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Absolute Feuchtigkeit

Der Wasserdampf, der in der Luft tatsächlich vorhanden ist, heißt »Absolute Feuchtigkeit«. Er wird gemessen in Gramm pro Kubikmeter (g/m³). Die absolute Feuchtigkeit kann bei einer bestimmten Temperatur der Luft nicht beliebig groß werden. Wird der Luft mehr und mehr Wasserdampf zugeführt, so steigt die absolute Feuchtigkeit bis zu einem Punkt an, bei dem die Luft keinen Wasserdampf mehr aufnehmen kann. Daher gibt es für jeden Temperaturgrad ein Sättigungs-Maximum (eine weitere Bezeichnung lautet „Feuchtigkeitsmaximum“), wie es in der anhängenden Tabelle dargestellt ist. Mit ansteigender Temperatur steigt auch die Fähigkeit der Luft, Wasser in Form von Wasserdampf aufzunehmen.

In unserer Klimazone enthält die uns umgebende Luft immer Wasserdampf, sie ist danach also „feucht“. Nu Luft, die keinerlei Wasserdampf enthält, bezeichnet man als „trockene Luft“, wobei der Mensch eine Luftfeuchtigkeit von weniger als 40 % schnell als zu trocken empfindet. Doch feuchte Luft kann man nur in bestimmten Fällen fühlen oder sehen, nämlich in Form von Dampfschwaden (z.B. Nebel, Sauna) oder Dampfwolken. Die Dampfschwaden, die von alten Dampfloks ausgestoßen werden, sind kein gasförmiges, sondern flüssiges Wasser in Form von vielen kleinen Wassertröpfchen, welche in der Summe die Wolke bildet. Der Mensch besitzt kein Sinnesorgan, um Wasserdampf direkt wahrzunehmen, da er unsichtbar und geruchs- sowie geschmacklos ist.

Wasser tritt in der Atmosphäre in allen drei Aggregatzuständen auf. Bei kaltem Wetter (Winter) oder bei bestimmten Witterungssituationen kommt Wasser in festem Zustand in Form von Eiswolken, Hagel, Schauer und Schnee vor. Flüssiges Wasser in Form von kleinsten Wassertröpfchen sammelt sich in der Atmosphäre in Wolken, in Nebelfeldern oder in Dunst. Im Gegensatz zu diesen beiden Aggregatzuständen findet sich Wasserdampf, so die Bezeichnung für gasförmiges Wasser, fast immer und überall in der Atmosphäre. Die aufnehmbare Menge des in der Luft enthaltenen Wasserdampfs hängt in erster Linie von der Temperatur ab, aber auch der Luftdruck beeinflusst die absolute Feuchtigkeit; der Wasserdampf schwankt.

Mit zunehmender Lufttemperatur steigt das Sättigungs-Maximum, d.h., wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen und „speichern“. Jeder, der einmal in den Tropen unterwegs war, kennt dies aus eigener Erfahrung: Bei für unsere Breiten relativ „geringen“ Temperaturen von 30°C und gleichzeitig sehr hoher Luftfeuchtigkeit enthält ein m³ Luft 30,3 g Wasserdampf (Wasser), damit fließt einem der Schweiß am Körper runter, ohne dass man sich überhaupt anstrengt.

Ein weiterer im Bereich des Bauwesens und der Nutzung von Wohnungen wichtiger Begriff ist der des Taupunktes. Kühlt sich die Luft, die eine bestimmte Menge Wasserdampf enthält, z.B. an einer kühlen Fensterscheibe oder ungedämmten Außenwand ab, so tritt bei einer bestimmten Temperatur die Ausscheidung von flüssigem Wasser ein. Die Temperatur, bei der die Luft beginnt, Wasser auszuscheiden, bezeichnet man als den Taupunkt. Bei der Temperatur des Taupunktes ist jener Zustand erreicht, bei dem die absolute Feuchtigkeit gleich dem Sättigungsmaximum ist. Bei einer weiteren Abkühlung muss die Luft einen Teil des vorhandenen Wasserdampfes wieder abgeben; dieser beginnt sich in Form von Tautröpfchen auszuscheiden.

Will man also die absolute Feuchtigkeit der Luft ermitteln, so kühlt man sie künstlich ab und misst dabei die Temperatur, bei der der gespeicherte Wasserdampf beginnt, sich an einer Oberfläche tropfenförmig zu bilden. Die absolute Feuchtigkeit ist gleich dem Sättigungsmaximum für die Temperatur des Taupunktes. Enthält die Luft viel Wasserdampf, so liegt der Taupunkt nahe der Lufttemperatur, ist die Luft trocken, so liegt der Taupunkt tiefer.

Zusammenfassend gilt folgendes:

• Die absolute Feuchtigkeit ist die Menge des Wasserdampfes in Gramm, die in einem Kubikmeter Luft enthalten ist (g/m³).
• Das Sättigungsmaximum ist die Feuchtigkeitsmenge, die ein Kubikmeter Luft bei einer bestimmten Temperatur maximal aufnehmen kann.
• Die relative Feuchtigkeit ist das Verhältnis der absoluten Feuchtigkeit zum Sättigungsmaximum.
• Der Dampfdruck ist der Teildruck des Wasserdampfes im Gasgemisch „Luft“.
• Der Sättigungsdruck ist der höchstmögliche Druck des Wasserdampfes bei einer bestimmten Temperatur.
• Das Sättigungsdefizit ist die Differenz von Sättigungsdruck und Dampfdruck oder Sättigungsmaximum und absoluter Feuchtigkeit
• Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft beginnt, Wasser auszuscheiden.

siehe auch:
- Blower-Door-Test
- EnEV
- Klimawandel
- Komfortlüftung
- Kondensation
- Leckagen
- Luftdichtheit
- Luftfeuchtigkeit
- Lüftungsanlagen (mechanische)
- Raumklima
- Schimmel
- Schimmelpilzbefall
- Schimmelbildung vorbeugen
- Taupunkt