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Rippenstreckmetall

Bereits seit einigen Jahrzehnten hat sich das so genannte »Rippentreckmetall« als Metallputzträger im Bauwesen bewährt. Es besitzt durch die Form der Hohlstege (Rippen) eine freitragende Eigenschaft, verbunden mit der erforderlichen Abstand haltenden Wirkung. Rippenstreckmetall ist im Gegensatz zu Streckmetall nicht gestreckt, sondern geschnitten. Profiliert und gebreitet. Insofern ist der Wortbestandteil „Streckmetall“ hierbei nicht ganz gerechtfertigt. Das Material wird aus kaltgewalztem Bandstahl höherer Festigkeit und höherer Streckgrenze in Tafeln von 60 cm Breite und 250 cm Länge hergestellt. Es wird in den Ausführungsarten „volllackiert nach dem Breiten“ und „galvanisch verzinkt am Band“ in Paketen zu 20 Tafeln (= 30 m²) geliefert. Diese Pakete sind vor Kopf mit Blechschutzkappen versehen, die neben dem eingeprägten Firmenzeichen auch die entsprechenden Stärkeangaben tragen.

Rippenstreckmetall wird in unterschiedlichen Stärken hergestellt:

• etwa 0,2 mm (= 0,9 kg/m²),
• etwa 0,3 mm (= 1,25 kg/m²),
• etwa 0,4 mm (= 1,65 kg/m²) und
• etwa 0,5 mm (= 2,1 kg/m²).

Die zu verputzenden Flächen, auf denen allein kein Putz halten würde (z.B. Holz oder Stahlprofile), werden mit Rippenstreckmetall verkleidet. Je nach Untergrund sind die Metalltafeln anzunageln oder anderweitig mechanisch zu befestigen. Der Putzmörtel wird mit der Traufel aufgetragen, dabei kann man den Mörtel gut in die Zwischenräume hineinpressen. Damit erreicht man eine gute Verzahnung und Haftung des Putzes.

Rippenstreckmetall dient jedoch nicht nur als Putzträger, es wird auch im Bereich von notwendigen Arbeitsfugen im Stahlbetonbau eingesetzt. Im Bereich der abzustellenden Betonierfuge wird Rippenstreckmetall eingebaut und ggf. mit Zulage von Bewehrungsstahl ausreichend versteift, so dass der Betonierdruck problemlos aufgenommen werden kann. Die während des Betonierens entstehende Fuge ist rau. Wird an diese Arbeitsfuge später anbetoniert, entsteht eine relativ gute Verzahnung zwischen den unterschiedlich alten Betonteilen.

Vor einigen Jahren wurde Rippenstreckmetall ohne Änderung der Struktur in wesentlichen Punkten verbessert. Eine in gewissen Abständen und gegeneinander versetzte Lochung der Rippenschenkel bei dem so genannten „Lochrip“ ermöglicht eine bessere Verklammerung des Mörtels in den Hohlprofilen, erzielt dadurch eine Angleichung der Schwindverhältnisse und erhöht die Risssicherheit gerade in den Hohlprofilen bei gleichzeitiger Gesamtverstärkung der Putzschale und bei Vermeidung von Luftschläuchen längs der Rippen. Die Sickenversteifung des Mittelsteges zwischen den in 10 cm Abstand verlaufenden Rippen hat zu einer Versteifung der Putztafel beigetragen. Dadurch wurde eine erhebliche Erhöhung der Biegesteifigkeit, wodurch auch die Stützweiten vergrößert werden konnten. Das bedeutet, dass bei gleich bleibender Spannweite im Vergleich zum früheren Material das Durchbiegen und Rückfedern der Tafeln vermindert und der Mörtelbedarf und der Zeitaufwand verringert wurden. Da die Tafeln nicht völlig ausgebreitet sind, können die schräg stehenden Gräten der Felder zwischen den Rippen Spannungen ausgleichen. Diese spannungsausgleichende Wirkung einer Gesamtputzfläche wird durch die einfache Stoßverbindung der Rippenstreckmetalltafeln erzielt.

Die Tafeln werden an den seitlichen Stößen mit den Randrippen ineinander gelegt, während sich vor Kopf die einzelnen Rippen der Tafeln zwangsläufig ineinander fügen. Die Stoßverbindung muss seitlich alle 15 bis 20 cm und vor Kopf bei allen Rippen mit der dafür entwickelten Verbundzange oder durch Binden mit verzinktem Bindedraht erfolgen. Um ein glattes Ineinanderfügen an den Stößen bei geschnittenen Rippenstreckmetalltafeln zu ermöglichen, muss Rippenstreckmetall mit der Nockenschere geschnitten werden. Diese vermeidet beim Schneiden der Rippen ein Flachpressen der Hohlstege, so dass sich diese an allen Stoßstellen gut zusammenfügen. Eine Rippenstreckmetallwand- oder -deckenkonstruktion stellt eine homogene, spannungsausgleichende und ebene Putzfläche dar, auf der alle üblichen Spezialputze in gleich bleibender Dicke angetragen werden können. Der Mörtel verklammert sich in der Grätenstruktur und der Perforation der Rippenschenkel so innig, dass ein Lösen praktisch unmöglich ist. Diese feste Mörtelverklammerung und die Unbrennbarkeit sowie die Elastizität des Rippenstreckmetalls in der einzelnen Tafel oder in der Gesamtfläche ermöglichen eine wirtschaftliche Herstellung feuerbeständiger Konstruktionen, gleichwohl sind solche Konstruktionen inzwischen durch großformatige Brandschutzplatten verdrängt worden.

Die Verwendungsgebiete von Rippenstreckmetall sind sehr vielfältig, sie reichen vom Putzträger gerader oder geschwungener Decken und Wände über die Armierung von Formkörpern aller Art, über die Eigenschaft als Wandbildner für Hauskonstruktionen und schalungslose Silos bis zum Dekorationsmaterial und transparenten und flexiblen Schalung. Auch zur Herstellung Faradayscher Käfige, zur Abschirmung von Hochfrequenzanlagen gegen Störungen von außen oder zur Abschirmung von Untersuchungsräumen mit hochempfindlichen Messgeräten der Medizin kann Rippenstreckmetall verarbeitet werden. Die Eigenschaften von Rippenstreckmetall können auch vorteilhaft genutzt werden, um bei Strahlungsheizungen neben der Putz- und Estricharmierung und -verteilung zu übernehmen.

Wird keine größere freitragende Eigensteifigkeit verlangt oder wird ein geringerer Mörtelauftrag gefordert, so kann eine spezielle Rippenstreckmetallvariante verwendet werden. Sie unterscheidet sich in erster Linie durch die nur 4 mm (anstatt 10 mm) hohen Rippen. Zum Überspannen flächiger Untergründe, zur Erhöhung der Haft- und Risssicherheit wird somit ein geringerer Mörtelauftrag ermöglicht.

Putzträger aus Stahl sollen mindestens 1,5 cm mit Putz zur Erhöhung der Korrosionssicherheit überdeckt werden. Daher wurden die etwa 10 mm hohen Rippen auf den Baustellen oft flach geschlagen, um einen geringeren und damit wirtschaftlichen Mörtelauftrag zu erreichen. Die nur 4 mm hohen Rippen bei der soeben erwähnten Rippenstreckmetallsorte mit der Sickenversteifung ermöglichen einen ausreichenden Mörteldurchgang zur Armierung der Putzschale. Die Putzebene, also das Grätenfeld, liegt auch hierbei so weit vom Untergrund ab, dass eine Risssicherheit weitgehendst erreicht wird.

Die leichtere Anpassungsfähigkeit, auch in Krümmungen mit kleinem Radius, lässt diesen Putzträger gerade für sphärische Konstruktionen als besonders geeignet erscheinen. Rippenstreckmetall ermöglicht besonders bei dünnschaligen, gebogenen oder schrägliegenden Konstruktionen mit eng anliegender Armierung ein nesterfreies Betonieren. Durch das Anbinden an die obere Lage der Stahlbewehrung entfällt jeder Einsatz einer Holzschalung sowie der Zuschnitt der dazu erforderlichen Schablonen, Lehrbögen oder Gerüste. Die Grätenstruktur der Rippenstreckmetallschalung setzt sich sehr schnell zu, und die Rauigkeit bietet für den späteren Putz oder Estrich einen haftsicheren Untergrund ohne vorheriges Einölen oder Aufrauen des Betons.

Für die Ausführungen kann nur ein Bauelement aus Stahl Verwendung finden, da dieses im Beton bzw. Zementmörtel oder Estrich keinen Fremdkörper bildet. Aus diesem Grund wird Rippenstreckmetall zur Herstellung von Arbeitsfugen in großformatigen Stahlbetonbauteilen verwendet. Die raue Struktur und das hängemattenartige Durchbiegen - je nach Abstand der Bindungen oder Stützungen - in Verbindung mit Zulageeisen, die ohne Beschädigung einer vollen Schalung angebracht werden können, stellen den Verbund der nacheinander gegossenen Betonteile sicher. Wenn schon Arbeitsfugen unvermeidlich sind, so müssen sie nach den entsprechenden Stahlbeton-Bestimmungen diesen Verbund gewährleisten.

Die Verwendungsgebiete für Putzträger aus Stahl sind heute schon sehr vielseitig. Sie werden durch die Entwicklung neue Bauelemente und durch die Kombination mit neuartigen Baustoffen ständig erweitert. Diese Bauelemente entsprechen den immer schärfer werdenden Sicherheitsbedürfnissen bei stets steigenden Belastungen durch Erschütterungen und durch das schneller werdende Bautempo.

Die günstigen Werkstoffeigenschaften von Stahl bestimmen entscheidend die Qualität der Putzträger. Die vorgenommenen Verbesserungen und Weiterentwicklungen der Ausführungsformen ermöglichen auch bei steigenden Lohnkosten den rationellen Einsatz des Putzträgers aus Stahl, um so mehr, als dessen Verarbeitung nicht mehr ausschließlich durch Spezialarbeiter vorgenommen werden muss. Der Facharbeitermangel zwingt zur Entwicklung von Bauelementen, die bei größter Sicherheit ein Minimum an Spezialkenntnissen verlangen. Stahl bietet im Zusammenhang mit diesen Bauelementen diese Sicherheit und die Entwicklung der Industrie lässt darauf schließen, dass die Verbesserungsmöglichkeiten noch nicht abgeschlossen sind, so wenig wie die des gesamten Bauwesens.

Quelle (teilweise): Stahl im Hochbau, 13. Auflage

siehe auch:
- Arbeitsfugen
- Eckenschutzleiste
- Eckwinkel
- Edelputz
- Kellenstrichputz
- Kratzputz
- Putze
- Putzträger
- Trockenputz
- Scheibenputz
- Streckmetall
- Stukkateur