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Illusionsmalerei

Die Illusionsmalerei ist ein besonderes Stilmittel der Scheinarchitektur, um beispielsweise großflächige, ansonsten eintönige Fassaden mit Hilfe von perspektivischen bildlichen Darstellungen optisch aufzuwerten. Hiermit werden dem flüchtigen Betrachter bauliche Elemente vorgetäuscht, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind. Besonders wirkungsvoll ist die Illusionsmalerei dann, wenn bei der Maltechnik die Fluchtpunktperspektive gewählt wird, um so auch noch eine räumliche Tiefe vorzutäuschen.

 

Insbesondere im Zeitalter des Barock war die Illusionsmalerei ein beliebtes Stilmittel der architektonischen Gestaltung z. B. von Kirchengewölben oder größeren Wandflächen. Ein sehr beeindruckendes Beispiel für eine sehr gelungene Illusionsmalerei findet sich in der Residenz zu Würzburg, wo der italienische Künstler Giovanni Battista Tiepolo in den Jahren 1750-1753 das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt erschuf. Auch Leonardo da Vinci und Michelangelo zählen zu den größten Meistern der Illusionsmalerei.

 

Die moderne Illusionsmalerei stellt vielfach Fassadenelemente wie Fenster, Türen oder Bauelemente wie Fachwerke dar, die gar nicht vorhanden sind. Auch können ganze Szenen mit Menschen und Tieren auf eine oder auch mehrere Fassadenflächen aufgemalt sein, die ein reges und belebtes Straßenbild darstellen und so die Illusionsmalerei perfektionieren. Um eine gelungene Illusionsmalerei zu erhalten, müssen nicht nur die grundsätzlichen handwerklichen Fähigkeiten beherrscht werden (Mörtel- und Maltechniken sowie die zu verwendenden Farben und Werkzeuge), der Illusionsmaler muss auch über gute künstlerische Fähigkeiten und über ein ausgeprägtes Gefühl für Ästhetik und Harmonie verfügen. Dieses Können zeigt sich dann in Form einer gelungenen Illusion auf einer vorher vielleicht öden Fassadenfläche, wodurch auch das Gebäude selbst deutlich gewinnt.

 

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