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Mauerabdeckung

Der größte Feind von der Witterung ausgesetzten Bauteilen wie Wänden, hier insbesondere aus Mauerwerk, ist von oben oder seitlich eindringendes Niederschlagswasser in Verbindung mit Frost. Diese Witterungseinflüsse können schwerwiegende Bauwerksschäden zur Folge haben, die von Durchfeuchtungen über Abplatzungen bis zur Schimmelpilzbildung und sogar bis zum irreparablen Einsturz führen können.

Bevor Metallabdeckungen für Dachabschlüsse (Attika), Simse und Mauerkronen üblich wurden, verwendete man Dachziegel oder Ziegelplatten. Insbesondere in Osteuropa kann man aber auch heute noch Mönch- und Nonnenabdeckungen auffinden, Friese usw. sehen, die einen Eindruck über eine historische Detaillösung vermitteln, die bei uns weitgehend verschwunden sind bzw. durch die Metallabdeckung ersetzt wurden. Als Mauerabdeckung ist der Dachziegel jedoch insbesondere bei Sanierungsmaßnahmen z.B. in Ostdeutschland und im Bereich von Denkmalen wieder vermehrt zu beobachten.

Die Abbildung zeigt eine schematische Auswahl von Mauerkronen, die alle die Funktion haben, einen Feuchteeintrag in das darunter befindliche Mauerwerk zu vermeiden und einen gestalterisch angemessenen Abschluss der Fassade, der Mauer, des Pilasters usw. zu erreichen. Hierbei ist das Abtropfen des Wassers durch entsprechende Vorkehrungen, Traufen und Traufabstände zu ermöglichen, um auch den Wassereindrang in die Mauerflanke zu verhindern. Vandalismus hat es zu allen Zeiten gegeben. Daher sind für solche Mauerkronen nach Möglichkeit größere Höhen zu wählen, die die mechanische Beschädigung der Mauerabdeckung vermeiden helfen.

Weiterhin ist die Verkehrssicherheit zu berücksichtigen. Loslösen und Herabfallen von Mauerkronenelementen sind zu verhindern. Bei Mauerkronen von Einfreidungsmauern mit einem Dachprofil gilt die 1/8-Proportionsregel, abgeleitet von der menschlichen Proportion: 1/8 der Gesamtkörperhöhe macht der Kopf aus. Letzteres ist als Empfehlung zu werten. Kleiner sollte das Verhältnis aber nicht angesetzt werden, da ansonsten eine derart gestaltete Wand wenig ausgewogen wirkt.

Die Dachziegelhersteller bieten verschiedene Sonderziegelformen an, die sich zur Abdeckung von Mauerkronen eignen. Dachziegel können „satt“ im Kalkmörtel verlegt werden. Zement als Bindemittel ist ungeeignet, da thermische Spannungen vom spröden Zementmörtel kaum aufgenommen werden können und die Gefahr besteht, dass sich Risse im gesamten Dachziegel ausbilden. Bei höheren Mauerabdeckungen oder bei Abdeckungen in Tor- und Einfahrtsbereichen ist ggf. noch eine Regenrinne vorzusehen, um somit einen ausreichenden Spritzwasserschutz zu gewährleisten. Eckausbildungen können mittels Gehrungsschnitt ausgeführt werden, jedoch muss diese Gehrung dann mit Blei unterlegt werden, damit eine ausreichende Dichtigkeit erzielt wird.

Aus Dachziegeln hergestellte Mauerabdeckungen für vielfältige Bauaufgaben gehören wie die Ziegeldächer selbst zum baukulturellen Erbe in Deutschland. Der Dachziegel vereint in beeindruckender Weise schützende und schmückende Funktionen. Gleichermaßen wie z.B. das Wissen um die Mauerwerksverbände allmählich verloren geht, verschwindet die Kenntnis um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Dachziegels als Schutz und Schmuckelement auf Mauern. Auch hier zeigt sich einmal mehr, dass billiger nicht automatisch auch schöner ist.

Für die Ausführung von Mauerabdeckungen mit Metallprofilen bieten die Hersteller technisch ausgereifte Befestigungssysteme an. Von Eigenkonstruktionen wird an dieser Stelle abgeraten, da Mauerabdeckungen nicht nur dem Niederschlagswasser Widerstand leisten müssen, sondern auch durch Windsogkräfte sowie thermische Spannungen infolge von Wärme und Kälte beansprucht werden. Neben Titanzinkblechen sind auch Abdeckungen aus Kupfer gebräuchlich, andere Metalle wie z.B. Aluminium werden eher selten verwendet, sind aber prinzipiell ebenfalls möglich.

siehe auch:
- Abdeckungen für Mauerwerk
- Attika
- Dachziegel
- Fensterbankanschluss
- Klosterziegel
- Mauerwerk
- Rollschicht
- Schlagregenbeanspruchung
- Schlagregenschutz
- Wassernase
- Ziegel