Die Kehlbereiche von zwei geneigten und ineinander übergehenden
Dachflächen, die sich bei einspringenden Gebäudeecken ergeben, sind bei Niederschlagsereignissen durch das abfließende
Wasser besonders hoch beansprucht, da sich hier das
Wasser der beiden
Dachebenen sammelt und zur
Traufe abfließt. Seit jeher lässt sich daher gerade bei der Ausbildung der Kehle einer
Dachkonstruktion ablesen, wie die handwerkliche Entwicklung des
Dachdeckerhandwerks vonstatten ging.
Nach dem Übergang von den weichen Bedachungsstoffen (Stroh, Reet) zu den haltbaren
Dachbaustoffen wurden die Kehlen zunächst häufig mit Metallblechen (
Blei, später auch
Zinkbleche) ausgebildet, was jedoch in ästhetischer Hinsicht nicht sonderlich befriedigend war und ist. Bereits die Griechen und Römer entwickelten den
Kehlleistenziegel, der jedoch nach dem Verfall des römischen Reiches in Vergessenheit geriet. Erst viel später entstanden dann mit der Wiederentdeckung bzw. der Weiterentwicklung der
Biberschwanzziegel und der
Falzziegel die »
Kehlziegel«. Den
Kehlziegel (eine veraltete Bezeichnung hierfür lautet »Seichenhäcken«) gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Formen und
Profilierungen, wobei diese jeweils zur Gruppe der Formkehlziegel gezählt werden. Da der
Kehlziegel quasi wie eine in die Kehle integrierte Teil einer
Dachrinne wirkt, wird hierfür gelegentlich auch der Begriff »
Wasserziegel« gebraucht.
Bei allen Kehlformziegeln unterscheidet man zwischen den gleichhüftigen und ungleichhüftigen
Kehlziegelformen. Der gleichhüftige
Kehlziegel wird bei zwei aneinanderstoßenden
Dachflächen mit jeweils identischer Nachneigung verwendet, der ungleichhüftige
Kehlziegel berücksichtigt die unterschiedlichen
Dachneidungen. Da sich die
Dachneigungen deutlich unterscheiden können und dadurch viele Varianten von
Kehlziegeln entstehen können, wird der
Kehlziegel in besonderen Fällen objektbezogen hergestellt, was dann jedoch mit entsprechenden Kosten und einer längeren Lieferzeit verbunden ist. Aus diesem Grunde kommen im Neubaubereich stattdessen häufig Metallblechprofile aus
Titanzink oder
Kupfer zur Anwendung.
Weiterhin wird zwischen untergelegten und eingebundenen Kehlen unterschieden, Die untergelegte Kehle liegt dabei mit ihrer Konstruktion unterhalb der
Dachebene, sie bildet daher einen Absatz zwischen der Oberkante der beiden
Dachebenen und der Oberkante des
Kehlziegels (Beispiel:
Kehlbiberziegel). In diesen Fällen fließt das
Wasser in eine rinnenartig ausgebildete Kehle (auch als
Hohlkehle bezeichnet), die häufig aus Metallblechen gebildet wird, aber aus ästhetischen Gründen nicht immer gewünscht ist. Bei der eingebundenen Kehle befinden sich die Oberkanten der
Dachflächen und der Kehle jeweils in einer Ebene, es gibt damit keinen Höhenabsatz bzw. Höhenversprung, der Übergang ist aus der Entfernung damit optisch kaum wahrnehmbar.
siehe auch:
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Ausspitzer
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Biberschwanz
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Dachbruchziegel
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Eckenziegel
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Einspitzer
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Firstübergangsziegel
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Fischschwanzziegel
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Gehrenziegel
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Geteilte und verdeckte Hohlkehle
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Gierenziegel
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Halbziegel
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Herzwasserziegel
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Hohlkehlenanschluss
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Imbrex
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Kehlbiberziegel
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Kehlfirstdachübergangsziegel
- Kehlenanschlussziegel
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Kehlganzziegel
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Kehlleistenziegel
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Konische Kehlziegel
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Ortgang-Kehlziegel
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Seitenkehleckziegel
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Seitenkehlziegel
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Tegula
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Wandkehlziegel