des späteren Gebäudegrundrisses und ggf. Höhenstufung entspricht. Die Baugrube entspricht der erforderlichen Geländevertiefung unter der natürlichen Geländeoberfläche, in der das geplante Gebäude oder eine andere bauliche Anlage hineingebaut werden soll. Die Baugrube muss jedoch in der Regel seitlich umlaufend breiter ausgehoben werden, um somit den für die Bauarbeiten erforderlichen Arbeitsraum zu schaffen. In Abhängigkeit von der erforderlichen Aushubtiefe kann es bei beengten Platzverhältnissen erforderlich werden, anstelle einer Böschung eine Baugrubensicherung (auch als »Baugrubenverbau« bezeichnet) gegen herabstürzendes Erdreich zu sichern. Eine solche Baugrubenumschließung kann beispielsweise als Bohrpfahlwand oder als Berliner Verbau hergestellt werden. Solche Baugrubensicherungen sind Bestandteil einer ingenieurmäßigen Berechnung und Bemessung.

Das überschüssige Erdreich, welches aus der Baugrube entnommen wird, muss oftmals von der Baustelle abgefahren werden, sofern es auf dem Baugrundstück nicht anderweitig verwertet werden kann. Das überschüssige Aushubmaterial, im Fachjargon auch als Bodenaushub bezeichnet, muss auf einer Erdstoffdeponie endgelagert werden, sofern es nicht anderweitig Verwendung findet, beispielsweise im Straßenbau als Verfüllmaterial im Bereich von (natürlichen) Geländevertiefungen.

Die Baugrube ist Teil des Bauvorhabens und darf deshalb erst dann ausgehoben werden, wenn eine formale Baugenehmigung erteilt ist bzw. eine fiktive Baugenehmigung nach Fristablauf (je nach Bundesland existieren hier unterschiedliche Regelungen) erwirkt wurde.

Wenn Sie bereits vor der Erteilung der endgültigen Baugenehmigung (da diese z. B. wegen fehlender Zuarbeit verschiedener Fachbehörden formal noch nicht erteilt werden kann) die Baugrube schon ausheben lassen möchten, müssen Sie dazu eine Teilbaugenehmigung beantragen. In diesem Falle müssen Sie aber mit zusätzlichen Genehmigungsgebühren rechnen!

Je nach den örtlichen Wasserverhältnissen (Grundwasser, aufstauendes Sickerwasser) kann es erforderlich sein, eine Baugrube soweit abzudichten, dass das Wasser während der Bauzeit nicht eindringt und so die Bauarbeiten am Gebäude behindert. Gerade bei großen oder tiefen Baugruben kann es daher erforderlich sein, diese gegen seitliches und von unten eindringendes Wasser abzudichten, wofür entsprechende Injektionsverfahren zur Verfügung stehen. Die seitliche Abdichtung kann auch über wasserdichte Stahlspundwände oder über überschnittene Bohrpfahlwände hergestellt werden, in besonderen Fällen wie z. B. beim Bau von U-Bahnen können aber auch Vereisungen des umgebenden Erdreichs zweckmäßig sein. Im üblichen Wohnhausbau wird häufig eine Dränage vorgesehen, die das Grundwasser oder aufstauende Sickerwasser vom Gebäude wegleitet.

Größere Baugruben oder Baugruben bei beengten Platzverhältnissen erfordern eine ingenieurmäßige Planung, um die Kosten im Sinne des Bauherrn zu optimieren, ohne dabei die Sicherheitsaspekte und die Nutzbarkeit des Grundstücks sowie des geplanten Gebäudes einzuschränken. Bei der Berechnung und Bemessung von Baugrubensicherungen sind zahlreiche technische Regeln und Normen zu berücksichtigen, aber auch baurechtliche Belange wie z. B. die Einholung der Zustimmung des Grundstücksnachbarn bei Inanspruchnahme seines Geländes sind zu beachten. Anker beispielsweise, die unterirdisch bis in das Nachbargrundstück oder auch den öffentlichen Verkehrsraum hinein geführt werden, müssen daher vom Nachbarn ausdrücklich genehmigt werden. Stimmt dieser nicht zu, muss die Baugrubensicherung in anderer Weise realisiert werden.

Je nach der Art der Kellerwände muss der erforderliche Arbeitsraum zwischen der Baugrubenumschließung (in Höhe der Baugrubensohle) und der neuen Kellerwand unterschiedlich groß sein, wobei in der Regel ein Mindestmaß von 50 cm eingehalten werden muss. Nur bei Bohrpfahlwänden oder Spundwänden können diese auch Bestandteil des späteren Gebäudes werden, wenn dies von vornherein eingeplant wird. Müssen noch Gerüste oder Schalungen in der Baugrube vorgesehen werden, ist der lichte Arbeitsraum entsprechend größer zu wählen, was das Aushubvolumen entsprechend vergrößert (und verteuert).

siehe auch:
- Ausschachtung
- Baugrundrisiko
- Baugrundsachverständiger
- Berme
- Bodenklasse
- Grabenformen
- Pfahlrost
- Spundwand
- Trägerbohlwand
- Überschnittene Wand
- Unterfangung
- Verbau