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Schaden

In Zeiten des knappen Geldes und des schnellen Bauens verzichten viele Bauherren oftmals auf eine fundierte Planung und auch noch auf eine qualifizierte Baukontrolle durch einen unabhängigen Baufachmann. Die Folgen sind in vielen Fällen Bauschäden, die nur mit viel Glück nachträglich noch mit entsprechendem Aufwand saniert werden können. Aus »Schaden wird man klug«, so lautet ein altes Sprichwort und meint, dass man aus Fehlern lernen kann. Es ist zwar die dümmste Methode des Lernens - aber im Alltag eine sehr wirksame. Nur in der Politik scheint sie nicht zu funktionieren. Der »Schaden« ist da. Die Klugheit lässt auf sich warten. Aus den Fehlern anderer zu lernen ist im Ergebnis sogar billiger. Aber im Baubereich wird scheinbar die Methode mit den eigenen Fehlern bevorzugt. Manchmal ist die Zeitspanne für die Erkenntnis, etwas falsch gemacht zu haben, nicht sehr lang. Und ein nächstes Mal, wo man es besser machen könnte, gibt es dann für die durchschnittlichen Bauherren auf keinen Fall mehr. Dann sind Advokaten »Schadvokaten«, die zwar nichts reparieren oder sanieren, aber kassieren! Klugheit dagegen ist handeln zum Nutzen, d.h. Verhaltensänderung aus gehabtem Schaden.

Doch wie ist im rechtlichen Sinne ein Schaden definiert? Hierzu findet sich eine entsprechende Definition des Instituts für Bauforschung e.V. (An der Markuskirche 1, 30163 Hannover) in der Publikation »Schaden-Prophylaxe zu Feuchte- und Schimmelpilzschäden« von 2005:

„Als Schaden werden alle negativen Veränderungen an einer Sache (Bauteil, Gebäude usw.) bezeichnet, die aufgrund von z.B. Planungs-, Produktions-, Ausführungs-, Nutzungs- oder Aufsichtsfehlern bzw. -mängeln entstehen bzw. Resultat unvermeidbarer Vorgänge (Alterung, höhere Gewalt usw.) sind. Inwieweit sich hieraus Gewährleistungs- oder Preisminderungsansprüche ergeben, hängt wesentlich von der jeweiligen vertraglichen Vereinbarung (z.B. Vertrag, Werkvertrag) ab. Im Besonderen ist zu klären, ob ein Mangel (am Bauteil, Gebäude usw.) vorliegt, d.h., ob und in welchem Umfang eine Abweichung vom vertraglich vereinbarten »Sollzustand« vorliegt.“

siehe auch:
- Allgemeine Regeln der Baukunst
- Alptraum
- Arglist auf dem Bau
- Bauleistungsversicherung
- Baumurks
- Baupfusch
- Deregulierung
- Eigenverantwortung
- Extremwetter
- Gefahrenabwehr
- Gutachten
- Handwerkspfusch
- Hurrikan
- Mängelrüge
- Mangel
- Naturkatastrophe
- Pfusch am Bau
- Schimmel
- Schlamperei
- Schrottimmobilie
- Vier-Augen-Prinzip