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Brandlast

Unter der »Brandlast« eines Gebäudes versteht man die Summe der Heizwerte aller brennbaren Baustoffe, Einrichtungsgegenstände und der im Gebäude gelagerten Stoffe, die im Falle eines Brandereignisses ein besonderes Gefährdungspotenzial bergen. Zur Brandlast gehören also z.B. Holzverkleidungen, Möbel, Kleider, Papier in jeder Form, Kunststoffe, Teppiche usw., aber auch leicht brennbare Flüssigkeiten wie Benzin und das schwerer entzündliche Heizöl.

Das wesentliche Element der Erstellung eines Brandschutzkonzepts ist die Ermittlung der Brandlast. Je nach Größe der in einem Gebäude vorhandenen Brandlast und in Abhängigkeit von der Nutzung kann es in bestimmten Fällen erforderlich sein, eine Brandmelde- und Sprinkleranlage zu installieren, aber auch der Einbau von Steigleitungen kann sich aus der Größe einer Brandlast ergeben. Leicht entzündliche und gut brennbare Gegenstände bewirken einer Erhöhung der Brandlast.

Dass das Thema Brandlast und die schöne Stimmung der Advents- und Neujahrszeit eine brisante Mischung ergeben können, zeigen zahlreiche Schadensfälle. In einem Falle, der am 15.12.2005 in der Presse beschrieben wurde, hatte sich das Oberlandesgericht Oldenburg mit diesem Thema zu beschäftigen (Aktenzeichen: 2 U 300/00). Es ging konkret darum, dass Adventskränze. Kerzen und anderes weihnachtliches Dekorationsmaterial den Jahreswechsel schadlos überstanden hatte, hier sogar mehrere Monate. Offensichtlich konnte sich die Familie nicht vom schönen Schein trennen oder sie war schlicht zu faul, die Weihnachtsdekoration wegzuräumen.

Werden in einem solchen Fall dann noch Kerzen auf den dürren Ästen und leicht entzündlichen Dekorationsartikeln angezündet, ist das Risiko eines Brandes deutlich erhöht. Die Kerzen wurden hier zwar vor dem Verlassen des Hauses wieder gelöscht. Dennoch entzündeten sich die Flammen später wieder, als niemand mehr im Haus war. Der dadurch entstandene Schaden summierte sich zu einem Betrag von 32.000 Euro auf, den die Familie von ihrer Haftpflichtversicherung erstattet haben wollte. Doch verweigerte die Assekuranz den Schadensausgleich, sodass man sich schließlich vor Gericht wiedersah. Die Versicherung argumentierte, dass, wer sich so verhalte wie die Familie, grob fahrlässig verhalte und damit seinen Versicherungsschutz verliere.

Das Gericht schloss sich dieser Argumentation an. Die Richter urteilten, dass das Brandereignis auf ein grob fahrlässiges Verhalten der Familie zurückgeführt werden könne. Die Richter stellten fest, dass sich noch Mitte des Jahres ausgetrocknete Tannenzweige aus der vorausgegangenen Weihnachtszeit in der Wohnung befanden. Wenn dann noch mit brennenden Kerzen hantiert werde, ist das Risiko eines Brandausbruchs besonders hoch. Die Richter befanden, dass derjenige, der sich so verhalte, seinen Versicherungsschutz verliere. Jedenfalls müsse, wenn mit offenem Feuer hantiert werde, größtmögliche Sorgfalt angewendet werden, um einen unkontrollierten Brand zu vermeiden. Der Haus- bzw. Wohnungseigentümer bleibt in diesem Fall also auf seinem Schaden sitzen, da die Versicherung von ihrer Leistungspflicht befreit sei.

siehe auch:
- Backdraft
- Brandmeldeanlage
- Brandrauch
- Brandrisiko
- Feuerwiderstandsdauer
- Flashover
- kWh
- Sprinkleranlage
- Versicherungs-Check für Bauherren