elkage.de
Suchbegriff eingeben:

CM-Verfahren

Vielfach ist es erforderlich, zuverlässige Kenntnisse darüber zu erlangen, wie viel Feuchtigkeit in einem Baustoff noch enthalten ist, z.B. in einem Estrich, bevor darauf beispielsweise ein Parkettboden verlegt wird. Elektronische Geräte, die die Feuchtigkeit über den elektrischen Widerstand messen, liefern nur ungenaue Messergebnisse, die lediglich als erste Anhaltswerte dienen können. Das in der Praxis auf der Baustelle verwendbare Verfahren der Feuchtemessung mit dem »CM-Gerät«, welches auch als »CM-Feuchtigkeitsmessgerät« bezeichnet wird, liefert nach der »Darrmethode« die genauesten Ergebnisse. Die Abkürzung »CM« steht dabei für »Carbidmethode«.

Mit dem CM-Verfahren kann die Materialfeuchte relativ schnell und zuverlässig bestimmt werden, zudem ist es einfach in der Handhabung, weitere Hilfsmittel außer den im Gerätekoffer enthaltenen Werkzeugen und Messgeräten sind nicht erforderlich; lediglich zur Probenentnahme (Entnahme von Probematerial aus Beton oder Estrich) können weitere Geräte wie z.B. ein Stemmeisen mit Hammer benötigt werden. Das CM-Verfahren wird bereits seit über 40 Jahren in der Praxis erfolgreich angewendet, und zwar sowohl von Baufachleuten (z.B. Parkettleger) als auch von Sachverständigen.

Das CM-Verfahren ist ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Wassergehalts insbesondere von mineralischen Materialien wie Beton, Estrich, Putzen usw. Nach der Entnahme und sorgfältigen Zerkleinerung des zu beprobenden Materials wird eine genau abgewogene Menge in das CM-Gerät gefüllt und trockenes Kalzium-Carbid, welches sich in einer Glasampulle befindet, hinzugegeben, ebenso drei genormte Stahlkugeln. Nach dem Verschluss der Druckflasche wird die Glasampulle durch kräftiges Schütteln des CM-Geräts durch die darin befindlichen Stahlkugeln zerstört und das Carbid freigesetzt. Durch die danach ablaufende chemische Reaktion des Kalzium-Carbids (es entsteht Acetylengas) steigt der Druck im CM-Gerät an. Über ein an der Druckflasche montiertes Manometer kann der Druck abgelesen werden. Die Größe dieses entstehenden Gasdrucks ist ein Maß für die in der Materialprobe enthaltene Feuchtigkeit (je mehr Feuchtigkeit, desto höher der entstehende Druck). Die Feuchtemessung mit dem CM-Gerät nach DIN 18365 (Bodenbelagsarbeiten)/18356 (Parkettarbeiten) entspricht den anerkannten Regeln der Technik und wird neben der ungleich aufwändigeren Darrmethode (die nur im Labor durchgeführt werden kann) als zuverlässige Messung auch in vielen Streitfällen anerkannt.

Besonders bewährt hat sich das CM-Verfahren bei folgenden Stoffen:

• mineralische Baustoffe,
• alle Stoffe, die selbst nicht mit Calciumcarbid reagieren und sich gut zerkleinern lassen,
• Salze und Mineralien sowie
• Brennstoffe.

Die Carbidmethode beruht auf dem Prinzip, dass trockenes Carbid mit Wasser unter Bildung von Acetylengas reagiert, es läuft folgende chemische Reaktion ab:

CaC2 + 2H2O -> Ca(OH)2 + C2H2

Das CM-Verfahren ist eine chemische Testmethode, die zwar keine zerstörungsfreies, jedoch ein zerstörungsarmes Verfahren zur Bestimmung der Feuchtigkeit in einem Material darstellt. Das Verfahren kann an Ort und Stelle eingesetzt werden. Die Auswertung der Messergebnisse erfolgt unter Verwendung von Hilfstabellen ebenfalls noch vor Ort, der Zeitaufwand für eine Messung beträgt weniger als eine Stunde. Ein versierter Handwerker oder anderer Fachmann kann das Messverfahren nach einer relativ kurzen Einweisungszeit von einigen Stunden sicher selbst anwenden.

Insbesondere Estriche auf mineralischer Basis (aber auch Beton, Mörtel oder Putz) benötigen zur Herstellung eine relativ große Menge Wasser. Nach dem Erhärten ist diese Feuchtigkeit noch eine gewisse Zeit im Estrich enthalten. Unter normalen Bedingungen benötigt ein 5 cm dicker Zementestrich ca. 4 bis 6 Wochen, bis er soweit abgetrocknet ist, dass beispielsweise ein Parkett aufgebracht werden kann. Zuvor muss jedoch die Restfeuchte zuverlässig festgestellt werden, hierbei wird das CM-Verfahren eingesetzt. Die mit dem CM-Verfahren gemessenen Feuchtigkeiten werden anschließend den zulässigen Grenzwerten (z.B. nach DIN 18365) gegenübergestellt. Werden diese Grenzwerte eingehalten, können die Nachfolgegewerke wie z.B. der Einbau des Parketts ausgeführt werden. Werden dampfdichte Beläge auf einen Unterboden aufgebracht, gelten nach DIN 18365 folgende Grenzwerte, gemessen mit dem CM-Verfahren:

Zementestrich 2 %,
Zementheizestrich 1,8 %,
Anhydritestrich 0,5 %,
Anhydritheizestrich 0,3 %.

siehe auch:
- Anemometer
- Betoninstandsetzung
- Estrich
- Feuchtigkeitsquellen
- Impact-Echo-Verfahren
- Phenolphthalein
- Radarmessung
- W/Z-Wert
- Zementestrich