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Energieverbrauch

Nach den Gesetzen der Thermodynamik kann Energie nicht verbraucht werden, vielmehr wird sie beim Betrieb von technischen Anlagen oder während eines Verbrennungsprozesses in Arbeit bzw. Abwärme umgewandelt. Daher ist der vielfach verwendete umgangssprachliche Begriff »Energieverbrauch« aus technischer Sicht nicht korrekt, vielmehr wird er synonym für »Energiebedarf« verwendet. Nicht nur Maschinen und Kraftfahrzeuge benötigen Energie (z.B. in Form von Strom, Benzin, Heizöl usw.), damit sie ihre Funktion erfüllen können, sondern auch die Lebewesen, deren Grundumsatz man ebenfalls als Energieverbrauch bezeichnet.

Im Laufe der menschlichen Entwicklung hat der Energiebedarf weltweit stetig zugenommen, wobei der Anstieg in den letzten Jahrzehnten überproportional stark war und immer noch ist. Neben den fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle wird Energie zwar zunehmend aus erneuerbaren Energiequellen (Wasser, Wind, Solarthermie) gewonnen, dies führt jedoch noch immer nicht zu einer spürbaren Absenkung des CO2-Ausstoßes, da insbesondere die aufstrebenden Wirtschaften in China und Indien überproportional mehr Energie „verbrauchen“. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger werden klimabeeinflussende Treibhausgase (CO2, Methan, Lachgas) freigesetzt mit der Folge, dass sich langfristig die globale Durchschnittstemperatur erhöhen wird. Die Folgen zeichnen sich bereits heute ab. Die Starkregenereignisse nehmen zu, Gletscher und Pole schmelzen immer schneller ab, der Meeresspiegel wird so weit ansteigen, dass viele flache Küstenstreifen überflutet werden. Daher wird es immer dringender, entsprechende Klimaschutzmaßnahmen zu forcieren, um den Energieverbrauch zu reduzieren und die Gefahr einer Energiekrise abzumindern.

Allein in Deutschland ist gemäß den Untersuchungen der »Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.« (»AGEB«) der Energieverbrauch im Jahre 2006 gegenüber dem Vorjahr um etwa 1,2 % auf 493,6 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (Mio. t SKE) angestiegen. Dieser Zuwachs entspricht 14.464 Petajoule (PJ) {Peta (Kurzzeichen »P«) leitet sich aus dem griechischen »penta« für »fünf« ab und wird bei wissenschaftlich-technischen Größen als Einheitenvorsatz für eine Billiarde (1000^5 = 10^15) verwendet}.

Der milde Winter des Jahres 2006/2007 bremst den weiteren Zuwachs voraussichtlich deutlich ab, auch das hohe Preisniveau für Heizöl und Erdgas wirkt sich dämpfend auf den Energieverbrauch aus. In Deutschland ist das Mineralöl mit einem Anteil von über 35 % nach wie vor der wichtigste Energieträger, der so schnell nicht durch andere umweltschonendere Energieträger ersetzt werden kann. Bei der Verbrennung von Erdgas wird weniger CO2 freigesetzt, so dass dieser Energieträger als weniger umweltbeeinflussend gilt. Der Verbrauch von Erdgas nahm von 2005 auf 2006 um 1,5 % auf 112,6 Mio. t SKE zu, wobei eine verstärkte Zunahme von etwa 4 % bei der Stromerzeugung bilanziert wurde.

Auch der Verbrauch von Steinkohlen stieg um ca. 1,7 % auf 64,0 Mio. t SKE, was auf die erhöhte Nachfrage seitens der Stahlindustrie und bei den Stromerzeugern zurückzuführen ist. Lediglich der Braunkohlenverbrauch fiel gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % auf 53,7 Mio. t SKE. Offensichtlich wurde die Braunkohle bei den Stromerzeugern durch Steinkohle substituiert. Der Anteil des in Kernkraftwerken erzeugten Stroms stieg von 2005 auf 2006 um ca. 2,7 %.

Der Anteil der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenen Energie nimmt aufgrund hoher Subventionen und steuerlicher Anreize stetig zu. Der Beitrag aus Windkraftanlagen und Wasserkraftwerken stieg um etwa 9 %. Der Anteil des in Windkraftanlagen erzeugten Stroms stieg um 12 %, aus Wasserkraftanlagen betrug die Steigerung 4 %. Bei den sonstigen Energieträgern wurde eine Steigerung von 16 % festgestellt. Somit steigerte sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch im Jahre 2005 von 4,7 % auf 5,3 % im Jahre 2006 (alle Angaben AGEB).

siehe auch:
- CO2
- Dampfbremse
- EEG
- Energieausweis
- Energiecharta
- Energiekennwert
- Energiekosten
- Energieverluste
- EnEV
- Geothermie
- Heizen oder Geizen?
- Hurrikan
- Labelarten
- Leckagen
- Luftdichtheit
- kWh
- NAWAROS
- Nebenkosten
- Passivhaus
- Photovoltaik
- Solarthermie
- Treibhauseffekt
- Windenergie
- Wohnnebenkosten