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Mausoleum

Bei einem »Mausoleum« (griechisch) handelt es sich um einen monumentalen Grabbau, d.h. um eine besonders aufwändige architektonische Gestaltung eines Grabmals von oder für bedeutsame Personen der Zeitgeschichte wie Könige, Päpste oder Politiker. Kostspielige Mausoleen konnten nur von den Angehörigen der obersten Gesellschaftsschichten errichtet und finanziert werden.

Der Name Mausoleum wird auf das für den persischen König und Statthalter Mausolos von Karien (367 v.Chr. begonnen, fertig gestellt 353 v.Chr.) errichtete Grabmal in Halikarnassos zurückgeführt. Halikarnassos war eine antike Hafenstadt an der Südwestküste Kleinasiens, heute befindet sich dort das türkische Seebad Bodrum. Die Höhe dieses Grabmals wird mit etwa 50 Meter angegeben und von Plinius dem Älteren (lateinischer Schriftsteller, geboren 23 oder 24 n.Chr., starb 79 beim Ausbruch des Vesuvs) in seiner in 37 Bändern erhaltenen Schriftenreihe „Naturgeschichte“ („Naturalis historia“) beschrieben. Dieser Bau galt als eines der sieben Weltwunder und wurde durch ein Erdbeben zerstört. In jüngerer Zeit wurde dieses Bauwerk durch entsprechende Ausgrabungen wieder bekannt. Reste des Sockelfrieses sowie Statuen des Mausolos und der Artemisia befinden sich heute im Britischen Museum in London.

Mausoleen wurden seit der Mitte des 4. Jahrhunderts v.Chr. bis in die römische Zeit gebräuchlich. Im Grundschema besteht ein Mausoleum aus einem Sockelbau, einem Grabtempel und einer Dachpyramide. Diese Form geht letztlich auf die frühe Form des Grabhügels zurück. Aus der ursprünglichen Form des Mausoleums entwickelten sich verschiedene Abwandlungen wie pfeilerartige Bauten oder Mausoleen mit Aufbauten in der Form eines Tetrapylons (einem Triumphbogen mit quadratischem Grundriss, häufig als Ehrenmal über Straßenkreuzungen errichtet). Aber auch kuppelartige Bauten oder Monumente mit zylindrischem Aufsatz und Kegeldach über einem kubischen Unterbau sind als Mausoleum errichtet worden.

Von den Römern wurde der Begriff des Mausoleums schließlich auf die monumentalen Familien-Grabmale übertragen, die von der Form des etruskischen Tumulus (Kuppelgrab) abgeleitet waren. Die Architektur der spätrömischen Mausoleen (Grabmal des Theoderich in Ravenna, um 526 n.Chr.) fand ihre Fortsetzung in den frühchristlich-byzantinischen Zentral- und Grabkirchen. Mausoleen existierten bis zum frühen Mittelalter, meist zusammen mit großen Kirchen. Abgelöst wurden diese teilweise durch das Martyrion (ein Bauwerk, das an einem Ort entstand, der durch die Erinnerung an einen Heiligen oder eine Reliquie ausgezeichnet war).

In Europa waren Mausoleen im Mittelalter und sogar bis ins 18. Jahrhundert hinein selten, da Grabgelege auf geweihtem Boden (möglichst in Kirchen bzw. Grabkapellen) bevorzugt wurden. Jedoch hatte z.B. noch Kaiser Ludwig der Deutsche (gest. 876) einen Gruftbau hinter dem Sanktuarium der Abteikirche von Lorsch. Im Gegensatz dazu waren die islamischen Grabmoscheen, die zu den Mausoleen gezählt werden können, sehr häufig. Eines der bekanntesten Mausoleen dieser Art ist das Taj Mahal im indischen Agra, welches etwa 1648 vollendet wurde. Erst zum Ausklang des 18. Jahrhunderts kamen auch in Europa Mausoleen wieder auf. Aus dem 19. Jahrhundert stammt beispielsweise das Mausoleum für Friedrich Wilhelm III. und seine Frau Luise im Schlosspark Berlin-Charlottenburg.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts errichteten wohlhabende Bürgerschichten über ihren Familiengrabstätten vielfach architektonisch aufwändige Bauwerke, die oftmals kleinen Mausoleen ähnelten. Später dann wurden unter Fortführung der historischen Vorbilder Mausoleen für Diktatoren (z.B. Mao Tse Tung in Peking) oder andere vom Personenkult umgebene Persönlichkeiten errichtet.

siehe auch:
- Gewölbe
- Hamam
- Januskopf
- Kloster Lorsch
- Kuppeln
- Monument
- Moschee
- Pantheon
- Petersdom
- Profanarchitektur
- Trompe
- Via Appia