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Griechische Falzziegel

Beim »Griechischen Falzziegel« handelt es sich um einen von Ludowici Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten flachen Falzziegel, dessen Stoßfugen mit speziellen Deckschalen abgedeckt werden. Diese Deckschalen können mit einem runden oder einem dreieckigen Rücken ausgeführt sein. Ludowicis Absicht war die Nachahmung der im antiken Griechenland gebräuchlichen Marmorplatten, die dort auf Tempeldächern aufgelegt und an den Stoßfugen mit zusätzlichen Abdeckplatten überdeckt wurden. Diese in der Antike gebräuchliche Ausführung wurde durch entsprechende Funde belegt.

Der Griechische Falzziegel wird in Reihen neben- und übereinander verlegt, wobei die Falzziegel über angeformte Nasen an die Dachlatten angehängt werden. Die seitlichen Stoßfugen weisen entsprechende Aussparungen auf, in die die mit Zapfen versehenen Deckschalen eingehängt werden, womit sie in der Dachebene fixiert werden. Dadurch sind die Deckschalen auch ausreichend gegen Windbeanspruchungen gesichert, zumal in der älteren Literatur empfohlen wurde, die Zapfen zusätzlich mit einem »Haarkalkmörtel« zu vermörteln.

Die fertige gedeckte Dachfläche ergibt eine sehr markante vertikale Linienführung, die durch unterschiedliche Farbgebung der Griechischen Falzziegel und der Deckschalen noch weiter betont wurde. Dieses sehr selten anzutreffende Dachziegelmodell war besonders für Monumentalgebäude gedacht, so die Vorstellungen von Ludowici. Für diesen Einsatzzweck gab es vergrößerte Dachziegelabmessungen, die mit einem Lattenabstand von 40 cm (statt in der Regel 33 cm) verlegt werden konnten. Der Griechische Falzziegel hat sich jedoch auf dem Markt nicht durchgesetzt und kann daher nur noch an wenigen Objekten wie z.B. in Jockgrim (in Rheinland-Pfalz bei Landau gelegen) besichtigt werden.

siehe auch:
- Biberformen
- Biberschwanz
- Gilardoniziegel
- Dachziegel
- Doppeldeckung
- Einfachdeckung
- Flachdachziegel
- Flachziegel
- Geradschnitt
- Glasurziegel
- Hohlpfannen
- Holzschindeln
- Kronendeckung
- Reetdach
- Riedziegel
- Sechseckschnitt
- Seitenkehleckziegel
- Segmentschnitt
- Splissdeckung
- Strohdockendeckung