Der Mensch verfügt über fünf Wahrnehmungssinne, wozu auch der überaus wichtige Geruchssinn zählt, der bereits bei der Geburt vollständig ausgereift ist. Erst im Laufe der Jahre allerdings lernt der Mensch, die ihn umgebenden Gerüche, die über die in der Umgebungsluft enthaltenen gasförmigen Substanzen wahrgenommen werden, bestimmten Einflüssen, Dingen oder Gegenständen zuzuordnen. Die Geruchspalette reicht dabei von angenehm über neutral bis unangenehm. Unter »
Hedonik« (von griechisch »hēdonē« = »Lust«, »Freude“«) wird ganz allgemein die Geruchsqualität verstanden. Diese wird auf einer neunstelligen Bewertungsskala eingeordnet, wobei diese von -4 (für unangenehm) über neutral (= 0) bis +4 (angenehm) reicht.
Die menschliche Wahrnehmung des Geruchs und dessen Einordnung ist individuell gefühlsabhängig, aber auch die soziale Herkunft und die Prägung durch die Umwelt beeinflusst die
Hedonik. Allen Menschen gemein ist, dass ein als angenehm empfundener Geruch sich überaus positiv auf das Lebensgefühl auswirkt und stimulierend wirkt (beispielsweise in unserem Kulturkreis der festlich geschmückte Weihnachtstisch mit frischem Gänsebraten), ein als unangenehm oder fremdartig empfundener Geruch dagegen führt zu schlechter Stimmung, der Mensch wird nicht nur nervös, sondern häufig auch aggressiv, ein solcher Geruch kann je nach Intensität sogar den Fluchtinstinkt wecken. Deshalb spielt die
Hedonik z. B. im Automobilbau eine bedeutende Rolle, soll und muss doch der Innenraum eines neuen Autos einen als angenehm empfundenen Geruch verströmen. In Wellnesstempeln, Kaufhäusern, Geschäften,
Hotels usw. ist eine angenehme Geruchswahrnehmung förderlich für das Geschäftsklima und die Konsumfreude der Kunden, weshalb dort oftmals neben hochwertigen und wohlriechenden Naturprodukten (z. B. echtes Leder) entsprechende Duftstoffe eingesetzt werden. In diesen Bereichen spielt daher die
Hedonik eine herausragende Rolle.
Der menschliche Geruchssinn ist im Vergleich zu manchen anderen Säugetieren deutlich geringer ausgeprägt. Aus diesem Grunde werden beispielsweise Hunde (häufig Schäferhunde), die über einen bis zu tausendfach besseren Geruchssinn verfügen, bei der Zollfahndung eingesetzt, um versteckte Gegenstände (Geld, Drogen) in Fahrzeugen oder im Gepäck aufzuspüren. Allgemein gilt, dass das Riechen (die Wahrnehmung geringer und geringster Mengen gasförmiger Substanzen) ein sehr komplexer physiologischer Vorgang ist. Dabei werden die geruchsaktiven flüchtigen Substanzen über die eingeatmete Luft in der Nase bis zur oberen Nasenhöhle vorbeigeführt, wo die dort sich befindlichen Geruchsrezeptoren diesen Geruch in elektrische Impulse umwandeln und diese dann über die Nervenbahnen in das Gehirn weitergeleitet werden. Erst im Gehirn werden diese Signale dann zu einer Wahrnehmung verknüpft, es entsteht ein Geruchseindruck, der hinsichtlich seiner Intensität und
Hedonik ausgewertet wird.
Das Gehirn vergleicht die Geruchswahrnehmung mit bereits bekannten Geruchsmustern und kann somit häufig in kürzester Zeit entscheiden, ob von einem wahrgenommenen Stoff ggf. sogar eine Gefährdung ausgeht und damit ein Fluchtreflex ausgelöst wird. Aus diesem Grunde werden beispielsweise dem in unseren Haushalten (zum Heizen und Kochen) verwendeten, industriell aufbereiteten und dann geruchslosen
Erdgas (die oft enthaltenen Schwefelverbindungen werden herausgefiltert) entsprechende Duftstoffe zugesetzt, die den typischen Gasgeruch erzeugen. Auf diese Weise erst können
Leckagen, die einen Gasaustritt zur Folge haben, auch vom Menschen wahrgenommen werden. Der als unangenehm empfundene Gasgeruch hat in diesem Falle somit eine Alarmfunktion.
siehe auch:
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ADI-Wert
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Erdgas
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Formaldehyd
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Immissionen
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Kohlendioxid
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MAK-Werte
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PAK
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PCB
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PCP
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Raumklima
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Schwefeldioxid
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TA Luft
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TRK-Werte
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Wohngifte