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KMB

Zur fachgerechten Abdichtung von erdberührten Kellerwänden stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Eine dieser Möglichkeiten ist die Abdichtung mit einer so genannten »KMB«, wobei die Abkürzung »KMB« »Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung« bedeutet. Maßgebend ist die Normenreihe DIN 18195, dort finden sich entsprechende Verarbeitungs- und Ausführungsanweisungen. In Teil 4 von DIN 18195 heißt es beispielsweise in Abschnitt 7.3.3:

„Die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung nach Tabelle 9 von DIN 18195-2: 2000-08, ist in zwei Arbeitsgängen aufzubringen. Die Aufträge können frisch in frisch erfolgen. Die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung muss eine zusammenhängende Schicht ergeben, die auf dem Untergrund haftet. Die Trockenschichtdicke muss mindestens 3 mm betragen. Das Aufbringen der Schutzschicht darf erst nach ausreichender Trocknung der Abdichtung erfolgen.“

Die allgemeine Entwicklung im modernen Hochbau läuft auf eine hochwertige Nutzung von Kellerräumen mit erhöhten Anforderungen an die Trockenheit der Bauteiloberflächen und der Raumluft hinaus. In sehr vielen Fällen ist es dann bauphysikalisch sinnvoll und bautechnisch nahe liegend, das für die weiteren Geschosse verwendete Mauerwerk auch im Kellergeschoss einzusetzen. Die erdberührten Mauerwerkswände benötigen dann eine Abdichtung; im Sockelbereich zumindest zusätzliche, vor Feuchte schützende Maßnahmen. Bauwerksabdichtungen sind demnach für Mauerwerk im erdberührten Bereich notwendig, wenn:

• nur durch die Abdichtung die beabsichtigte Nutzung der Räume im Gebäudeinneren ermöglicht wird,
• die Bauteile selbst durch Abdichtungen vor Schäden geschützt werden müssen.

Untersuchungen an Bauwerksabdichtungen zeigen, dass eine sorgfältige Planung die wichtigste Voraussetzung für eine funktionstüchtige Abdichtung ist. So sollten stark verwinkelte Untergründe mit Auskragungen und einbindenden Bauteilen, häufige Materialwechsel oder die ungünstige Lage von Abschlüssen, Dehnfugen und Durchdringungen (z.B. Rohrdurchführungen für Wasser und Abwasser) als mögliche Ursachen für nicht dauerhaft funktionsfähige Abdichtungen schon im Planungsprozess ausgeschlossen werden. DIN 18195 stellt daher in Teil 1 allen weiteren Regelungen folgenden Grundsatz voran:

„Wirkung und Bestand einer Bauwerksabdichtung hängen nicht nur von ihrer fachgerechten Planung und Ausführung ab, sondern auch von der abdichtungstechnisch zweckmäßigen Planung, Dimensionierung und Ausführung des Bauwerks und seiner Teile, auf die die Abdichtung aufgebracht wird.“

Die fachgerechte Herstellung einer Abdichtung sollte unbedingt dem ausgewiesenen Fachmann überlassen bleiben. Es macht absolut keinen Sinn, hier an der falschen Stelle zu sparen und auf »Billigheimer« (womöglich sogar noch Schwarzarbeiter) zu vertrauen; schließlich arbeiten diese getreu dem Motto: »Willst Du Geld verdienen auf dem Bau, musst Du pfuschen wie ne´ Sau!«. Die Kosten für eine ordnungsgemäße Kellerabdichtung betragen beim üblichen Ein- und Zweifamilienhaus etwa 1 % der Gesamtbaukosten, eine nachträgliche Sanierung ungleich mehr. Statistische Untersuchungen belegen, dass etwa 15 % aller Baumängel auf das Konto „Fehlerhafte Kellerabdichtung“ gehen, die Kosten für eine nachträgliche Instandsetzung sich aber schnell in einer Größenordnung von 20 % und mehr, bezogen auf die ursprünglichen Gesamtbaukosten, bewegen. Diese Sanierungskosten fallen also zusätzlich an!

siehe auch:
- Bauwerksabdichtung
- Bodenfeuchte
- Dränage
- Hohlkehle
- Horizontale Abdichtung
- Kellerabdichtung
- Mauerwerkssperre
- Perimeterdämmung
- Pordränplatten
- Schichtwasser
- Schimmel
- Sickerwasser
- Stauwasser
- Vertikale Abdichtung