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Elektroinstallation

Ein Gebäude ohne Stromanschluss und ein zugehöriges Stromverteilernetz mitsamt einer umfassenden Beleuchtungstechnik ist inzwischen undenkbar. Sowohl beim Umbau und der Sanierung als auch im Neubau sollten bzw. müssen die Elektroarbeiten nicht nur von einem ausgewiesenen Elektrofachmann ausgeführt werden, vielmehr kann es in manchen Fällen auch sehr sinnvoll sein, die gesamte »Elektroinstallation« durch einen Elektroingenieur planen zu lassen. Durch die immer größer werdenden Anforderungen an eine ausreichende Stromverteilung im und am Gebäude und neue technische Geräte und Installationen wie z. B. Bussysteme wird es selbst für einen gut ausgebildeten Elektriker (der in der Regel einen handwerklichen Hintergrund hat) zunehmend schwieriger, alle die Fragestellungen, die sich bei einer komplexen Elektroinstallation ergeben können, vollumfänglich zu beherrschen und umzusetzen.

Die Elektroinstallation in und an Gebäuden beinhaltet im engeren Sinne den Einbau des gesamten Stromverteilungsnetzes, der Beleuchtung und der elektrischen Anlagen (z. B. Hauswasserwerk), die mit der haushaltsüblichen Niederspannung (Wechselspannungen bis 1000 Volt und Gleichspannungen bis 1500 Volt, in Haushalten meist 230 Volt) betrieben werden. Im Industrie- und Anlagenbau gelten die gleichen Prinzipien wie im Wohnungsbau, allerdings werden dort oftmals wesentlich leistungsfähigere und auf die benötigten größeren Energiemengen ausgelegte Elektroinstallationen realisiert, die zudem in der Regel von einem Elektroingenieur geplant und bezüglich der technischen Ausführung von diesem auch überwacht werden. Bei der Elektroinstallation ist der Bedarf der Steckdosen sowie der Lichtauslässe in Abhängigkeit von der vorgesehenen Nutzung zu berücksichtigen, wobei hierfür die RAL-RG 678 sowie DIN 18015 Anhaltswerte liefern, wonach für jeden Raum einer Wohnung mindestens ein separater Stromkreislauf erforderlich ist.

Wesentliche Arbeiten der Elektroinstallation sind die Verlegung der Leitungen, die Montage der Verteiler- und Steckdosen, Schalter, Sensoren, Bewegungsmelder und Taster für die Beleuchtung oder andere elektrische Geräte (wie z. B. die Umwälzpumpe der Heizungsanlage), der FI-Schalter, Fehlerstrom- und Leitungsschutzschalter sowie der im Gebäude erforderlichen elektrisch betriebenen Maschinen und der Erdung. Im Anschluss daran ist eine fachmännische Kontrolle der gesamten Elektroinstallation und der dafür erforderlichen Schutzmaßnahmen unumgänglich. Dabei wird auch überprüft, ob alle Komponenten fachgerecht angeschlossen und miteinander verbunden sind, ebenso werden die Schirmung und Erdung sowie die Funktion des Fehlerschutzschalters für jeden Stromkreislauf überprüft.

Im Wohnhausbau kann der ambitionierte Heimwerker den Elektrohandwerker bei dessen Arbeiten in gewissem Umfang unterstützen, wobei dieser dann die Aufsicht über die Arbeiten zu führen hat. Hierzu gehören insbesondere die Herstellung von Schlitzen für die Elektroleitungen und die Verlegung der Elektrokabel selbst, solange diese noch nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Dabei ist jedoch zwingend darauf zu achten, dass bei der Herstellung der Schlitze in Wänden, Decken, Stürzen, Wandpfeilern und Unterzügen die Tragfähigkeit dieser Bauteile nicht nachteilig verändert wird. Im Zweifelsfalle sollte vorab in jedem Falle der Tragwerksplaner hinzugezogen werden, um Schäden durch nicht fachgerechte Stemmarbeiten zu vermeiden. Zu beachten ist ferner, dass gerade bei Mauerwerk die Schlitze nur durch Fräsen und nicht durch Stemmen hergestellt werden dürfen, damit das Gefüge des Mauerwerks nicht zur stark geschädigt oder gar zerstört wird. Der Heimwerker kann sowohl die Bohrungen für die Unterputzdosen (nach Vorgabe durch den Elektrofachmann unter Berücksichtigung statischer Belange) selbst herstellen als auch später die Unterputzdosen in Eigenleistung eingipsen, um somit die Installationskosten zu reduzieren. Die Einbautiefe ist in jedem Falle auf die spätere Putzdicke abzustimmen, da ansonsten Korrekturarbeiten erforderlich werden, besonders dann, wenn die Schalterdosen aus der fertigen Putzebene herausragen sollten.

Die Kabel für die Elektroinstallation können auf drei verschiedene Arten verlegt werden:

• Unterputz: dies ist die gängigste Art der Verlegung von Kabeln und Leitungen. In Decken oder im Fußbodenaufbau werden die Kabel dabei zweckmäßigerweise in Leerrohren verlegt, um diese somit später vergleichsweise einfach austauschen zu können. Die Kabel sind damit an den Wänden und Decken nicht mehr sichtbar und stören somit nicht die Oberflächen. Die Leerrohre oder auch die Kabel werden entweder in nachträglich hergestellte Schlitze verlegt oder die Leerrohre werden bereits im Frischbeton mit einbetoniert. Eine massive Bündelung von Leerrohren oder auch Kabeln muss jedoch vermieden werden, damit die statische Tragfähigkeit der Bauteile nicht nachteilig verändert wird. Es ist in jedem Falle empfehlenswert, vor der Herstellung von Schlitzen oder der Verlegung von Leerrohren den Tragwerksplaner hinzuzuziehen, um spätere Schäden infolge Tragfähigkeitsverlusts zu vermeiden.

• Aufputz: Dabei werden die Kabel und Leitungen entweder freiliegend oder in auf Wände oder unter Decken montierten Kabelkanälen verlegt (diese werden jeweils angedübelt). Dies hat den Vorteil, dass die Leitungen jederzeit ohne großen Aufwand ausgetauscht oder ergänzt werden können, Stemmarbeiten sind dabei nicht erforderlich. Diese Art der Kabelverlegung ist allerdings auf untergeordnete Nebenräume wie Kellerräume, Garagen oder ähnliches sowie auf den Industriebereich begrenzt.

• Im Putz: dabei werden die Elektroleitungen auf die rohe Wand- oder Deckenoberfläche ohne Verwendung von Schutz- oder Leerrohren angebracht (mit Nägeln oder speziellen Klammern befestigt) und durch den anschließenden Putzauftrag darin eingebettet. Inzwischen wurden die früher hierfür meist verwendeten Stegleitungen weitgehend durch mindestens dreiadrige, runde Kabel mit Kunststoffumhüllung (NYM-Leitungen) verdrängt. Dies setzt allerdings voraus, dass nur einzelne Kabel an einer Stelle verlegt werden und die Putzdicke auf diese Kabeldicke abgestimmt werden muss. Der Vorteil dieser Kabelverlegung ist, dass dadurch keine Schwächung der statisch tragenden Bauteile erfolgt.

Die Elektroverteilung baut prinzipiell wie folgt aufeinander auf:
• Hausanschluss (mitsamt der Hauseinführung). Der Hausanschluss wird üblicherweise vom zuständigen Energieversorger bereitgestellt und installiert.
Hauptverteilung: Hierzu zählen insbesondere die Hauptsicherung und der Stromzähler, an den ggf. weitere Unterzähler angekoppelt werden können. Aber auch der Blitzstromableiter ist als Bestandteil der Hauptverteilung unverzichtbar, um die Sicherheit der gesamten Elektroinstallation zu verbessern. Sinnvollerweise wird die Hauptverteilung in einem geeignetem Keller- oder Nebenraum untergebracht.
• Unterverteilung: Diese beinhaltet jeweils einen FI-Schalter sowie weitere Sicherungen für jeden darin angeschlossenen Stromkreislauf und einen Überspannungsableiter. Es ist in jedem Falle ratsam, auch in einem Ein- oder Zweifamilienhaus mehrere Unterverteilungen zu installieren (z. B. für jeden Wohnbereich und Kellerräume getrennt), um somit im Falle eines Falles nicht das ganze Haus stromlos zu schalten, wenn eine Reparatur oder ähnliches erfolgen muss.

Auch bei der Wahl der Elektroleitungen sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden. Dies gilt nicht nur für die verwendeten Materialien, sondern auch für die Kabelquerschnitte, die sich nach der Leistung der später daran angeschlossenen Verbraucher richten. In jedem Falle sollten für die Elektrokabel NYM-Leitungen (erkennbar am runden Querschnitt mit grauer Kunststoffumhüllung) verwendet werden, Stegleitungen (auch als NYIF-Leitungen bezeichnet; das sind braun-beige Flachleitungen mit weichem Kunststoffmaterial) sollten nur in Ausnahmefällen Verwendung finden. An die Verarbeitung von Stegleitungen werden besondere Anforderungen gestellt, außerdem dürfen diese Kabel nicht auf brennbaren Untergründen (z.B. im Holzhausbau) montiert werden. Stegleitungen müssen in jedem Falle in einen ausreichend dicken Putz eingebettet werden.

Installationsschaltungen für Lampen und Leuchten sind:
• Ein- und Ausschaltung,
• Serienschaltung,
• Kreuzschaltung,
• Tasterschaltung,
• Wechselschaltung und
• Kontrollwechselschaltung,
wobei bei der Herstellung dieser Schaltungen der versierte Elektrofachmann gefragt ist.

Bei Arbeiten an der Elektroinstallation sind grundsätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu berücksichtigen, um Gefährdungen durch Stromstöße zu vermeiden. Auch wenn die nachfolgenden Hinweise dem einen oder anderen als Übertreibung vorkommen, gewährleistet die Einhaltung dieser Regeln doch einen guten Schutz vor Unfällen im Umgang mit Strom. Nach den Auslegungen des VDE (Abkürzung für »Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) ist immer derjenige für die Folgen eines Stromunfalls verantwortlich, der zuletzt an der Elektroinstallation oder anderen elektrischen Geräten gearbeitet hat.

• Grundsätzlich ist der Strom abzuschalten, entweder am Hauptschalter oder durch das Ausschalten bzw. Herausdrehen der Sicherungen. Bei elektrisch betriebenen Geräten ist der Netzstecker zu ziehen.
• Im Anschluss daran ist wirksam sicherzustellen, dass niemand ohne Ihr Wissen den Strom wieder einschaltet! Falls möglich, können Sie die herausgedrehte(n) Sicherung(en) vom Sicherungskasten entfernen oder dort mit einem entsprechenden Warnschild darauf hinweisen, dass Arbeiten an der Elektroinstallation stattfinden. Informieren Sie alle Hausbewohner entsprechend und verhindern Sie, dass Unbefugte in das Haus gelangen.
• Mit einem Spannungsprüfer kann jederzeit einfach und schnell festgestellt werden, ob die Elektrokabel oder andere elektrische Geräte stromlos sind.
• Beschädigte Leitungen oder defekte Geräte sollten auf keinen Fall mehr am Stromnetz angeschlossen bleiben. Entweder sind diese fachgerecht zu reparieren, beschädigte Kabel (auf vielen Baustellen häufig anzutreffen) sind grundsätzlich gegen neue Kabel auszutauschen. Beachtet werden muss zudem, dass manche elektrische Geräte wie z. B. Kondensatoren, die sich in Fernsehgeräten oder auch Radios finden, für einige Zeit noch elektrische Energie speichern können, die bei direktem oder auch indirektem Kontakt mit dem Körper schlagartig entladen werden kann. Auch beschädigte Stecker und Schalter sind zu erneuern, da hieran Reparaturen sowohl technisch als auch wirtschaftlich nicht oder kaum möglich bzw. sinnvoll sind.
• Der Hausstromanschluss, die Hauptsicherungen (auch als «Panzersicherungen« bekannt) und auch die vom Energieversorger verplombten Zähler sind für den Laien grundsätzlich tabu. Arbeiten daran dürfen grundsätzlich nur von Elektrofachleuten vorgenommen werden, die zudem dazu befugt sein müssen.
• Sobald Arbeiten an der Elektroinstallation vorgesehen sind, die über die Kenntnisse eines Heimwerkers hinausgehen, muss in jedem Falle ein ausgewiesener Elektrofachmann hinzugezogen werden, der nicht nur die Planung übernimmt, sondern auch die fachgerechte Ausführung. Die Elektroinstallation muss nach Abschluss der Arbeiten in der Regel durch einen Elektromeister abgenommen werden, bei komplexeren Anlagen auch durch einen Elektroingenieur.
• Auch im Bereich der Elektroinstallation dürfen nur Geräte und Installationsmaterialien verwendet werden, die hierfür ausdrücklich geeignet und zugelassen sind. Das VDE-Zeichen ist dabei ein wichtiges Gütezeichen, auch das GS-Zeichen dient zur Orientierung. Wer hier spart, spart auch hier definitiv an der falschen Stelle.
• Gehören zum Haushalt kleinere Kinder, ist es unbedingt sinnvoll, alle Steckdosen mit Kindersicherungen auszustatten.

siehe auch:
- Äußerer Blitzschutz
- Baustrom
- Baustromverteiler
- Blitzableiter
- Blitzeinschlag
- Blitzschutzanlage
- Elektrostatische Entladung
- Erdung
- Erdungsanlage
- FI-Schalter
- Fundamenterder
- Gewitter
- Innerer Blitzschutz
- IP
- Potentialausgleich
- RAL-RG 678
- Schirmung und Erdung
- Schlitze
- Überspannung