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Fugenkelle

Mörtelfugen im sichtbar bleibenden Mauerwerk (Sichtmauerwerk) müssen nicht nur Anforderungen in Bezug auf die Kraftübertragung zwischen den Mauersteinen erfüllen, sie müssen auch verhindern, dass Feuchtigkeit in die Fugen eindringt und es dem Wasser somit ermöglicht wird, das Gefüge bei Frosteinwirkungen oder durch Auswaschungen zu zerstören. Die »Fugenkelle« ist das prädestinierte Werkzeug zur fachgerechten Herstellung der Dickbett-Mörtelfugen bei Sichtmauerwerk (meist Klinkermauerwerk). Eine weitere Bezeichnung für Fugenkelle ist »Fugeisen«. Die Fugenkelle zeichnet sich durch die bis etwa 30 cm lange und vergleichsweise schmale Blattform (meist 10 oder 12 mm) aus. Das Blatt besteht aus biegsamem Stahl, bei besseren Fugenkellen aus Gründen des Korrosionsschutzes aus Edelstahl. Der Griff besteht in der Regel aus Holz.

Da die Mörtelfugen unterschiedlich breit ausgeführt werden können, müssen auch die Blattbreiten der Fugenkellen entsprechend abgestimmt sein. Diese reichen von 8 mm bis zu höchstens 50 mm, wobei üblicherweise Fugenbreiten von 12 mm ausgeführt werden, da wesentlich größere Fugenbreiten aus statisch-konstruktiven Gründen nach Möglichkeit vermieden werden sollten. Mit der Fugenkelle können aber auch andere Risse, Spalten oder Hohlräume mit Mörtel verpresst werden.

Bei Sichtmauerwerk wird der Mauermörtel des ansonsten fertig hergestellten Mauwerks bis auf eine Tiefe von etwa 15 mm wieder ausgekratzt, um dem oberflächennahen Fugenmörtel genügend Raum zur Haftung und Abdichtung zu geben. Der Fugenmörtel kann farblich auf die gewünschte Gestaltung abgestimmt werden, die Hersteller liefern entsprechend vorkonfektionierte Trockenmörtel. Zur Verfugung der jeweiligen Mörtelfuge wird mit beiden Händen gearbeitet. Mit der einen Hand wird der auf einer Glättkelle aufgehäufte, erdfeuchte Mörtelvorrat in Höhe der Unterkante der Fuge gehalten, während mit der anderen Hand unter Zuhilfenahme der Fugenkelle der Mörtel portionsweise und kräftig in die Fuge bzw. den Hohlraum eingedrückt wird. Mit der Fugenkelle wird der Mörtel verdichtet und anschließend glatt gestrichen. Es ist darauf zu achten, dass keine Hohlräume in der Mörtelfuge verbleiben. Auf diese Weise können auch längere Fugen vergleichsweise „einfach“ und sauber verfugt werden. Bei allen sichtbar bleibenden Mörtelfugen sollten diese Arbeiten unbedingt dem versierten und qualifizierten Handwerker überlassen werden, damit die Fugen auch längerfristig uneingeschränkt funktionsfähig bleiben.

siehe auch:
- Berner Putzkelle
- Berliner Mauerstecherkelle
- Dechsel
- Fugenglattstrich
- Fugenverstrich
- Fummeleisen
- Grundputz
- Hamburger Spitzkelle
- Hammer
- Kartätsche
- Katzenzungenkelle
- Knüpfel
- Quast
- Schlauchwasserwaage
- Stuckateureisen
- Traufel
- Trockenputz