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Frischbeton

Als »Frischbeton« wird der fertig gemischte, aber noch nicht verfestigte und noch problemlos verarbeitbare Beton bezeichnet. Die Ausgangsstoffe für den Frischbeton sind Gesteinskörnungen (in der Regel über Sieblinien gemischter Kies und Sand), Zement und schließlich Wasser, welches als »Anmachwasser« bezeichnet wird. Die Verarbeitungseigenschaften des Frischbetons und in der Folge auch die späteren Festigkeitseigenschaften des erhärteten Betons können durch den Einsatz von Zusatzmitteln und Zusatzstoffen zielgerichtet beeinflusst werden. In der Regel kommt heute nur noch im Betonwerk hergestellter Frischbeton (Transportbeton) zum Einsatz, der im Betonmischer auf die Baustelle geliefert wird. Der Frischbeton wird dann meist über Betonkübel oder Betonpumpen in die vorbereitete Schalung eingebracht und muss dort sorgfältig verdichtet werden, um damit die im frischen Beton vorhandenen Luftbläschen möglichst vollständig zu entfernen. Bei der Zusammenstellung der Rezeptur des Frischbetons müssen daher auch die Transportdauer und die Verarbeitungszeit auf der Baustelle berücksichtigt werden.

Beim unvermeidbaren Transport ist der Frischbeton vor unplanmäßigen Veränderungen seiner Konsistenz und Zusammensetzung wie Wasserverlust (durch Verdunstung), Wasserzutritt (z. B. Regen), Frost und Hitze zu schützen. Grundsätzlich kann Frischbeton nur während einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne verarbeitet werden, wobei diese Zeitspanne von der Zusammensetzung des Frischbetons und von den Witterungsverhältnissen abhängt. Bei hohen Temperaturen besteht die Gefahr, dass das für die Erhärtung erforderliche Anmachwasser zumindest an der Oberfläche zu schnell verdunstet, es entstehen dann rasch Schwindrisse, die erreichbare Endfestigkeit des erhärteten Betons sinkt. Bei direkter Sonnenbestrahlung muss daher die Frischbetonoberfläche ausreichend geschützt werden. Aber auch zu niedrige Außentemperaturen oder gar gefrorene Schalung usw. wirken sich ungünstig auf die Festigkeitseigenschaften des erhärteten Betons aus. Der fachgerechten Nachbehandlung des Betons kommt daher eine grundsätzliche Bedeutung zu. Der vielfach zu beobachtende Irrglaube, es genüge, die »graue Pampe« einfach in eine Schalung zu kippen und zu warten, bis sie fest ist, reiche aus, um einen guten Beton zu erhalten, ist ein großer und leider auch weit verbreiteter Irrtum. Auch mancher »Bauarbeiter« (oder solche, die sich dafür halten) oder gar Bauleiter unterliegt diesem fatalen Irrtum.

Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, dem fertig gemischten Frischbeton während der Verarbeitung einfach Wasser hinzuzugeben, um damit eine scheinbar längere oder einfachere Verarbeitbarkeit zu erreichen. Die Endfestigkeit und damit auch Dauerhaftigkeit eines Betons hängt in hohem Maße von der richtig dosierten Wassermenge ab, wobei generell gesagt werden kann, dass mit steigendem Wassergehalt im Frischbeton auch die Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit des erhärteten Betons absinkt.

siehe auch:
- Beton
- Betonmischmaschine
- Betonpumpe
- Betonverdichtung
- Innenrüttler
- Kalk
- Konsistenz
- Mörtel
- Nachbehandlung von Beton
- Opus Caementitium
- Schwergewichtsbeton
- Stahlbeton
- Transportbeton
- Trocknungsrisse
- Verdichten von Beton
- Verdichtungsversuch
- Walzbeton
- W/Z-Wert
- Zement