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Gebäudehöhe

Zur vertikalen Begrenzung der Baukörper kann im Bebauungsplan die maximal zulässige »Gebäudehöhe« festgesetzt werden. Bei Gebäuden mit Flachdächern ist diese Vorgabe eindeutig. Bei Bauwerken mit geneigten Dächern wird stattdessen die Trauf- und/oder die Firsthöhe angegeben. Oberer Bezugspunkt der Traufhöhe ist der äußere Schnittpunkt der Außenwand mit der Dachhaut. Bei der Firsthöhe ist der obere Bezugspunkt der äußere Schnittpunkt der beiden Dachschenkel. Als unterer Bezugspunkt wird in der Regel die Erdgeschossfußbodenhöhe oder die von der Bauaufsichtsbehörde festgelegte Geländeoberfläche gewählt.

Beanstandet die Bauaufsichtsbehörde eine Überschreitung der zulässigen Gebäudehöhe bereits in der Planungsphase, können Sie den Verstoß dadurch ausräumen, dass Sie entweder die einzelnen Geschosshöhen oder das Dachgeschoss reduzieren, auch eine gezielte »Tieferlegung« des Kellergeschosses kann ggf. für Abhilfe sorgen. Bei der Unterbringung von Aufenthaltsräumen muss jedoch eine lichte Höhe von in der Regel 2,40 m gewährleistet sein. Wird eine Überschreitung der Gebäudehöhe erst dann festgestellt, wenn das Gebäude bereits fertig gestellt ist, kann evtl. ein Antrag auf Befreiung gestellt werden, dem jedoch nicht zugestimmt werden muss. Ein solcher Antrag dürfte nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn die Überschreitung nur gering ist und das Gebäude nicht in eine höhere Gebäudeklasse eingestuft werden muss.

Die Gebäudehöhen sind in § 2(3) der Musterbauordnung (MBO) festgelegt zu:

Gebäudeklassen 1 bis 3: bis zu 7 m,
• Gebäudeklasse 4: bis zu 13 m,
• Gebäudeklasse 5: bis zu 22 m (Hochhausgrenze) als Abgrenzung zu Sonderbauten nach § 2(4) MBO,
Sonderbauten: Gebäudehöhen > 22 m (nach § 2(4) 1).

In § 2(3) der Musterbauordnung ist »Höhe« wie folgt definiert: „Höhe im Sinne des Satzes 1 ist das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, über der Geländeoberfläche im Mittel.“

Die in der MBO definierte Höhe von 7 m resultiert aus der 4-teiligen Steckleiter der Feuerwehren, die zusammengesteckt eine Länge von 8,40 m erreicht und deren maximale zulässige Nutzlänge 7,50 m beträgt. Die dreiteilige Schiebeleiter, die den Feuerwehren zur Verfügung steht, kann bis zu einer Höhe von etwa 13,50 m genutzt werden, obgleich deren Nutzung bei voller Länge als relativ gefährlich angesehen wird. Eine Höhe von 22 m kann mit speziellen Fahrkörben der Feuerwehr (z. B. DLK 23-12 ) erreicht werden, die eine maximale Höhe von 23 m (22 m zzgl. max. 1 m Brüstungshöhe) aufweisen. In nahezu allen Landesbauordnungen finden sich die in der MBO definierten Höhenabstufungen, was auf die beschriebenen Rettungsmöglichkeiten der Feuerwehren zurückgeführt werden kann.

siehe auch:
- Abstandsfläche
- Bauflucht
- Baulinie
- Bebauungsplan
- Erker
- Fenstersteuer
- Giebelhaus
- Giebelständig
- Gebäudestellung
- Hochhaus
- Sonderbauten
- Traufe
- Traufständig
- Zwerchgiebel