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Verzug

Im Bauwesen versteht man unter einem »Verzug« zuerst eine rechtswidrige Verzögerung der Leistung durch den Auftragnehmer (Bauunternehmer), d.h. durch den Schuldner. Ein Verzug kann beispielsweise entstehen, wenn die Rohbauarbeiten nicht in der vereinbarten Zeitspanne ausgeführt werden, weil vom Bauunternehmer noch eine weitere Baustelle an einem anderen Ort eingerichtet worden ist, obwohl die Kapazitäten hierfür nicht vorhanden sind.

Verzug liegt also immer dann vor, wenn nach Fälligkeit trotz Mahnung mit einhergehender Fristsetzung die vereinbarte Leistung in der vorgesehenen Zeit nicht erbracht wird und der Auftragnehmer die Verzögerung zu vertreten hat, d. h. ihn ein Verschulden hieran trifft. Der Verzug begründet einen Anspruch auf Schadensersatz und ggf. Leistungsablehnung bzw. Rücktrittsrecht. Höhere Gewalt wie z. B. Hochwasser oder früh einsetzendes bzw. lang anhaltendes Winterwetter, bei denen bestimmte Bauarbeiten nicht möglich sind, berechtigen allerdings nicht zur Geltendmachung eines Verzugs.

Im Bergbau versteht man unter einem Verzug die Sicherung eines Bergwerkstollens zwischen den in Reihe angeordneten Türstockzimmerungen (diese werden auch als »Baue« bezeichnet) durch besäumte oder unbesäumte Bretter. Durch die Verbauung der Zwischenbereiche zwischen den Stempeln und Kappen wird verhindert, dass loses Geröll oder Steine aus den umgebenden Gesteinsschichten in den Stollen herabstürzen oder von der Seite hereinbrechen. Als Material für den Verzug kommen neben Brettern und Bohlen auch Grubenschwarten, Knüppel oder Spitzen (ein spezielles Bergbausortiment nach DIN 21317:1987-06 „Grubenrundholz; Knüppel, Spitzen“, inzwischen nahezu bedeutungslos geworden) zum Einsatz, inzwischen jedoch zunehmend Stahlbleche oder auch Stahlmatten (Bewehrungsmatten).

siehe auch:
- Baustopp
- Rechtsmittelbelehrung
- Stempeldruck
- Türstockzimmerung
- Unwissenheit
- Vertragsstrafenobergrenze
- Verweigerung
- VOB
- Vorhaltekosten
- Vorhaltezeit