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Aufstellfläche

Im Falle eines Brandereignisses muss die Feuerwehr nicht nur möglichst schnell an der Brandstelle eintreffen, dort müssen je nach Größe des Gebäudes und der Möglichkeiten der Zuwegungen auch ausreichende Aufstellplätze für die Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung stehen. Diese »Aufstellflächen« müssen im Grundriss bestimmten Mindestabmessungen entsprechen, zudem sind diese Flächen permanent freizuhalten und dürfen auch nicht durch andere parkende Fahrzeuge oder ähnliches zugestellt werden.

Aufstellflächen sind nicht überbaute, befestigte Flächen auf dem Grundstück, die mit öffentlichen Verkehrsflächen direkt oder über Feuerwehrzufahrten in Verbindung stehen. Aufstellflächen dienen dem Einsatz von Hubrettungsfahrzeugen der Feuerwehr. Die Aufstellflächen sind so am Gebäude anzuordnen, dass alle zum Retten von Personen notwendigen Fenster/Loggien bzw. Balkone von Hubrettungsfahrzeugen erreicht werden können.

Die Aufstellfläche muss so befestigt werden, dass sie einem Auflagedruck (Bodenpressung) von mindestens 800 kN/m² standhält. Befinden sich Aufstellflächen über baulichen Anlagen (z.B. Hofkellern, Tiefgaragen u.ä.), so sind diese Decken für die Brückenklasse 30 (d.h. eine Nutzlast von 30 Tonnen schweren Fahrzeugen) zu bemessen. Die Aufstellflächen für Hubrettungsfahrzeuge der Feuerwehr müssen in einer Ebene liegen und dürfen in keiner Richtung mehr als 5 % geneigt sein.

Der dem Gebäude zugekehrte Rand der Aufstellfläche muss von der anzuleiternden Außenwand einen Abstand von mindestens 3 m und höchstens 9 m haben. Die Breite der befestigten Aufstellfläche muss das Aufstellen eines Hubrettungsfahrzeuges der Feuerwehr ermöglichen, jedoch mindestens 3,5 m betragen. Entlang der Aufstellfläche muss auf der dem Gebäude abgewandten Seite ein mindestens 3 m breiter Geländestreifen ohne feste Hindernisse frei bleiben. Ist die Aufstellfläche breiter als 3,5 m, so verringert sich die Breite des freizuhaltenden Geländestreifens um das halbe Maß der Verbreiterung der Aufstellfläche.

Die Regelungen zu den Aufstellflächen für die Feuerwehr sind in der jeweiligen Landesbauordnung enthalten, weitere Hinweise hierzu finden sich in der Norm DIN 14090:2003-05, die den Titel »Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken« trägt. Durch den Föderalismusunsinn im Bauordnungsrecht ist es als zwangsläufig anzusehen, dass es in den Bundesländern durchaus deutlich unterschiedliche Regelungen (nicht nur) zu den Aufstellflächen gibt, daher können die hier gemachten Angaben nur unverbindlich sein. Aus diesem Grunde ist es für ein konkretes Bauvorhaben in Abhängigkeit von dessen Größe erforderlich, einen ausgewiesenen Fachmann für vorbeugenden Brandschutz hinzuzuziehen, aber auch die Brandschutzdienststellen der zuständigen Bauaufsichtsbehörden sind geeignete Ansprechpartner in allen Fragen des vorbeugenden Brandschutzes.

siehe auch:
- Backdraft
- Brandbekämpfungsabschnitt
- Brandentwicklung
- Feuer
- Feuerlöscher
- Feuerwehr
- Feuerwehrfläche
- Flächen für die Feuerwehr
- Flashover
- Fluchttreppe
- Flucht- und Rettungsplan
- Rauchentstehung
- Rauchentwicklung
- Rauchmelder
- Rauchvolumen
- Sprinkleranlage
- Vorbeugender Brandschutz
- Zweiter Rettungsweg