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Kehlleistenziegel

Sowohl bei den Griechen als auch bei den Römern war der nach heutigen Maßstäben vergleichsweise sehr großformatige »Kehlleistenziegel« ein probates Mittel, um die Kehlbereiche, die sich im Übergangsbereich von zwei zusammentreffenden Dachflächen ergeben, sowohl optisch als auch technisch einwandfrei auszubilden. Der heute nicht mehr verfügbare Kehlleistenziegel (lateinisch »Tegulae colliciarum«) ist ein spezieller, im Grundriss rautenförmiger und in der Kehllinie gebogener Formdachziegel, der zur Gruppe der antiken Leistenziegel zählt. An den beiden unteren Seiten ist jeweils ein aufgebogener Rand und an den beiden oberen Seiten jeweils eine Abkantung vorhanden, mit der der Kehlleistenziegel in die Lattung eingehängt werden konnte.

Aufgrund der Größe der Kehlleistenziegel (dadurch ergab sich naturgemäß auch ein großes Gewicht) und der mit Röhrenziegeln abgedeckten Übergangsbereiche waren die Kehlen auch ohne Verwendung von Metallblechen (z.B. Blei) sehr gut abgedichtet, außerdem war die sich ergebende Wasserrinne im Bereich der Kehle groß genug, um auch stärkere Niederschläge zielsicher und schnell von den Dachflächen abzuführen.

siehe auch:
- Ausspitzer
- Biberschwanz
- Dachbruchziegel
- Eckenziegel
- Einspitzer
- Firstübergangsziegel
- Fischschwanzziegel
- Gehrenziegel
- Gierenziegel
- Halbziegel
- Imbrex
- Kehlbiberziegel
- Kehlfirstdachübergangsziegel
- Kehlganzziegel
- Kehlziegel
- Konische Kehlziegel
- Seitenkehleckziegel
- Seitenkehlziegel
- Tegula
- Wandkehlziegel