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Armatur

»Armatur« (aus dem lateinischen) ist ein Sammelbegriff für alle haustechnischen Geräte und Einrichtungen mit der Aufgabe, Rohrleitungen zu öffnen und zu schließen, solche zu Verzweigen und zu Verteilen, das Mischen von Leitungsinhalten sowie zur Messung physikalischer Zustände in Leitungen. Im Grundsatz handelt es sich bei einer Armatur also um ein Ventil. Hierzu zählen beispielsweise

Wasserhahn (auch als Hahn bezeichnet),
• Absperrventile,
• Entlüftungsventile,
• Absperrschieber,
• Kondensatableiter,
• Rückflussverhinderer und
• Absperrklappen.

Von der üblichen Hausarmatur unterscheiden sich Industriearmaturen und Sicherheitsarmaturen, wobei letztere beispielsweise zur Druckbegrenzung von Rohrleitungen oder von Kesseln oder auch im Reaktorbau dienen.

Armaturen werden zumindest im Haushalt noch überwiegend manuell bedient, im Gewerbebau oder in öffentlich zugänglichen Bereichen wie Gaststätten, Hotels usw. vielfach auch elektronisch gesteuert. Im industriellen Bereich finden sich vielfach Armaturen, die in Abhängigkeit von Prozesszuständen elektrisch bzw. per Computer gesteuert werden.

Je nach Medium, welches mit einer Armatur abgesperrt bzw. geöffnet wird, muss die Armatur entsprechende Anforderungen hinsichtlich Material, Absperrart und Größe erfüllen. Bei einer Gasleitung beispielsweise muss die Armatur, die dann als Gashahn bezeichnet wird, dem Gasdruck dauerhaft standhalten und eine absolute Dichtigkeit gewährleisten. In der Regel werden Gasleitungen und die darin verbauten Armaturen mit gelber Farbe gekennzeichnet.

Die Qualität von Armaturen kann zumindest der Laie nicht auf Anhieb erkennen. Die nachfolgenden Hinweise sollen deshalb eine kleine Entscheidungshilfe geben, damit man einen passablen Gegenwert für sein Geld erhält. Neben vermessingten Oberflächen sind auch Armaturen aus Edelstahl oder Keramik erhältlich. Und dem früheren Drehknopf stehen inzwischen einarmige Hebel oder Kreuzgriffe gegenüber, die zudem jeweils mehr oder weniger aufwändig gestaltet sind. In jedem Falle sollte man darauf achten, dass die Oberflächen der Armaturen möglichst glatt sind und keine Rillen oder Riefen aufweisen, die leicht verschmutzen. Das gleiche gilt für die Ausläufe, die geschwungen oder auch kantig sein können.

Armaturen werden oftmals entweder nur nach dem Preis oder nach dem Design ausgewählt. Unterscheiden muss man dabei »billige« Armaturen von »preiswerten«, die ihren Preis Wert sind. Doch in das Innere einer Armatur kann man in der Regel nicht hineinsehen, so dass man die Qualität anhand anderer Merkmale überprüfen muss. Und die Qualitätsunterschiede sind groß. Am leichtesten zu reinigen sind beispielsweise Oberflächen aus Edelstahl oder Chrom. Der Armaturenkörper selbst sollte aus vollständig vernickeltem Messingguss oder ganz aus Edelstahl bestehen. Der Knauf einer hochwertigen Armatur lässt sich sanft führen und wackelt auch nicht, wie dies bei billigen Baumarkprodukten oft der Fall ist.

Das wichtigste Bauteil einer Armatur ist die Kartusche, die mit Dichtungsscheiben aus Gummi oder Keramik abgedichtet wird. Diese gleiten übereinander und blockieren entweder den Wasserdurchfluss oder lassen Wasser durch. Doch die Armatur soll nicht nur dicht verschließbar sein, sondern sich gleichzeitig auch möglichst leichtgängig auf- bzw. zudrehen lassen. Diese Leichtgängigkeit hängt ab von der Qualität der Dichtungen und deren Verarbeitung. Keramische Dichtungen sind sehr verschleißarm, aber leider auch teurer als Gummidichtungen. Aufgrund der höheren Beanspruchung von Einhebelarmaturen bestehen deren Dichtungen in der Regel aus keramischem Material. Bei Zweigriff- oder Mehr-Loch-Armaturen bestehen die Dichtungen dagegen je nach Preisklasse auch aus Gummi. Den Unterschied kann man anhand eines einfachen Tests feststellen: Bei keramischen Dichtungen lässt sich der Griff nur um ein Viertel oder die Hälfte einer Umdrehung bewegen, gleichzeitig ist der Anschlag hart. Bei Armaturen mit Gummidichtungen sind größere Umdrehungen möglich, der Anschlag ist deutlich weicher.

Der Armaturenhebel sollte durch eine Messingwelle mit den Dichtungsscheiben verbunden sein. Spezielle Schmiermittel sorgen für eine samtweiche Betätigung. Der Hersteller Grohe aus Porta Westfalica beispielsweise setzt die so genannte »Silkmove-Technik« ein: Depots mit Schmiermitteln gewährleisten eine wartungsfreie Gleitfunktion.

Bei höherwertigeren Armaturen bekannter Markenhersteller kann die Heißwassertemperatur, die beim Öffnen der Armatur vorhanden sein soll, eingestellt werden. Zur Temperaturregelung kann der Nutzer den maximal möglichen Schwenkbereich des Armaturenhebels in einer von mehreren möglichen Einstellungen arretieren, womit gleichzeitig auch die maximal mögliche Wassertemperatur festgelegt wird.

Nicht nur die Energiepreise steigen unaufhörlich an, sondern auch die Wasserpreise sowie die Abwassergebühren, die von den meist klammen Kommunen erhoben werden. Deshalb sind auch im Armaturenbereich wassersparende Techniken gefragt. Bei durchschnittlichen Standardarmaturen, die man voll aufdreht, laufen bis zu 15 Liter Wasser pro Minute hindurch. Dies entspricht der Durchlaufklasse A. Deshalb sorgen bei höherwertigeren Armaturen so genannte Durchlaufbegrenzer dafür, dass dieses Durchlaufmengen verringert werden, ohne dabei den Komfort wesentlich zu beeinflussen. Die maximal gewünschte Durchlaufmenge kann dabei bei der Installation einer entsprechenden Armatur durch den Fachmann eingestellt werden. Am Auslauf montierte Luftsprudler sorgen für eine konstante Begrenzung beispielsweise auf sieben Liter pro Minute.

Aus ergonomischen, aber auch aus optischen Gründen steht der Hebel meist in der Mitte der Armatur. Öffnet man dabei den mittig stehenden Hebel nach oben (oder hinten, je nach Typ), wird meist kaltes und warmes Wasser gemischt. Dies hat den Nachteil, dass zunächst auch dann warmes Wasser herausläuft, wenn dies nicht gewünscht wird. Einige Hersteller bieten aus diesem Grunde auch spezielle Einhebelarmaturen an, aus denen bei Mittelstellung ausschließlich kaltes Wasser herausläuft. Warmes Wasser erhält man bei diesen Armaturen, wenn man den Hebel nach links dreht, dort befindet sich die Mischzone zur Temperaturregelung.

Hochwertige Armaturen mit anspruchsvollem Design haben ihren Preis. Doch auch preiswertere Armaturen können die Komfortansprüche zur Zufriedenheit der Nutzer erfüllen. Abzuraten ist in jedem Falle von »Billigprodukten« aus der hintersten Baumarktecke, die meist in China als Massenware in irgendwelchen Hinterhoffabriken unter Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft hergestellt werden.

siehe auch:
- Eichpflicht
- Energiekosten
- Gasinstallation
- Hauseinführung
- Hauswasserwerk
- Kesselsteinbildung
- Regenwassernutzung
- Sanitärarmaturen
- Wärmezähler
- Wasserenthärter
- Wasseruhr
- Zisterne