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Bronze

»Bronze« ist eine Legierung aus Kupfer mit anderen Metallen, hauptsächlich Zinn. Vermutlich war diese Metallmischung vor einigen tausend Jahren die erste Legierung, die von Menschen hergestellt wurde, jedenfalls wurde eine ganze Geschichtsepoche nach dieser Legierung benannt. Der Name Bronze leitet sich aus dem italienischen »bronzo« ab und ist eine Sammelbezeichnung für Kupferlegierungen mit einem Anteil von mehr als 60 %.

Die Metalllegierung Bronze besitzt günstige Eigenschaften wie Festigkeit, Zähigkeit, ist elektrisch gut leitbar und zudem auch wetterbeständig, d.h. Bronze korrodiert nicht. Bronze kann leicht in Formen gegossen und auch kalt verarbeitet werden, wodurch Bronze bis in die jüngste Zeit das vorherrschende Material für den Bildguss ist. Bronze findet sich in Armaturen, wird für die Herstellung von Skulpturen und in der Elektrotechnik verwandt, weiterhin wird Bronze im Schiffsbau und chemischen Apparatebau sowie als Lagermetall eingesetzt. In der heutigen Technik unterscheidet man Knetlegierungen (für maschinelle Kalt- und Warmverformung nach DIN 17660/66) und Gusslegierungen (nach DIN 1705, 1709, 1714, 1716, 16655). Die bisherigen Bezeichnungen Messing, Sondermessing, Zinnbronze, Neusilber, Aluminium- und andere Bronzen sind durch die Bezeichnung der Legierungszusammensetzung ersetzt worden. Nur die Bezeichnung „Messing“ für Kupfer-Zink-Legierungen und „Zinnbronze“ für Kupfer-Zinn-Legierungen können wegen der althergebrachten Gebräuchlichkeit gleichzeitig verwendet werden. Die Bezeichnungen der Legierungen richten sich nach dem Zinngehalt oder dem wichtigsten zugesetzten Metall.

Für die Zinngussbronzen gelten Gusstemperaturen von etwa 1000-1150°C und ein Schwindmaß von 0,75-1,5 %. Der besonders gut gießbare Rotguss besteht zu 81 % aus Kupfer, ferner aus Zinn, Zink und gegebenenfalls etwas Blei; die Gusstemperatur liegt bei etwa 1150°C und das Schwindmaß bei 1,5 %.

Kunstbronzen, das sind Metalllegierungen für die Herstellung beispielsweise von Statuen, sind als reine Zinnbronzen nur schwer kalt zu bearbeiten. Ein Bleianteil von etwa 1 % bis 3 % erleichtert die Bearbeitung und verbessert die Polierbarkeit. In den antiken Schriftquellen werden zahlreiche verschiedene Bronzelegierungen beschrieben, so dass allein anhand der chemischen Zusammensetzung keine exakte zeitliche Zuordnung einer aus Bronze hergestellten Statue möglich ist.

Die in Griechenland hergestellten Bronzen weisen einen relativ hohen Zinnanteil und einen geringen Bleigehalt auf, etruskische Bronzen dagegen enthalten bei einem höheren Bleianteil meist mehr Zinn als Blei und für Bronzen der römischen Kaiserzeit ist ein hoher Bleizusatz charakteristisch. Ein hoher Zinnanteil bewirkt eine größere Härte, die jedoch gleichzeitig mit höherer Sprödigkeit erkauft wird. Die vorteilhaftesten modernen Kunstbronzen sind Rotgusslegierungen, die zu etwa 85 % aus Kupfer, ferner Zinn- und Zinkzusätzen sowie etwas Blei bestehen (z.B. 86 % Kupfer, 7 % Zinn, 5 % Zink und 2 % Blei). Glockenbronzen bestehen bis zu 25 % aus Zinn, Münz- und Medaillenbronzen zu 90-96 % aus Kupfer und zu 4-10 % aus Zinn.

Das unterschiedliche Verhältnis der Anteile (3 bis 9 Teile Kupfer, ein Teil Zinn), das Härte, Farbe und Bearbeitungseigenschaften bestimmt, ist bei früheren Bronzen teils durch den jeweils erreichten technischen Stand, teils durch bewusste Anpassung an den Zweck oder die Bearbeitungstechnik bedingt. Die ältesten Bronzen entstanden bis zu einem gewissen Grad zufällig durch die Eigenart der verwendeten Erze. Bevor man auf der Höhe der Bronzezeit die reinen Kupfer-Zinn-Legierungen herstellen konnte, verwendete man die vielfältigsten Kupferlegierungen. Sie enthielten außer Zinn oder an Stelle dessen kleine Anteile von Silber, Nickel, Arsen, Antimon u.a., die als zufällige geringe Beimengungen häufig auch in späteren Bronzen enthalten sind.

siehe auch:
- Aluminium
- Blattgold
- Blei
- Edelstahl
- Glocke
- Korrosion
- Kupfer
- Messing
- Patina
- Titanzink
- Zink