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Wellblech

Bereits seit vielen Jahrzehnten werden weltweit zumindest Nebengebäude wie Ställe und Scheunen mit »Wellblechen« eingedeckt bzw. Wände mit Wellblechen verkleidet, in ärmeren Ländern besteht die Außenhaut der „Wohnhäuser“ oftmals ausschließlich nur aus Wellblechen. Wellbleche sind dünne Bleche aus Metall, die ein wellenförmiges Profil aufweisen, um somit die für eine relativ hohe Tragfähigkeit erforderliche Steifigkeit zu erreichen. Wellbleche können aus Aluminium, Stahl (mit anschließender Verzinkung), Edelstahl, Titanzink und Kupfer hergestellt werden.

Neben den gerade gestreckten Wellblechen bietet die Industrie inzwischen auch Wellbleche an, die zylinderförmig gebogen sind, um somit z.B. runde Dächer eindecken zu können. Zu Beginn der Wellblechherstellung war die Wellentiefe und damit die Steifigkeit der Wellbleche gering, so dass meist eine statisch tragende Unterkonstruktion (z.B. aus Bohlen oder Traglatten) erforderlich war. Inzwischen sind jedoch auch Wellenhöhen von bis zu 20 cm lieferbar. Die Blechdicke der Wellbleche liegt bei normalen Profilen zwischen 0,5 mm und 1,0 mm. Hergestellt werden die Wellbleche durch Walzen oder in einer Prägemaschine. Auch im Flugzeugbau wurden bereits Wellbleche aus Aluminium eingesetzt, wie das Beispiel der Junkers Ju 52 („Tante Ju“) von 1931 eindrucksvoll belegt.

Fassadengestaltung im modernen Wohn- und Zweckbau bei architektonisch anspruchsvollen Gebäuden braucht Raum für die Umsetzung kreativer und innovativer Ideen. Moderne Wellprofile erfüllen diese Ansprüche aufgrund ihres optisch ansprechenden Designs sowohl zur Verkleidung von Wänden als auch im Bereich der Dacheindeckung. In Querrichtung sind Wellbleche leicht an gekrümmte Oberflächen anzupassen, in Längsrichtung können diese ebenfalls durch spezielle Herstellungsverfahren an gekrümmte Oberflächen angepasst werden. Die Hersteller bieten umfangreiches Zubehör an, so dass eine reibungslose und schnelle Montage ermöglicht wird.

Durch die Wellstruktur mit verschiedenen Profilvarianten, die von der klassischen Sinuskurve mit engen Kurven bis hin zum Wellprofil mit weiten Bögen für großflächige Anwendungen reichen, durch Materialarten von Aluminium über Stahl bis hin zu Titanzink und Kupfer und durch architektonische Elemente wie Lisenen und Abschlüsse lassen sich Fassaden auch im Wohnhausbau optisch elegant aufwerten. Unterschiedliche Materialstärken gewährleisten die Abstimmung auf spezielle statisch-konstruktive Erfordernisse und schaffen somit für jeden Objektbereich eine dauerhafte und zweckmäßige Verkleidung.

Die optische Wirkung wird durch die Verlegerichtung (von waagerecht über schräg bis senkrecht) und die Höhe bzw. den Abstand der Wellen bestimmt. Die vielseitige Auswahl an Beschichtungen und Farben bieten zudem die größtmögliche Freiheit sowohl für den Planer als auch für den Bauherrn. Legierungen, Festigkeit und Beschichtungsarten sind speziell auf den Einsatz im Außenbereich abgestimmt. Durch das relativ geringe Gewicht der Profile sind in der Regel leichte Konstruktionen möglich.

Gerundete „bombierte“ Profilvariationen runden das Wellprofil-Sortiment der Hersteller ab. Dies gilt analog für die den Wellprofilen verwandten Trapezprofile. So kann bei der Gestaltung in technisch ausgereifter Form optimal auf alle örtlichen und baulichen Vorgaben eingegangen werden. Das Wellprofil als weiteres maßgebliches Element moderner Bauarchitektur im Fassadenbereich eignet sich selbstverständlich auch für das Dach (Wasserfalle in der Überlappung möglich), und dies nicht nur im Neubaubereich, sondern auch bei der Sanierung von Gebäuden. Werden Wellbleche einschalig und ohne Unterdach verlegt, sollte eine spezielle Beschichtung auf der Unterseite angebracht werden, die eine Kondensation und damit Tropfenbildung verhindert.

siehe auch:
- Aluminium
- Isodach
- Isowand
- Kupfer
- Paneel
- Titanzink
- Thermodach
- Thermowand
- Trapezblech