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Turgordruck

Auf den ersten Blick sehen die Bäume und Sträucher, die insbesondere auf wenig oder nicht gepflegten alten Gemäuern von Burgen oder anderen Bauwerken wachsen, zwar schön aus. Doch leisten die Wurzeln dieser Pflanzen einen nicht unerheblichen Beitrag zum schnelleren Verfall solcher Bauwerke. Grund ist der so genannte »Turgordruck«, was übersetzt soviel wie »Saftdruck« bedeutet.

»Turgor« (lateinisch), auch »Turgordruck« oder »Turgeszenz«, ist der von innen auf die Zellwand lebender pflanzlicher Zellen ausgeübte Druck, der durch osmotische Wasseraufnahme in die Vakuole (im Zellplasma liegende größere Hohlräume) entsteht. Dadurch wird der Protoplast (Zellleib) gegen die Zellwand gedrückt, diese dehnt sich entsprechend und bewirkt den für ein Bauwerk in der Regel schädlichen und zerstörerischen Druck. Der Begriff »Turgor« erscheint oft im Zusammenhang mit den Begriffen »Osmose« oder »“Osmotischer Druck«. Die Formel lautet:

• Wanddruck = Osmotischer Druck - Saugkraft

Trocknet die Vakuole infolge Wassermangel aus (diesen Vorgang bezeichnet man auch »sinkenden Turgor«), erschlafft die Zelle, die Pflanze welkt.

Der osmotische Druck lebender pflanzlicher Zellen, der »Turgordruck«, liegt im Allgemeinen zwischen 5 und 25 bar, bei Salzpflanzen erreicht er Werte von bis zu 200 bar.

siehe auch:
- Dampfbremse
- Dampfsperre
- Diffusion
- Osmotischer Druck
- Osmose