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Fließmittel

In einigen Fällen kann es erforderlich sein, die Eigenschaften des Frischbetons gezielt zu verändern, um ihn beispielsweise länger verarbeiten zu können oder die Fließeigenschaften zu verändern, ohne dabei den Wasserzementwert ungünstig zu beeinflussen. Für diesen Fall werden dem Frischbeton spezielle »Fließmittel« zugegeben, der den Beton verflüssigt, ohne den Wasserzementwert und damit die Endfestigkeit des Betons zu verschlechtern. Wegen der teilweise relativ schnell nachlassenden Wirkung des Fließmittels erfolgt die Zugabe zum Frischbeton (Transportbeton) meist erst auf der Baustelle. Es werden zwei Gruppen von Fließmitteln unterschieden:

Fließmittel auf der Basis von Ligninsulfonaten oder Melanin. Diese bewirken, dass der Frischbeton flüssiger wird und damit besser und wirtschaftlicher verarbeitet werden kann, wobei diese Wirkung nach etwa 30 bis höchstens 45 Minuten nachlässt. Die einsetzende Erstarrung des Betons wird durch diese Art von Fließmitteln nicht beeinflusst.

• Naphthalinderivate enthaltende Fließmittel bewirken, dass auch die Betonerstarrung verzögert wird, d.h. später einsetzt. Der Beton kann somit bis zu etwa 2 Stunden länger verarbeitet werden, bevor die Betonerstarrung einsetzt.

Fließmittel sind besonders stark wirkende Verflüssiger, sie zählen zur Gruppe der Betonzusatzmittel. Betonverflüssiger setzen die Oberflächenspannung des Zugabewassers herab und ermöglichen dadurch eine Verminderung der Wasserzugabe um bis zu 10 %, d.h. der die Endfestigkeit beeinflussende Wasserzementwert kann herabgesetzt werden, der Beton wird dichter, widerstandsfähiger und dauerhafter. Andererseits ermöglichen Fließmittel bei normaler Zugabewassermenge die Herstellung eines Betons in fließfähiger Konsistenz (Fließbeton). Dadurch kann der Beton unter erschwerten Bedingungen leichter und wirtschaftlicher eingebaut werden. Auch wird die Umweltbelastung durch Lärm geringer, da einfachere Maschinen und Geräte (Betonpumpen, Rüttler) zum Einsatz kommen. Die Entmischungsgefahr des mit Fließmitteln versehenen Frischbetons wird geringer, das Bluten verhindert.

Die Zugabe von Fließmitteln kann nur unter Anleitung eines ausgewiesenen Betonfachmanns (meist ein spezialisierter Bauingenieur, der als Betontechnologe tätig ist) erfolgen. Unzulässig ist es, die Rezeptur von Transportbeton oder Frischbeton eigenmächtig zu verändern, da jede Zugabe von Zuschlagstoffen und/oder Zusatzmitteln (zu denen auch Fließmittel zählen) zu einer Veränderung der chemischen Struktur des Betons führt. Betonrezepturen, die ohne Aufsicht und Überwachung durch einen Betontechnologen verändert werden, führen in der Regel zu weniger dichtem Festbeton, der eine geringere Festigkeit aufweist und schneller durch Umwelteinflüsse angegriffen und geschädigt wird. Fließmittel in Kombination mit Luftporenbildern führen beispielsweise zu ungewünschten „Nebenwirkungen“. Fragen Sie hierzu Ihren Betonfachmann und nicht den Arzt oder Apotheker.

siehe auch:
- Ausbreitversuch
- Beton
- Fließestrich
- Frischbeton
- Gesteine
- Grobkies
- Konsistenz
- Korngrößenverteilung
- Lagerungsdichte
- Opus Caementitium
- Sedimente
- Schluff
- Transportbeton
- Ton
- Wasserzementwert
- W/Z-Wert
- Zement
- Zusatzmittel
- Zusatzstoffe
- Zuschlag