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Kehlbiberziegel

Mit Biberschwanzziegeln eingedeckte Dächer ergeben ein harmonisches Erscheinungsbild. Ist der Gebäudegrundriss winklig oder ragen Dachaufbauten wie Gauben aus der Dachebene hervor, müssen die dabei entstehenden Kehlbereiche ebenfalls dauerhaft abgedichtet werden. Entweder kommen hier andere Dacheindeckungsmaterialien wie z.B. Blechprofile (was jedoch die Ästhetik der Dachfläche ungünstig beeinflussen kann) oder spezielle »Kehlbiberziegel« zum Einsatz, die den übrigen Biberschwanzziegeln hinsichtlich ihrer Form ähneln und aus dem gleichen Material und in der gleichen Farbe hergestellt werden. Mit Kehlbiberziegeln wird die sich ergebende Kehle zwischen zwei aufeinander treffende Dachflächen eingedeckt. Damit diese zum einen dauerhaft funktionsfähig und zum anderen auch optisch ansprechend wird, bedarf es eines versierten Dachdeckers, denn die Herstellung einer mit Kehlbiberziegeln eingedeckten Kehle ist eine anspruchsvolle Handwerksarbeit.

Kehlbiberziegel können auch aus dem Normalbiber hergestellt werden, indem diese vor Ort vom Dachdecker passend zugeschnitten werden, was zumindest bei der Materialbeschaffung keine höheren Kosten verursacht, allerdings etwas mehr Zeit benötigt. Da Biberschwanzziegel in mindestens zwei überlappenden und dabei seitlich versetzten Lagen verlegt werden, ergeben sich unterschiedliche geometrische Formen für die Kehlbiberziegel. Der so genannte »Einspitzer« wird auf der Seite der Kehllinie zugeschnitten, der »Ausspitzer« auf der davon abgewandten Seite (vgl. Abb.). Eine weitere Unterteilung ergibt sich aus der Lage des Ein- bzw. Ausspitzers, da sie jeweils einmal links und einmal rechts von der Kehllinie angeordnet werden müssen. In der Ziegelreihe, die auf beiden Seiten der Kehle unterhalb der aufliegenden Biberschwanzdeckung angeordnet ist, kommen so genannte »Unterläufer« oder auch »Unterlaufziegel« zum Einsatz.

Werden Normalbiber im Kehlbereich auf die passende Form zugeschnitten, ergeben sich daraus teilweise relativ kleinformatige Kehlbiberziegel. Um dies zu vermeiden, sind größere Sonderformate für diese Biberziegel erhältlich, die breiter und/oder länger als die Normalbiber sind und nach dem Zuschnitt dann immer noch eine praktikable Größe aufweisen. Auf Wunsch sind auch gebogene und/oder bereits beigeschärfte Kehlbiberziegel erhältlich. Der »Schwenkziegel« und auch der »Kehlganzziegel« sind weitere Varianten des Kehlbiberziegels.

siehe auch:
- Ausspitzer
- Biberschwanz
- Dachbruchziegel
- Eckenziegel
- Einspitzer
- Firstübergangsziegel
- Fischschwanzziegel
- Gehrenziegel
- Gierenziegel
- Halbziegel
- Herzwasserziegel
- Kehlganzziegel
- Konische Kehlziegel
- Konkavziegel
- Konvexziegel
- Mönch und Nonne
- Seitenkehleckziegel
- Seitenkehlziegel
- Wandkehlziegel