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Hochfeuerhemmend

Der Flughafenbrand von Düsseldorf im Jahre 1996 hat gezeigt, dass vorbeugende Maßnahmen gegen die Auswirkungen von Bränden ein unverzichtbarer Bestandteil von Gebäuden sind. Dies gilt nicht nur für Neubauten, sondern zunehmend auch für bestehende Altbauten. Gerade bei Gebäuden, die selbst oder deren Inventar historisch wertvoll sind, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung von Bränden entweder zu verhindern oder doch zumindest so weit zu verzögern, dass Rettungsmaßnahmen durchgeführt werden können. Im baurechtlichen Sinne steht an erster Stelle der Schutz und die Rettung von Leben und nicht die Erhaltung des Bauwerks oder Gebäudes. Weitergehende Brandschutzmaßnahmen zum Schutz und zum Erhalt des Gebäudes können z.B. aus Denkmalschutzgründen oder aufgrund der darin befindlichen Kulturgüter (Stichwort: Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar mit bedeutenden und überwiegend äußerst wertvollen Büchern) gefordert werden.

Je nach Größe und Nutzung des Gebäudes müssen dessen Bauteile so beschaffen sein, dass die wesentlichen Tragwerke einer in den Bauordnungen bzw. den begleitenden Normen und Regelwerken definierten Mindestdauer einem Brandereignis widerstehen. Diese Zeitspanne wird als »Feuerwiderstandsdauer« bezeichnet. Die Feuerwiderstandsdauer von z.B. 60 Minuten wird als »F 60« bezeichnet und bedeutet, dass das so ausgeführte Bauteil mindestens 60 Minuten lang einem »Normbrand« standhält, ohne seine Tragfähigkeit oder seine Schutzfunktion für das ummantelte bzw. abgeschlossene Bauteil vollständig zu verlieren.

Ein Bauteil wird als »Hochfeuerhemmend« bezeichnet, wenn es bei der Brandprüfung seine Tragfähigkeit und/oder seinen Raumabschluss für die Dauer von mindestens 60 Minuten beibehält. Die Brandprüfung erfolgt dabei nach der Norm DIN 4102 (Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen) oder nach DIN EN 1363-1 (Feuerwiderstandsprüfungen). Hochfeuerhemmende Bauteile können in den wesentlichen Teilen aus brennbaren Baustoffen (z.B. Holz) bestehen, dürfen jedoch ausschließlich Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Baustoffen (z.B. Steinwolle, Mineralwolle oder Foamglas) aufweisen und müssen eine brandschutztechnisch wirksame Bekleidung aus ebenfalls nichtbrennbaren Baustoffen (z.B. Gipskartonplatten) haben. Die Kurzbezeichnung nach DIN 4102-2 lautet F 60. Dieser Normenteil aus dem Jahre 1977 trägt den Titel »Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen« sowie den Untertitel »Begriffe, Anforderungen und Prüfungen«. Die Prüfung von Brandschutzbekleidungen wiederum erfolgt inzwischen aufgrund der »europäischen Harmonisierung« nach der europäischen Norm DIN EN 14135, die gleichzeitig als Deutsche Norm eingeführt ist.

siehe auch:
- Backdraft
- Brandentwicklung
- Brandlast
- Brandschutz - Existenzsicherung
- Brandursachen
- Brandwand
- Feuerwiderstandsdauer
- Flashover
- Gebäudeklassen
- Rettungsweg
- Zweiter Rettungsweg