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Grundriss

Geometrisch gesehen handelt es sich bei einem »Grundriss« um eine rechtwinklige Parallelprojektion eines räumlichen Gebildes auf eine waagerechte Ebene, die man auch als Zeichenebene bezeichnet. Im Bereich der Architektur ist der Grundriss der waagerecht geführte Schnitt durch ein Bauwerk bzw. ein Geschoss eines Bauwerks, wobei dieser (gedachte) Schnitt meist in der Höhe der Fenster geführt wird.

Um ein Bauwerk planen und errichten zu können, benötigt man entsprechende Baupläne. Neben den Grundrissen für jedes Geschoss benötigt man noch Aufrisspläne sowie Längs- und Querschnitte. Diese Pläne sind meist technische Zeichnungen (Bauzeichnungen), die der Fachmann leicht lesen kann, viele Bauherren können sich jedoch allein anhand dieser Pläne keine Vorstellungen von ihrem zukünftigen Heim machen, da insbesondere die Größenverhältnisse nicht klar ersichtlich sind. Zur Vervollständigung einer Bauplanung gehören daher auch die zeichnerischen Ansichten des Gebäudes dazu. Im Zuge der ständigen Weiterentwicklung spezieller Computerprogramme sind inzwischen auch virtuelle Darstellungen von Gebäuden und Räumen kein Problem mehr, so dass man anhand einer solchen räumlichen Darstellung unter Verwendung von Farben, Licht und Schatten einen sehr guten Eindruck davon erhalten kann, wie das spätere Gebäude einmal aussehen wird.

Im Grundrissplan werden alle wesentlichen Bestandteile des jeweiligen Raumes bzw. Geschosses dargestellt. Dies sind z.B. auch mehr oder weniger stilisierte Möbel wie die Schrankwand, die Küchenzeile oder die Badezimmereinrichtung mit WC, Badewanne, Dusche und Waschbecken. Die Fenster und Türen sind ebenso dargestellt wie die Treppen, deren Form und deren Steigrichtung. Bei den Türen wird zeichnerisch angegeben, in welcher Richtung diese aufschlagen. Von der Gestaltung des Grundrisses hängt entscheidend auch die Funktionalität eines Gebäudes oder einer Wohnung ab. Häufig genutzte, unterschiedliche Räume, die nur über lange Flure, Wege oder Treppen zu erreichen sind, führen zu entsprechenden Flächen- und Zeitverlusten für deren Nutzung. Kompakte Grundrisse führen zu kürzeren Wegen und geringeren Baukosten.

Von der Grundrissform hängen auch die späteren Unterhaltungskosten ab. Lange, schmale Grundrisse beim freistehenden Einfamilienhaus führen beispielsweise zu höheren Heizkosten, da die wärmeübertragenden Außenflächen gegenüber einem quadratischen Grundriss mit gleicher Grundfläche größer sind und das Verhältnis Oberfläche zu Volumen ungünstiger wird.

Die Anforderungen an die Grundrissgestaltung eines Hauses oder einer Wohnung haben sich im Laufe der menschlichen Entwicklung ständig verändert. Reichten früher ein einziger oder einige kleine rechteckige oder quadratische Räume, sind heute alle möglichen (und unmöglichen) Grundrissformen durchaus üblich. Die Grundrisse spiegeln damit die jeweiligen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse wieder, ebenso die technischen Möglichkeiten und die öffentlichen Auffassungen. Ein großzügiger Grundriss mit großen, zahlreichen Räumen und/oder geschwungenen Formen zeigt, dass der Bauherr gesellschaftlich hoch angesiedelt ist und über entsprechende finanzielle Möglichkeiten verfügt. Dies war zu allen Zeiten so und wird wohl auch in Zukunft so bleiben.

siehe auch:
- Bewehrungsplan
- CAD
- Erker
- Grundrisstipps
- Perspektive
- Positionsplan
- Treppengrundrisse
- Verlegeplan
- Zentralperspektive