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Rahmen

Im Bauwesen wird der Begriff »Rahmen« für verschiedene Bereiche verwendet, meist auch in Verbindung mit einer beschreibenden Namensergänzung, z.B. Fensterrahmen, Türrahmen, Bilderrahmen usw.

Mit Rahmen bezeichnet man in erster Linie das statische Tragsystem von Stabzügen mit wenigstens einer biegesteifen Ecke. Unterschieden werden weiterhin ebene Rahmen und räumliche Rahmen. In vielen Hallentragwerken finden sich ebene Rahmen, die aus Brettschichtholz, Stahl oder auch Stahlbeton bestehen können. In vielen Reithallen findet man beispielsweise Zwei- oder Dreigelenkrahmen aus Brettschichtholz, die aufgrund ihrer guten Tragfähigkeit bei relativ geringem Eigengewicht und moderaten Kosten bevorzugt Verwendung finden. Im Bereich der Traufen sind die Rahmenecken biegesteif ausgebildet, wobei hier entweder Dübelkränze oder Keilverzinkungen ausgeführt werden. Im Bereich des Firsts sind die beiden Rahmenhälften in der Regel über eine Stahlkonstruktion gelenkig miteinander verbunden (beim Dreigelenkrahmen), beim Zweigelenkrahmen ist der Firstpunkt ebenfalls biegesteif ausgebildet. Die Fußpunkte sind bei beiden Rahmensystemen ebenfalls gelenkig ausgebildet, wobei auch diese Gelenke üblicherweise aus einer Stahlkonstruktion bestehen.

Größere ebene Rahmen oder auch räumliche Rahmen bestehen aus Stahlprofilen oder aus Stahlbeton, wobei die jeweiligen Ecken, die als Knoten bezeichnet werden, untereinander meist biegesteif ausgebildet werden. Bei Stahl bestehen diese biegesteifen Verbindungen entweder aus Schweißverbindungen oder aus an die Stahlprofile angeschweißten Kopfplatten, die dann untereinander verschraubt werden. Bei Stahlbeton werden die Knotenverbindungen jeweils biegesteif bewehrt. Die Skelettbauweise unterscheidet sich von der Rahmenbauweise dadurch, dass die Knotenpunkte gelenkig ausgebildet sind (Konsolen, Ausklinkungen).

In der Holzverarbeitung bezeichnet man als Rahmen Schnitthölzer aus Nadelholz auf der Grundlage der »Tegernseer Gebräuche«, wobei der Rahmen eine Fläche von mindestens 32 cm² je Rechteckquerschnitt aufweist. Aus einem Stamm werden mindestens vier Rahmen erzeugt, üblicherweise aber sechs (vgl. Abb.). Der Rahmen unterscheidet sich vom Kreuzholz dadurch, dass beim Kreuzholz exakt vier Kanthölzer im Kreuzschnitt herausgesägt werden. Die Gütebedingungen, die in den Tegernseer Gebräuchen festgelegt sind, unterscheiden sich allerdings nicht voneinander.

siehe auch:
- Bohle
- BS-Holz
- Fachwerk
- Furniere
- Holzwerkstoffe
- Keloholz
- Keilzinkung
- Kreuzholz
- Microllam
- Multiplex
- Rifts
- Säumlinge
- Schnittholz
- Skelettbauweise
- Sperrholz
- Spiegelbohlen
- Stabsperrholz
- Tegernseer Gebräuche
- Trio-Balken
- Verformungen
- Voute