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Witterungseinflüsse

Auch beim Bauen ist man darauf angewiesen, dass bestimmte Witterungsverhältnisse vorliegen, insbesondere wenn die Rohbauarbeiten noch im Gange sind und aus Kostengründen kein künstlicher Witterungsschutz hergestellt werden kann. Zuviel Sonne, Hitze oder starker Wind ist gerade bei der Herstellung bzw. Verarbeitung von Beton und Mörtel ebenso abträglich für deren Qualität (d.h. Festigkeit und Einfluss auf das Porengefüge sowie die damit verbundene Dauerhaftigkeit) wie auch starker Regen oder Kälte.

„Normale“ »Witterungseinflüsse« gehören regelmäßig zum Risiko des Auftragnehmers, d.h. diese kann der Bauunternehmer bzw. Handwerker nicht auf den Bauherrn abwälzen. Nur wenn Witterungseinflüsse als unabwendbarer Umstand einer höheren Gewalt anzusehen sind, trägt der Auftraggeber (in der Regel also der Bauherr) das Risiko, dass die Bauarbeiten nicht wie geplant weitergeführt werden können. Gegen die Schäden höherer Gewalt (z.B. Erdbeben, Überschwemmung) ist Versicherungsschutz durch die Versicherung von Bauleistungen (Bauwesenversicherung) möglich. Bei lang anhaltendem Frost sieht dies bereits anders aus, hier wird es vermutlich keine Möglichkeit geben, sich dagegen zu versichern; allerdings hat auch der Bauherr dann keine Möglichkeit, den Bauunternehmer regresspflichtig zu machen.

Bei Frost kann und darf man keinen Mörtel oder Kleber verarbeiten und nur in sehr begrenztem Maße Beton, wenn planmäßig keine Winterbaumaßnahmen vorgesehen sind. Zu beachten ist, dass nicht nur die zu verarbeitenden mineralischen Baustoffe eine Mindesttemperatur von +5°C aufweisen müssen (bei Wärmedämmverbundsystemen sogar mindestens +8°C), sondern dass die Bauteiluntergründe ebenfalls diese Mindesttemperaturen haben müssen. Auch wenn diese Temperaturen am Tage im Winter vielleicht soeben erreicht werden sollten, kühlen ungeschützte Bauteile während der Nacht meist wieder deutlich stärker ab, so dass auch dann kein mineralisch gebundener Mörtel oder Kleber im ungeschützten Außenbereich verarbeitet werden darf. Dennoch kann man die Verstöße gegen diese grundlegenden Forderungen, die bereits seit Jahrzehnten auch in den einschlägigen Normen enthalten sind, vor Ort beobachten (vgl. Abb.). Solche Witterungseinflüsse müssen daher in jedem Falle bei der Ausführung von Bauarbeiten beachtetet werden, auch wenn vielleicht der vereinbarte Fertigstellungstermin naht! Im Schadensfalle gehen die Folgekosten zu Lasten desjenigen, der diese Arbeiten ausgeführt hat, er kann sich dann nicht mit billigen Ausreden um seine Hinweispflichten und die Nachbesserungsverpflichtungen für seine mangelhaften Arbeiten herumdrücken. In einem solchen Falle hat ein Sachverständiger leichtes Spiel, um den aufgetretenen Schaden zu beurteilen...

siehe auch:
- Bauherrenhaftpflicht
- Bauleistungsversicherung
- Bauleistungsversicherung
- Beton
- Elementarschutzversicherung
- Expositionsklassen
- Haftpflichtversicherung
- Hochwasser
- Nachbehandlung von Beton
- Obliegenheitsverletzung
- Schaden
- Schlagregenbeanspruchung
- Schlagregenschutz durch Pflanzen
- Transportbeton
- Unwissenheit
- Versicherungen
- Vertrauensschaden
- Zement
- Zusatzmittel
- Zuschlag