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Grobkies

Der aus natürlichen Lagerstätten gewonnene »Kies« (mittelhochdeutsch »kis« = »grobkörniger, steiniger Sand«) wird in der Geologie und der Geotechnik sowie im Bauwesen in Größenklassen unterteilt. Kies findet sich in unterschiedlichen Korngrößen in Sedimenten, die aus Restmaterialien aufbereiteter Steine an der Erdoberfläche bestehen. Die Aufbereitung der Gesteine, die man auch als Verwitterung bezeichnet, erfolgt durch Einwirkung von Wetterelementen, wie Sonneneinstrahlung, Wind, Frost und Regen, aber auch unter Mitwirkung von Säuren und Organismen.

Kies oder auch Kieselsteine, so eine weitere Bezeichnung, finden sich in Ansammlungen im Bereich von Flüssen und Bächen, die Kieselsteine werden durch Wassereinwirkung rundgeschliffen. Größere Gesteine mit Durchmessern von mehr als 63 mm werden als Gerölle bezeichnet, landläufig auch als Steine. Kies enthält keine pflanzlichen Bestandteile und Wasser kann gut hindurchfließen, sodass Kies oder »Grobkies« z.B. häufig beim Bau von Dränagen oder als Spritzwasserschutz im Sockelbereich von Gebäuden verwendet wird. Weiterhin wird Kies in der Bauindustrie bei der Herstellung von Beton und als Füllmaterial (Unterbau) im Straßen- und Eisenbahnbau verwendet.

Nach der Korngröße unterscheidet man zwischen

• Feinstsand (Korngröße bis 0,25 mm),
• Feinsand (Korngröße 0,25 - mm),
• Grobsand (Korngröße 1 - 4 mm)
Kies (Korngröße 4 - 32 mm),
Grobkies (Korngröße 32 - 63 mm) und
• Steinen (Korngröße über 63 mm).

Sande mit Korngrößen bis 4 mm bezeichnet man als Feinzuschlag und bei Korngrößen zwischen 4 und 63 mm spricht man vom Grobzuschlag, wenn man diese als Zuschlagstoffe in Baustoffgemischen einsetzt, z.B. bei der Betonherstellung. Kies wird im Tagebau gewonnen, den so genannten Kiesgruben. In Deutschland wird etwa eine Fläche von 0,5 Prozent der gesamten Landfläche für die Gewinnung von Sand und Kies genutzt. Die dabei entstehenden großen Bodensenken werden entweder rekultiviert oder mit Wasser geflutet und z.B. als künstliche Seen, den so genannten Baggerseen, genutzt.

Wird Geröll oder anderes Steinmaterial maschinell gebrochen, spricht man nicht von Kies, sondern von Splitt oder Schotter (in Abhängigkeit von der Korngröße), die sich aufgrund ihrer scharfkantigen Oberflächen vom Kies mit seiner gerundeten (abgeschliffenen) Oberfläche unterscheiden.

siehe auch:
- Granulat
- Kornformen
- Korngröße
- Lehm und Ton
- Schluff
- Sedimente
- Sieblinie
- Spritzwasserschutz
- Ton
- Zusatzmittel
- Zuschlag