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Tischler

Die Berufsbezeichnung »Tischler« ist eine landschaftsbezogene synonyme Bezeichnung für einen Vollhandwerker des holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerks, regional besser auch unter dem Begriff »Schreiner« bekannt. Tischler ist die Berufsbezeichnung für Menschen, die Möbel und Bauschreinerarbeiten herstellen. Viele Begriffe in diesem Handwerk sind regionalen Ursprungs. Die Berufsbezeichnung „Schreiner“ ist bereits seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und wahrscheinlich von Schrein (»scrinum« = »zylinderförmiger Behälter zum Aufbewahren von Salben und Papieren«) abgeleitet. Tischler ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt und wahrscheinlich auf Tisch (»diskus«) zurückzuführen. In der Schweiz stellt der Begriff „Schreiner“ einen Oberbegriff für holzverarbeitende Berufe dar, der Möbelschreiner (Tischler), Bauschreiner oder Zimmermann umfassen kann. In Deutschland ist die Berufsbezeichnung einheitlich mit Tischlerin bzw. Tischler festgelegt. Der Beruf des Tischlers als fünftgrößter Handwerksberuf ist »mega-in«. Der Tischler arbeitet sowohl in der Werkstatt als auch vor Ort auf der Baustelle bzw. beim Kunden, er wird beispielsweise aber auch im Messebau tätig.

Der Tischler ist ein Handwerksberuf, der in der Holzwirtschaft ausgebildet wird. Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel drei Jahre, wovon unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. nach der Absolvierung eines Berufsgrundschuljahres) Teile erlassen werden können. Die betriebliche praktische Ausbildung wird durch den Besuch der Berufsschule (meist in Form von Blockunterricht) und durch spezielle Kurse (z.B. Maschinenkurs) ergänzt. Noch bessere Aussichten hat der Tischlergeselle, wenn er sich nach der Gesellenprüfung weiterqualifiziert: beispielsweise zum Restaurator im Tischlerhandwerk oder, was insbesondere für den design-interessierten Tischler in Frage kommt, zum Gestalter im Handwerk. Führungsaufgaben oder die Leitung eines eigenen Betriebes sowie das Ausbilden von Lehrlingen kann der Tischler übernehmen, wenn er den Meistertitel erringt.

Der Tischler beschäftigt sich mit dem Entwurf, der Herstellung, der Reparatur, dem Einbau sowie der Montage von Bauteilen wie Raumteilern, Türen, Treppen und Treppengeländern. Auch Fenster, Fensterrahmen, Fensterläden, Gehäuse aller Art, vollständige Zimmereinrichtungen sowie Einzelmöbel, Leisten und Rahmen fertigt er an. Zu den Kenntnissen des Tischlers zählen der Entwurf, die Formgebung und die Gestaltung von Möbeln, Innenausbauten und Bauteilen aller Art. Auch über Vollholz, Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Halbzeuge muss sich der Tischler Kenntnisse aneignen, ebenso über Arten, Arbeitsweisen, Pflege und Handhabung der Holzbearbeitungsmaschinen. Die Rechtsvorschriften über Umweltschutz, Unfallverhütungsmaßnahmen sowie über Arbeitsschutz und -sicherheit müssen dem Tischler ebenfalls geläufig sein.

Beim Bau moderner Türen und Fenster mit speziellen Wärmeschutzgläsern und beim Ausbau von Dachgeschossen mit modernen Dämmmaterialien kommen zunehmend auch umweltschützende Verfahren und Materialien ins Spiel. Bei der Auswahl der Hölzer sowie der Leime und Lacke interessieren die Kunden ökologisch vertretbare Alternativen, die dem Tischler daher geläufig sein müssen. Der Innen- und Messebau erfordert hohe Qualitätsmaßstäbe und ein genaues Arbeiten, darüber hinaus aber auch den Sinn für Zweckmäßigkeit. Ein weiterer Arbeitsbereich des Tischlers ist die Restauration alter Möbel, die Stilsicherheit und absolute Sorgfalt in der Ausführung verlangt, Kenntnisse der Möbelstile sind daher ebenfalls von Vorteil.

siehe auch:
- Baumeister
- Dachdecker
- Dachhandwerker
- Flaschner
- Gilde
- Klempner
- Kupferschmied
- Maurer
- Restaurator
- Spengler
- Zimmermann
- Zunft