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Stütze

In nahezu jedem Gebäude findet sich mindestens eine »Stütze«. Dabei handelt es sich um ein senkrechtes, statisch tragendes Bauteil, welches überwiegend mit in vertikaler Richtung wirkenden Lasten beansprucht wird. Als Stützen bezeichnet man dabei überwiegend Bauteile aus massiven Baustoffen, also solche, die aus künstlichen Steinen, Natursteinen oder Stahlbeton bestehen. Der Begriff Stütze wird auch für entsprechende Tragglieder aus Stahl verwendet. »Pfeiler«, »Pfosten« oder »Säule« sind synonym gebrauchte Begriffe, wobei Stützen aus dem Baustoffe Holz meist als »Pfosten« bezeichnet werden. Für Stützen mit rundem Querschnitt verwendet man in der Regel den Begriff Säule, häufig bestehen diese dann aus Natursteinmauerwerk mit über die Stützenhöhe sich verringerndem Querschnitt.

Üblicherweise vergrößern sich die vertikalen Lasten innerhalb eines Gebäudes von oben nach unten, d.h. eine Stütze im Kellergeschoss innerhalb eines mehrgeschossigen Bauwerks, die Lasten aus darüber befindlichen Geschossen abzutragen hat, weist aufgrund der größeren Lasten entweder einen größeren Querschnitt, eine bessere Materialqualität, eine größere Bewehrung oder eine Kombination dieser tragfähigkeitserhöhenden Verbesserungen auf.

Die Berechnung und Bemessung von Stützen erfolgt ausschließlich durch den erfahrenen Bauingenieur, der sich auf das Gebiet der Tragwerksplanung spezialisiert hat. Von vielen Bauherren und Architekten werden häufig möglichst schlanke Stützen gewünscht, weil diese sich vorgeblich optisch besser in die architektonische Gestaltung eines Bauwerks einfügen. Durch diese Forderungen verteuern sich Stützen aber oftmals, da dadurch höherwertigere und damit teurere Baustoffe eingesetzt werden müssen. Die einschlägigen Bemessungsnormen für Mauerwerk und Stahlbeton schreiben jedoch bestimmte Mindestquerschnitte vor, die aus konstruktiven Gründen nicht unterschritten werden dürfen. In vielen Fällen sind auch brandschutztechnische Anforderungen zu erfüllen, die sich auf den Mindestquerschnitt einer Stütze auswirken, d.h. sie werden ggf. wieder massiver.

Grundsätzlich dürfen Stützen innerhalb eines bestehenden Gebäudes nicht ohne Hinzuziehung eines erfahrenen Tragwerksplaners (Statikers) verändert, erneuert oder geschwächt werden, obwohl dies in der Praxis häufig zu beobachten ist. Insbesondere bei Stützen aus Mauerwerk, aber auch bei Stahlbetonstützen können nachträglich hergestellte Schlitze oder Durchbrüche, z.B. für die Elektroinstallation oder auch für Heizungs-, Wasser- oder Abwasserleitungen, zu gravierenden Tragfähigkeitsverlusten führen, die folgenschwere Konsequenzen nach sich ziehen können.

Im Herkunftswörterbuch (3. Auflage 2001) des Dudenverlags heißt es:
stützen: Das auf das deutsche und niederländische Sprachgebiet beschränkte und als einfaches Verb im Hochdeutschen erst seit dem 17. Jahrhundert bezeugte Wort (mittelhochdeutsch „bestützen“, „üfstützen“, „understützen“; althochdeutsch „erstuzzen“, „understuzzen“; mittelniederdeutsch „stutten“, niederländisch „stutten“). „Stützen“ gehört als Intensivbildung zu einem Verb, das in althochdeutsch „studen, altisländisch „stydia“ »feststellen, stützen« erscheint. Dieses Verb ist von einem als spätmittelhochdeutsch „stud“, englisch „stud“, schwedisch „stöd“ »Stütze, Pfosten« bezeugten Substantiv abgeleitet. Das Verb „stützen“ bedeutet also eigentlich »Stützen unter etwas setzen, von unten halten«. Es wird vielfach übertragen gebraucht, besonders in der Zusammensetzung „unterstützen“ »helfen; fördern« (mittelhochdeutsch „understützen“, althochdeutsch „untarstuzzen“).

siehe auch:
- Basis
- Bundständer
- Einhalsung
- Fache
- Fachwerk
- Interkolumnium
- Kapitell
- Pfahlbauten
- Pfosten
- Protodorisch
- Pylon
- Säule
- Ständer