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VOC

Die Abkürzung »VOC« steht für die englischen Begriffe »Volatile organic compunds«, was übersetzt soviel heißt wie »flüchtige organische Verbindungen« oder »flüchtige organische Substanzen«. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung für organische, also kohlenstoffhaltige Stoffe, die leicht verdampfen, mithin flüchtig sind und als Gas bei niedrigen Temperaturen, z.B. Raumtemperaturen, vorliegen.

VOCs werden von vielen Stoffen, die in Gebäuden verarbeitet oder eingebracht werden, abgesondert. Solche Stoffe sind z.B. Kleber, Reinigungsmittel, Anstriche und einige Baustoffe wie z.B. Spanplatten, aber auch von Bürogeräten einschließlich Druckern, Kopierern und anderem Zubehör werden VOCs abgesondert. Je neuwertiger die genannten Stoffe sind, desto höher sind in der Regel auch die Konzentrationen in geschlossenen Räumen, wobei die Innenraum-Luftqualität weiterhin von den zusätzlich dort verwendeten chemischen Beimischungen abhängt. Dieses Phänomen kennt jeder, der einmal in ein neues Auto eingestiegen ist; die dort verarbeiteten Stoffe (eine Mixtur von Klebern, Kunststoffen und Teppichen) strömen einen meist intensiven und typischen Neuwagenduft aus. Neuwertige Werkstoffe sind instabil und sondern Gase ab, eben die genannten VOCs. Diese flüchtigen organischen Verbindungen können ggf. kurz wie lang anhaltende gesundheitliche Wirkungen haben. Deshalb sollten neu bezogene Wohnungen oder Wohnungen, in die neue Möbel hineingestellt wurden, möglichst gut gelüftet werden.

Da es sich um zunehmend komplexere Zusammenhänge bei der Mischung der verschiedenen Stoffe handelt, beschäftigen sich entsprechend spezialisierte Chemiker mit dieser »Produkt-Lebenszyklus-Analyse«. Die Fachleute versuchen, die aus den Materialien ausgasenden Inhaltstoffe zu entschlüsseln und das Zusammenwirken der verschiedenen Substanzen mitsamt den Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu klären. Die Werkstoffchemie ist eine der kritischen Komponenten dieser Analyse. Zur Produkt-Lebenszyklus-Analyse zählen weiterhin die Auswahl der Materialien, die Herstellung und der Transport, der Gebrauch der daraus hergestellten Gegenstände sowie zum Ende der Nutzungsdauer die fachgerechte Entsorgung oder Verwertung. Auch hierzu gibt es eine Norm, es handelt sich um die ISO 14040, wobei diese von der Internationalen Organisation für Standardisierung herausgegeben worden ist. Dort sind die Rahmenbedingungen für die Produkt-Lebenszyklus-Analyse vorgegeben. Mit Hilfe dieser Norm können die Auswirkungen von Produkten auf die Umwelt überprüft werden.

Die deutschen (Büro-)Möbelhersteller haben sich übereinstimmend dazu verpflichtet, nur noch Spanplatten zu verwenden, die mindestens der Emissionsklasse E1 entsprechen. Inwieweit sich ausländische Hersteller an diese Verpflichtung halten, ist von hier naturgemäß schwer zu beurteilen, insbesondere wenn es sich um ausgesprochene „Billigangebote“ handelt..

siehe auch:
- Altlasten
- Asbest
- BGR 128
- Emissionen
- Emissionsklassen
- FCKW
- Krebserzeugende Stoffe
- Mineralwolle
- PAK
- PCB
- PCP
- PVC
- SiGeKo
- TA Luft
- Teer
- Thiokol
- TRGS
- TRK-Werte
- UVV
- Xylamon