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Schwinden und Kriechen

Als »Schwinden« bezeichnet man die Volumenverringerung von Zementstein bzw. zementgebundenen Massen (z.B. Beton, Mörtel) infolge von Austrocknung.

Das Schwindmaß und der Schwindverlauf sind in erster Linie vom Wasser-Zement-Wert (Verhältnis von Wasser- zur Zementmenge) und von der Luftfeuchtigkeit abhängig. dagegen ist der Einfluss der Mahlfeinheit des Zementes auf das Schwinden größerer Betonkonstruktionen vernachlässigbar klein.

Bei großflächigen Bauteilen, die gegen Austrocknen und damit Schwinden besonders empfindlich sind (z.B. dünne Platten, Estriche) bieten Zemente mit sehr langsamer oder sehr schneller Erhärtung eine geringere Sicherheit gegen Schwindrisse. Für diese Zwecke eignen sich nicht zu fein gemahlene Zemente der Festigkeitsklassen Z 35 und Z 45.

Unter »Kriechen« versteht man die plastische Verformung des Zementsteins unter Dauerlast, d.h. das Volumen der zementgebundenen Massen verringert sich unter Belastung.

Der Zement mit der größten Festigkeit zur Zeit der Belastung führt im Zementstein zum geringsten Kriechmaß bzw. bei gleichem Kriechmaß kann ein schnell erhärtender Zement früher belastet werden.

Bei jungem Beton können sowohl Schwindvorgänge als auch Kriechvorgänge zu entsprechenden Volumenveränderungen führen, da diese beiden Vorgänge gleichzeitig auftreten. Daher spricht man in der Praxis meist von »Schwinden und Kriechen« des Betons.

siehe auch:
- Bluten
- Hydratation
- Kalk
- Portlandzement
- Rissbildung im Beton
- Rissbreitenschablone
- Rissinjektion
- Zement
- Zuschlag