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Bodenplatte

Ohne ein solides Fundament kann auch ein Traumhaus nicht dauerhaft standsicher und schadensfrei bleiben, das wussten auch schon die alten Römer und Griechen. Doch auch in der Bibel finden sich bereits einige Hinweise darauf, dass ein Haus ohne solides Fundament nicht standsicher ist: „Wer aber hört und nicht tut, der gleicht einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde, ohne Grund zu legen; und der Strom riß an ihm und es fiel gleich zusammen und sein Einsturz war groß,“ so heißt es in Lukas 6, 49. In Lukas 6, 47 ist die Rede davon, dass ein „Haus auf Sand gebaut“ wurde, welches somit nicht standsicher ist, bestätigt einmal mehr durch der Bibeltext im Matthäus-Evangelium 7, 24: „Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den vergleiche ich mit einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute; und der Regen stürzte hinab und die Flüsse kamen und die Winde wehten und stürmten gegen dieses Haus; und es fiel nicht, denn es war auf Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, der wird vergleichbar sein mit einem törichten Mann, der sein Haus auf den Sand baute; und der Regen stürzte hinab und die Flüsse kamen und die Winde wehten und stürmten gegen dieses Haus; und es fiel und ihr Einsturz war groß.“

Fehler bei der Planung, den Vorarbeiten oder der Herstellung von Fundamenten sind häufig Ursache von großen Bauwerksschäden, die dann in der Regel nur noch mit einem sehr hohen technischen und damit wirtschaftlichen Aufwand repariert werden können. In Extremfällen können mangelhaft ausgeführte Gründungskörper gleich welcher Art auch dazu führen, dass ein Bauwerk wieder abgerissen werden muss. Deshalb ist es grundsätzlich falsch, an der Planung und Ausführung von Fundamenten zu sparen, wie dies zunehmend gerade im üblichen Ein- oder Zweifamilienwohnhausbau zu beobachten ist. Ignoranz sowohl auf Seiten des Bauherren, aber auch vieler »Bauunternehmer«, »No-Name-Bauträger« und solcher Leute, die glauben, sie verstehen was vom Bauen („haben wir immer schon so gemacht“ oder „haben wir noch nie so gemacht“) führen oftmals zu eklatanten Schäden, wie zahllose Gerichtsverfahren und Urteile belegen. Fundamente oder Bodenplatten sorgen, wenn sie richtig geplant und ausgeführt worden sind, auch noch nach Jahrzehnten für die Standsicherheit des Hauses, sodass wir zu diesem im wahrsten Sinne des Wortes tragenden Bauteil an dieser Stelle umfassender berichten.

Für die Bewohner kaum spürbar, bewegt sich ein Haus je nach Untergrund und Güte der Gründung noch viele Jahre nach dem Bau um einige Millimeter oder auch Zentimeter. In Wiesbaden sind zahlreiche Gebäude bekannt, die sich auch nach 30 oder 40 Jahren noch sehr stark bewegen oder setzen, was auf einen nicht ausreichend tragfähigen Untergrund zurückzuführen ist, der seinerzeit offensichtlich nicht ausreichend sorgfältig untersucht wurde. Solange diese Bewegungen gleichmäßig und nur langsam vonstatten gehen, besteht keine Gefahr für ein Haus und seine Bewohner, treten dabei doch keine sichtbaren Schäden an der Tragstruktur (Wände, Decken) auf. Bei den Frankfurter Hochhäusern, die in den letzten Jahrzehnten gebaut worden sind, werden diese Bauwerkssetzungen vorab abgeschätzt, wobei die Größenordnungen dieser Setzungen sich durchaus im Bereich von 30 Zentimeter und mehr bewegen können. Solche großen Bauwerkssetzungen müssen daher bei der Planung berücksichtigt werden, da sich die Garagenzufahrten oder Hauszugänge ebenfalls entsprechend bewegen.

Solange die Bewegungen eines Gebäudes gleichmäßig sind, entstehen am Gebäude keine oder kaum nennenswerte Schäden, erst unterschiedliche Verformungen führen zu Rissen in Wänden und Decken. Die Bewegungen entstehen dadurch, dass das Erdreich unter der Sohle wegen der Last des aufstehenden Bauwerks nachgeben kann. Je schwerer das Gebäude, desto größer werden diese Bewegungen. Außerdem wirken auf ein Gebäude oder ein Bauwerk (z.B. eine Brücke) tagtäglich Kräfte ein, die beispielsweise aus Wind, Schnee, Temperaturschwankungen oder eben der Benutzung durch Menschen und/oder Maschinen sowie Fahrzeugen entstehen. Die letztgenannten Lasten bezeichnet der Fachmann als Verkehrslasten. Diese treten in der Regel ungleichmäßig auf, sodass auch die Last abtragenden Bauteile und damit der Baugrund ungleichmäßig beansprucht werden.

Während der Lebensdauer eines Gebäudes oder Bauwerks können sich unterschiedliche Verformungen einstellen, die beispielsweise aus den bauphysikalisch nicht vermeidbaren Durchbiegungen von Trägern, Unterzügen oder Decken herrühren. Aber auch das Schwinden und Kriechen von Baustoffen, hier in erster Linie bei Stahlbeton und Mauerwerk, kann einen teils deutlichen Beitrag zu Bauwerksverformungen liefern. Ein weiterer Aspekt ist die natürliche Alterung von Baustoffen, der sich ebenfalls auf das Verformungsverhalten auswirken kann. Es ist eben nicht zutreffend, davon auszugehen, dass eine Stahlbetondecke oder eine Stahlbetonstütze auf ewig hält und seine Ausgangsform dauerhaft beibehält, wie selbst manche Bauleute immer noch meinen.

Dies trifft in gleicher Weise auf hölzerne Dachstühle zu. Dass Holz arbeitet, ist auch vielen Laien bekannt. Diese aus bauphysikalischen Gründen nicht zu vermeidenden Holzverformungen sind auf die klimatisch bedingten Änderungen der Luftfeuchte zurückzuführen. Bei niedriger Luftfeuchte trocknet das Holz, es verringert sein Volumen und schrumpft, bei steigender Luftfeuchte ist es genau umgekehrt. Dies führt dazu, dass sich Holzkonstruktionen auch teils deutlich unterschiedlich verformen. Doch auch bei einer Dauerbelastung können sich die daraus resultierenden Verformungen in die Hölzer einprägen, wie der Blick auf zahlreiche ältere Fachwerkhäuser oder Dachstühle zeigt. Dachstühle werden zudem durch Schnee und Wind beansprucht, was sich ebenfalls auf das Verformungsverhalten auswirkt. Bei einer unzureichende Aussteifung der Dachebenen kann der hölzerne Dachstuhl quasi wie ein Schiff auf dem Meer hin- und herschaukeln, wenn auch diese Bewegungen im Normalfall für das menschliche Auge nicht direkt wahrnehmbar sind (es sei denn, das Dach wird vom Wind weggeblasen). Diese in der Regel kleinen Verformungen zeigen sich in Form von mehr oder weniger großen Rissen in den Giebelwänden oder auch an den Dachtraufen.

Selbst kleinere Häuser ergeben, addiert man das Gewicht aller Bauteile sowie der Einbauten zusammen, meist ein beträchtliches Gesamtgewicht. Hinzu kommen noch die Verkehrslasten, d. h. die Lasten, die sich aus der planmäßigen Nutzung eines Gebäudes oder Bauwerks ergeben. Zu den Verkehrslasten zählen beispielsweise bei Brücken die darüber fahrenden Fahrzeuge, im Wohnhaus die sich darin aufhaltenden Personen, Tiere und Einrichtungsgegenstände (z. B. Möbel). Alle diese Lasten müssen über eine ausreichend tragfähige Gründung für die gesamte Lebensdauer des Gebäudes bzw. Bauwerks in den Baugrund abgetragen werden. Gerade kurz nach Fertigstellung eines Gebäudes treten die größten Setzungen und auch Verformungen bei Stahlbetonbauteilen auf, die üblicherweise nach einiger Zeit deutlich abklingen und zur Ruhe kommen. Die Zeitspanne dieser auftretenden Verformungen und Setzungen ist dabei abhängig von den örtlichen Gegebenheiten. Sind im Untergrund wasserführende Schichten oder bindige Böden vorhanden, kann dies im ungünstigsten Fall zu sehr lange andauernden Bauwerksbewegungen führen, wenn dies bei der Planung und Ausführung der Gründung nicht oder unzureichend berücksichtigt worden ist.

Unterschiedliche Verformungen und Setzungen zeigen sich anfangs in Form von kleineren Rissen an den Putzoberflächen von Wänden und Decken, vorzugsweise im Bereich von Fenster- und Türöffnungen. Erst bei deutlich unterschiedlichen Setzungen im Untergrund des Bauwerks kann es zu tieferen und klaffenden Rissen gerade bei Mauerwerkskonstruktionen kommen. Rissbreiten von bis zu 0,3 mm gelten gemeinhin als völlig unbedenklich (es ist aber immer eine Einzelfallbetrachtung notwendig), bei Rissbreiten von 0,5 mm und mehr sollte ggf. ein Baufachmann (Bauingenieur, Bausachverständiger) hinzugezogen werden, insbesondere dann, wenn sich die Risse weiterhin verändern. Aber auch bei Rissen von einigen Millimetern Breite besteht nicht immer gleich Anlass zur Sorge, dass das Gebäude einsturzgefährdet ist. Es ist jedoch ratsam, diese Verformungen bzw. die Ursache für diese Verformungen durch einen qualifizierten Baufachmann untersuchen zu lassen, um danach ggf. geeignete Sanierungsmaßnahmen ergreifen zu können. Es nutzt nichts, nur die Symptome zu behandeln, ohne die Ursache zu erkennen und zu beseitigen. Dieser Grundsatz gilt nicht nur in der Medizin, sondern auch bei der Beurteilung von Schäden an Bauwerken und Gebäuden.

Nicht für jede Art eines Gebäudes wird es gleich erforderlich sein, dieses mit einer hoch tragfähigen und verformungsarmen Gründung zu versehen. Die kleine, eingeschossige Fertiggarage aus Stahlbeton, das Gartenhäuschen oder auch die Pergola benötigen meist nur kleinere Einzelfundamente (gelegentlich auch als Punktfundamente bezeichnet), auf die dann die tragenden Stützen bzw. der Stahlbetonkasten der Fertiggarage aufmontiert werden. Die Tiefe dieser Einzelfundamente richtet sich dabei nach der Tragfähigkeit des Untergrunds und der Geländebeschaffenheit. In jedem Falle ist jedes Fundament bis in eine frostfreie Tiefe von mindestens 80 cm unter späterer Geländeoberkante zu führen (in kälteren Gegenden Deutschlands durchaus auch bis zu 120 cm tief). Frostfrei bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es auch in einer längeren Winterperiode ab dieser Tiefe keine Frosteinwirkungen im Erdreich mehr gibt (Wasser vergrößert sein Volumen ganz beträchtlich, wenn es gefriert, was dann zu ungleichmäßigen und unerwünschten Hebungen führen kann). Bei Hanglagen kann die erforderliche Gründungstiefe deutlich größer sein (durchaus zwei oder drei Meter), da in jedem Falle der natürlich gewachsene Boden erreicht werden muss. Die Herstellung von Fundamenten, unabhängig ob es sich um Einzelfundamente, Streifenfundamente oder eben um eine statisch tragende Bodenplatte aus Stahlbeton handelt, darf nicht in aufgeschüttetem Erdreich erfolgen, wobei es gerade bei unterschiedlich hohen Schichtdicken der Aufschüttungen zu unkalkulierbaren Setzungsunterschieden kommen kann, die dann der Grund für teils erhebliche Schäden am Gebäude sind.

Neben den Einzelfundamenten wurden über viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte streifenförmige Fundamente hergestellt, auf die dann die tragenden Wände (Fachwerk oder Mauerwerk) aufgerichtet wurden und immer noch werden. Zu Beginn der technischen Entwicklung bestanden diese Streifenfundamente meist aus Feldsteinen oder ähnlichem, die, neben- und übereinander gelegt, den Unterbau im erdreich bildeten. Später wurden auch Ziegelsteine eingesetzt, die wegen ihrer kantigen Form besser und sauberer aufeinander geschichtet werden konnten. Erst mit der Wiederentdeckung des Betons im 18. und 19. Jahrhundert und später mit der Erfindung des Stahlbetons wurden die Streifenfundamente tragfähiger und haltbarer. Allerdings ist auch heute noch zu beobachten, dass bei der Gründungstiefe, der Breite der Streifenfundamente und auch bei der Bewehrung oftmals gespart wird, da man dem Fundament häufig nicht die Beachtung schenkt, die es verdient. Es muss jedem einleuchten, dass, wer bei der Fundamentierung seines Hauses und damit an der falschen Stelle spart, dies oft und bitter bereut hat. Die vorgenannten Bibelzitate belegen diese alte Weisheit eindringlich. Schließlich sind nachträgliche Reparaturen am Fundament ungleich aufwändiger und damit teurer als beispielsweise die Erneuerung von Fliesen im Bad. Wenn das Geld in der Bauphase knapp ist, sollte daher nicht bei der Gründung gespart werden, sondern bei der Ausstattung wie z. B. den Fliesen, die nach einigen Jahren relativ leicht gegen höherwertigere Fliesen ausgetauscht werden können, sobald man sich finanziell wieder erholt hat.

Bevor mit dem Aushub der Baugrube begonnen wird, muss der vom Bauherrn beauftragte Planer (Architekt, Bauingenieur) an die zuständige Bauaufsichtsbehörde eine Baubeginnsanzeige übermitteln, wobei diese dort in der Regel mindestens eine Woche vor Beginn der geplanten Arbeiten eingehen muss. Damit wird gegenüber der Bauaufsichtsbehörde erklärt, dass die Bauarbeiten beginnen sollen. Diese kann dann von ihrem Recht Gebrauch machen, die Bauarbeiten zu kontrollieren (was aber eher selten der Fall ist). Solange die Baugrube sich ausschließlich auf dem eigenen Baugrundstück befindet und Nachbargrundstücke durch die Bodenvertiefung nicht beeinträchtigt werden, kann diese im Prinzip beliebig groß gestaltet werden, wenn das Aushubmaterial auf dem Grundstück gelagert oder auf einer Erdstoffdeponie entsorgt wird.

Um die Fundamente bzw. die Bodenplatte herstellen zu können, muss ein umlaufender Arbeitsraum hergerichtet werden, wobei hierfür mindestens eine Breite von 50 cm, besser 100 cm, vorzusehen ist. Bei Kellergeschossen werden die Arbeitsräume zur Anbringung der Außenabdichtung und der Perimeterdämmung genutzt, weshalb es erforderlich ist, diese so herzurichten, dass kein Erdreich nachrutscht. Vielfach kann man beobachten, dass die Baugrubenböschungen viel zu steil ausgebildet werden, was eine große Gefahr für die Bauleute darstellt. In den einschlägigen Normen sind in Abhängigkeit vom anstehenden Erdreich unterschiedliche Böschungswinkel vorgegeben, die nicht überschritten werden dürfen. Dieser Böschungswinkel beträgt selbst bei Fels maximal 80°, für andere Bodenarten werden Winkel zwischen 30° bis 70° angegeben. Der zulässige Böschungswinkel geht auch aus einem qualifizierten Baugrundgutachten hervor. Viele Baufirmen und Bauherren sind jedoch der Auffassung, dass es sich dabei eher um Empfehlungen als um die Einhaltung technischer Regeln handelt, wobei das Motiv in der Regel Kostenersparnis ist, in einigen Fällen aber auch Unwissenheit eine Rolle spielt. Kommt es durch eine zu steile Baugrubenböschung zu einem Unfall mit Personenschaden, ist der dafür Verantwortliche in der Haftung und muss ggf. für alle daraus resultierenden Schäden und Folgen aufkommen. Ob eine Berufshaftpflichtversicherung bei grober Fahrlässigkeit einen Schaden reguliert, ist wohl nur in Ausnahmefällen denkbar.

Bei tieferen Baugruben werden noch zusätzliche Bermen erforderlich, da eine Böschung maximal drei Meter hoch ausgeführt werden darf, dann muss eine horizontale Ebene anschließen. Damit kein Erdreich durch auftreffenden Regen aufweicht und in die Baugrube abrutscht, müssen die Böschungen mit Folien oder Planen abgedeckt werden, wobei diese so zu befestigen sind (z.B. durch Gewichte), dass sie bei Wind nicht weggeweht werden. Alternativ dazu können Baugrubenböschungen auch mit einer dünnen Betonschicht oder mit einer so genannten Zementmilch fixiert werden. Oberhalb der Böschungskrone ist umlaufend um die Baugrube ein mindestens 60 cm breiter Streifen abzusperren, auf dem keine Baustoffe gelagert werden dürfen, auch dürfen diese nicht mit Fahrzeugen oder ähnlichem befahren werden. Unbedingt sinnvoll ist es, diesen lastfrei bleibenden Streifen durch einen Bauzaun oder ähnliches abzusperren, womit gleichzeitig auch Unbefugten der Zutritt zur Baustelle erschwert wird. Durch die Sicherstellung eines lastfreien Streifens an der Böschungskrone wird diese geringer belastet, was insbesondere bei Niederschlägen mit den damit verbundenen Bodenaufweichungen zur Verbesserung der Standsicherheit der gesamten Böschung beiträgt.

Nach der Herstellung der Baugrube muss die Einmessung des geplanten Gebäudes entweder durch das (früher so bezeichnete) Katasteramt oder einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur erfolgen. Wird dies „aus Kostengründen“ oder aus Unwissenheit unterlassen und damit das Haus zu dicht an die Grenze oder „zu groß“ gebaut, wird’s erst recht teuer und ungemütlich! Die Einmessung eines Hauses kann weder der Bauherr selbst noch der Bauleiter (zumindest in den meisten Bundesländern ist dies so geregelt) durchführen, dies obliegt dem Katasteramt (sofern es dieses noch gibt) bzw. dem Vermessungsingenieur. Der Vermessungsingenieur verfügt über die notwendige Fachkompetenz und auch über die erforderlichen Messinstrumente, um die Einmessung fehlerfrei vorzunehmen. Sollte diesem dabei dennoch einmal ein Fehler unterlaufen, greift dessen Berufshaftpflichtversicherung, die dann einen eventuellen Schaden reguliert, den ein Bauherr dadurch möglicherweise erleidet.

Gerade bei verwinkelten Gebäudegrundrissen ist es naturgemäß vergleichsweise aufwändig, die streifenförmigen Gräben für die Streifenfundamente auszuheben, zumal sie je nach Bodenbeschaffenheit seitlich abgeschalt werden müssen, damit keine Erde in die noch offenen Fundamentgräben nachrutscht. Aber auch die Ver- und Entsorgungsleitungen, die üblicherweise unterhalb der Kellersohle verlegt werden, erschweren den Aufwand für die Herstellung von Streifenfundamenten, müssen doch gerade Abwasserrohe oftmals über größere Strecken unterhalb des Baukörpers geführt werden, wodurch sich geradezu zwangsläufig Durchdringungen im Bereich von Streifenfundamenten ergeben. Dieser Aufwand ist meist arbeits- und zeitintensiv und damit teuer. Um diesen Aufwand zu verringern, bietet es sich an, zumindest bei kleineren Gebäuden eine Bodenplatte aus Stahlbeton herzustellen, zumal ja auch bei Streifenfundamenten als oberer Abschluss in der Regel noch eine dünnere Stahlbetonplatte aufbetoniert wird, die dann den Unterbau für den Kellerboden bildet und in der Fläche leicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet werden kann.

Die statisch tragende Bodenplatte aus Stahlbeton bietet sich überall dort an, wo die Gebäudelasten relativ gering und die Lasten aus den aufstehenden Bauteilen wie Wänden und Stützen mehr oder weniger gleichmäßig über den Gesamtgrundriss verteilt sind. In jedem Falle muss der Untergrund eine möglichst homogene und über die gesamte Fundamentplattenfläche gleichmäßige Tragfähigkeit aufweisen, auch muss die Bodenplatte frostfrei unterfüttert werden. Die Dicke der Bodenplatte richtet sich in erster Linie nach den Lasten aus dem aufstehenden Gebäude, aber auch die Tragfähigkeit und Beschaffenheit des Untergrunds wirkt sich auf die Dicke der Bodenplatte aus. In Standardfällen wird bei kleineren Einfamilienhäusern eine Mindestdicke von 25 cm erforderlich, es können aber durchaus auch Bodenplatten mit einer Dicke von 30 cm bis hin zu 80 cm zur Ausführung kommen. Im Hochhausbau sind Plattendicken von mehreren Metern keine Seltenheit.

Merkmal aller Bodenplatten ist, dass sie großflächig über den gesamten Gebäudegrundriss ausgebildet werden, wobei es nach Möglichkeit zu vermeiden ist, unterschiedlich dicke Plattenbereiche herzustellen, da dies den Herstellaufwand und damit die Kosten wieder in die Höhe treibt. Im Zweifel ist es wirtschaftlich günstiger, etwas mehr Stahlbeton einzubauen als unterschiedlich dicke Bodenplatten innerhalb eines Grundrisses herzustellen. Bereits in der Planung werden die Weichen für das Gelingen oder eben die Mängel an der Bodenplatte gestellt. Zunächst muss durch ein Baugrundgutachten eruiert werden, ob wasserführende Schichten, Grundwasser oder zeitweise aufstauendes Sickerwasser vorhanden sind oder bei längerfristiger Betrachtung auftreten können. Die Kenntnis der Beschaffenheit des Untergrunds ist von herausragender Bedeutung für die Festlegung der Dicke der Bodenplatte und deren Bewehrung. Bei Wasserandrang wird es unumgänglich sein, diese als wasserundurchlässige Stahlbetonkonstruktion herzustellen, verbunden mit Kellerwänden ebenfalls aus Stahlbeton. Dies wirkt sich auf alle Durchführungen von Rohrleitungen sowie die notwendigen Arbeitsfugen aus. Denn was nutzt es, wenn die Stahlbetonplatte in der Fläche zwar die gewünschte Dichtigkeit aufweist, das Wasser sich aber seinen Weg über undichte Arbeitsfugen oder im Bereich von durch die Betonkonstruktion durchgeführte Wasser- und Abwasserleitungen sucht und auch findet. Die Grundleitungen müssen in jedem Falle unterhalb der Bodenplatte verlegt werden, die Durchführung durch eine Bodenplatte aus WU-Beton muss mit speziellen Pressmuffen erfolgen, um die Dichtigkeit auch langfristig sicherzustellen. Zweckmäßig ist daher auch der Einbau von Rohr-In-Rohr-Systemen, durch die es später relativ einfach möglich ist, ein Wasser- oder Abwasserrohr zu erneuern, das äußere Hüllrohr verbleibt dabei im Unterbau der Bodenplatte.

Die Berechnung und Bemessung einer statisch tragenden Bodenplatte und ggf. auch eines wasserundurchlässigen Stahlbetonkellers obliegt dem qualifizierten Bauingenieur (Statiker), da es nicht ausreichend ist, nur die statischen Lasten zu ermitteln und dafür die Bodenplatte zu bemessen, sondern auch die Übergänge zwischen Bodenplatte und aufgehenden Stahlbetonwänden, die Durchdringungen und die Konstruktion der Arbeitsfugen sind fachgerecht unter Beachtung der einschlägigen Regelwerke zu planen. Es ist keineswegs ausreichend, beim Transportbetonwerk lediglich einen WU-Beton zu bestellen und diesen örtlich einzubauen, wie es auf zahlreichen Baustellen vielfach Usus ist; es gehört schon deutlich mehr dazu, auf der Baustelle dann auch einen hochwertigen WU-Beton herzustellen. Und nicht zuletzt gehört eine intensive Ausführungskontrolle dieser fehlerträchtigen Bauteile dazu, da die Bauqualität ohne solche unabhängigen Kontrollen durch einen qualifizierten Bausachverständigen oder Prüfingenieur für Baustatik erwiesenermaßen unablässig sinkt.

Bei allen Gründungsarten für ein Gebäude ist zu beachten, dass diese mehr oder weniger durchlässig sind für Wasser bzw. Wasserdampf. Dies gilt in gewissem Maße auch für wasserundurchlässigen Beton, da es sich definitionsgemäß um einen Beton handelt, der zwar einen hohen Widerstand gegen eindringendes Wasser in flüssiger Form aufweist, der jedoch nicht völlig dampfdiffusionsdicht ist (insbesondere, wenn bei der Rissbreitenbegrenzung geschludert wurde). Dies gilt in besonderem Maße für Arbeits- und Betonierfugen, da in solchen Bereichen nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Beton einbaubedingt eine schlechtere Qualität aufweist. Deshalb wird es in der Regel sinnvoll oder auch erforderlich sein, die Bodenplatte auf der Oberseite zusätzlich abzudichten, wobei hier meist Bitumenbahnen zum Einsatz kommen. Die Überlappungsbereiche dieser Bahnen werden verklebt oder verschweißt. Es gilt der Grundsatz, dass, je dünner die Bodenplatte und/oder je schlechter die Betonqualität ist, desto zwingender muss eine oberseitige (raumseitige) Abdichtung eingebaut werden. Werden die Kellerwände aus Mauerwerk hergestellt, ist es erforderlich, am Wandfuß jeweils eine Mauerwerkssperre einzubauen, um einen möglichen Kapillartransport über den Bodenplattenbeton in das aufstehende Mauerwerk zu verhindern. Diese Mauerwerkssperren sind mit der Flächenabdichtung zu verbinden.

Bodenplatten (gelegentlich auch als Plattenfundament bezeichnet) haben auf der einen Seite den Vorteil, dass sie aufgrund der großflächigen Ausdehnung ohne großen Schalungsaufwand schneller hergestellt werden können als Streifenfundamente, auf der anderen Seite muss aber beachtet werden, dass die Steifigkeit einer durchschnittlichen Bodenplatte (im Bereich von Ein- und Zweifamilienwohnhäusern meist etwa 25 cm bis 30 cm dick) wegen der geringeren Dicke gegenüber einem Streifenfundament (dieses ist meist mindestens 60 cm bis 80 cm hoch) deutlich geringer ist. Ein kleines Zahlenbeispiel soll dies verdeutlichen, wobei jeweils von einem ungerissenen Stahlbetonquerschnitt ausgegangen wird:

Bodenplatte Breite / Dicke (b/h) = 100 cm / 35 cm:
•• Fläche A = 100 * 35 = 3500 cm²,
•• Steifigkeit Iy = 100 * 35^3/12 = 357.290 cm4

Streifenfundament Breite / Dicke (b/h) = 40 cm / 80 cm:
•• Fläche A = 40 * 80 = 3200 cm²,
•• Steifigkeit Iy = 40 * 80^3/12 = 1.706.660 cm4

Dies bedeutet, dass die immerhin 35 cm dicke Stahlbetonbodenplatte gerade mal etwa 21 % der Steifigkeit des Streifenfundaments aufweist, obgleich die Betonquerschnittsfläche fast 10 % größer ist. Dies erklärt auch, dass dünnere Bodenplatten vergleichsweise empfindlich und schnell auf unterschiedliche Festigkeiten im Untergrund reagieren, sie folgen den Setzungen des Bodens sehr viel schneller als fachgerecht ausgebildete und bewehrte Streifenfundamente. Daraus muss zunächst einmal gefolgert werden, dass die Bodenplatte, sofern sie alleiniges tragendes Gründungselement ist, einen ausreichend tragfähigen Unterbau benötigt, der gleichzeitig auch gewährleistet, dass die Frostfreiheit sichergestellt wird. Dieser Unterbau besteht üblicherweise aus einer lagenweise eingebauten Schottertragschicht, die auch verdichtet werden muss. Lediglich bei felsigem Untergrund über den gesamten Gebäudegrundriss kann auf eine solche Tragschotterschicht verzichtet werden, in solchen Fällen hat die Bodenplatte auch nur die Funktion, einen ebenen Kellerrohboden zu ergeben.

Die erforderliche Bewehrung der Bodenplatte muss im Rahmen einer statischen Berechnung ermittelt werden. Diese Berechnung wird vom qualifizierten Tragwerksplaner (Statiker) erstellt, der auch zu berücksichtigen hat, ob ggf. eine Beschränkung der Rissbreite aufgrund von aufstauendem Wasser erforderlich ist. Um diese Berechnung durchführen zu können, muss zuvor ein Baugrundgutachten erstellt werden. Der Baugrundsachverständige verfügt zum einen über die notwendigen Erfahrungen und zum anderen über die erforderlichen Geräte, um das geplante Baufeld eingehender zu untersuchen und die geologische Situation fachgerecht zu bewerten. Er liefert üblicherweise die anzusetzenden Bodenkennwerte und gibt auch Empfehlungen zur Gründungsart ab. Ein Architekt oder Tragwerksplaner, der nicht auf der Beauftragung des Sonderfachmanns Baugrund durch den Bauherrn besteht, handelt nach gängiger Rechtsprechung nicht nur leichtfertig, sondern grob fahrlässig. Kommt es aufgrund eines fehlenden Baugrundgutachtens und damit falscher Annahmen zu den Bodenkennwerten zu Schäden am Gebäude, gehen sowohl der Architekt als auch der Tragwerksplaner ein nicht unerhebliches Risiko ein, kann doch die jeweilige Berufshaftpflichtversicherung die Regulierung des Schadens wegen eines „bewussten Verstoßes“ oder „grober Fahrlässigkeit“ verweigern. Nur in einigen Ausnahmefällen kann ggf. auf ein Baugrundgutachten verzichtet werden, wenn die Gründungssituation auch auf andere Weise eindeutig erkennbar ist (z. B. anhand von Nachbarbebauung). Jeder Bauherr muss sich zudem im Klaren darüber sein, dass Baugrundrisiko grundsätzlich Bauherrenrisiko ist. Kommt es beispielsweise zu Mehrkosten, wenn beim Aushub der Baugrube erkennbar wird, dass die ursprünglich geplante Gründungsvariante nicht ausgeführt werden kann, verbleiben diese Kosten in jedem Falle beim Bauherrn.

Im deregulierten Bereich hat sich eine große Unsitte verbreitet, nämlich der Einbau von dünnen bis sehr dünnen Bodenplatten als einziges statisches Tragelement der Gründung. Es sind bereits Fälle dokumentiert, wo außer einer kleinen Sauberkeitsschicht aus Magerbeton nur noch ein besserer Ausgleichsbeton aufgebracht worden ist, auf der dann das Kellermauerwerk aufgemauert wurde. Selbst wenn eine Stahlbetonbodenplatte mit einer Dicke von noch 15 cm ausgeführt wird, beträgt die Steifigkeit eines 1 m breiten Plattenstreifens lediglich Iy = 28.125 cm4. Im Vergleich zum obigen Streifenfundament beträgt die Steifigkeit somit lediglich nur noch 1,6 %. Falls Sie als Bauherr auf einschlägigen Internetseiten (meist handelt es sich um durch Werbung gesponserte Produktverkäufer) davon lesen sollten, dass 15 cm dicke Bodenplatten ausreichend seien, bewerten Sie dies als unqualifizierten Quatsch. Woher soll auch ein Baustoffverkäufer oder ein Journalist die einschlägigen Fachkenntnisse haben, über die ein über einige Jahrzehnte tätiger Bauingenieur verfügt, der zudem zahlreiche Schadensfälle zu beurteilen hatte?

Erschwerend kommt hinzu, dass bei einer so dünnen Platte von z. B. 15 cm die Mindestbetonüberdeckung der erforderlichen Biegebewehrung nicht mehr eingehalten wird, entweder aus Unwissenheit oder aus Ignoranz. Die Stahlbetonnorm DIN 1045-1 gibt hierfür in Abhängigkeit von der Betongüte Mindestwerte von etwa 4 cm bis 5 cm vor. Bei Unebenheiten des Baugrunds (diese sind bei einem flächigen Bauwerk baupraktisch nicht zu vermeiden) oder wenn direkt auf den Baugrund betoniert wird, ist ein zusätzliches Vorhaltemaß zu berücksichtigen, welches in Abschnitt 6.3(10) mit mindestens 2 cm bis sogar 5 cm angegeben wird. Dies bedeutet, dass die untere Bewehrungslage bei einem mehr oder weniger unebenen Untergrund wie einer Schottertragschicht wenigstens 9 bis 10 cm oberhalb dieser Schotterebene eingebaut werden muss, damit der Beton diese Bewehrung nach dem Betoniergang ausreichend überdeckt. Diese große Betonüberdeckung wird in der Praxis nur in absoluten Ausnahmefällen angetroffen, was einmal mehr ein Beleg dafür ist, dass hier oftmals gepfuscht wird. Aber es ist halt immer so: wo das Fachwissen bei den Bauarbeitern fehlt und wo obendrein noch nicht einmal von einem qualifizierten Bauingenieur die statische Berechnung (sofern überhaupt vorhanden) und die eingebaute Bewehrung kontrolliert wird, kann es eben nicht funktionieren! Der Baulaie sieht als Produkt der Bauarbeiten zunächst nur eine mehr oder weniger ebene Betonoberfläche und glaubt dann meist, dass alles seine Ordnung hat.

Um eine Bodenplatte in der geforderten Qualität herstellen zu können, ist es nicht ausreichend, lediglich eine verdichtete Schottertragschicht einzubauen, auf der dann die Bewehrung mit meist fragwürdigen Abstandhaltern verlegt wird. Die meisten Abstandhalter verfügen nämlich über zu kleine Aufstandsflächen, sie sinken in die Schottertragschicht ein. Die Bauarbeiter, die die Bewehrung einbauen, müssen die bereits verlegte Bewehrung begehen, wodurch diese Abstandhalter verbogen werden und/oder in den Schotter einsinken, selbst wenn dieser vorher gut verdichtet worden ist. Aber auch zum Einbau des Frischbetons müssen die Bauarbeiter die verlegte Bewehrung begehen, wobei hier je nach Art des Transports des Betons zur Einbaustelle nochmals höhere Belastungen auf die Bewehrung und die Abstandhalter aufgebracht werden. Das Einsinken der Abstandhalter wird in diesem Stadium gar nicht mehr wahrgenommen, verdeckt doch der Frischbeton alle zusätzlichen Mängel, die während des Betoniervorgangs an der Bewehrung verursacht werden. Das Ziel des Bauunternehmers bzw. Handwerkers ist in deren Augen dann erreicht, wenn die Oberfläche der frisch gegossenen Bodenplatte einigermaßen eben und glatt ist.

Um diesem verdeckten Mangel vorzubeugen, wird dringend der Einbau einer zusätzlichen Sauberkeitsschicht unmittelbar auf das verdichtete Schotterbett empfohlen. Es handelt sich dabei um eine mindestens etwa 5 cm dicke Betonschicht, die nicht bewehrt wird und die auch nicht die Güte des eigentlichen Fundamentbetons erreichen muss. Hauptaufgabe dieser als Sauberkeitsschicht bezeichneten Betonschicht ist es, eine bessere Oberflächenqualität zu erreichen, auf der dann die statisch tragende Bodenplatte aufgebaut werden kann. Diese Sauberkeitsschicht wird analog zu einer statisch tragenden Bodenplatte oder Decke von Hand geglättet, sodass möglichst keine Unebenheiten oder Vertiefungen mehr vorhanden sind. Da der Beton für die Sauberkeitsschicht eine geringere Betonqualität aufweisen kann und darf, wird dieser meist als Magerbeton bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen Beton mit der Mindestgüte C12/15 (früher B 10).

Nach dem Erhärten dieses Magerbetons wird dann in der Regel eine diffusionsdichte PE-Folie (PE = Polyethylen) oder andere ausdrücklich hierfür zugelassene Folien als erste Feuchtigkeitssperre aufgelegt (wird diese auf Schotter verlegt, ist diese spätestens nach dem Einbringen des Frischbetons wie ein Schweizer Käse perforiert). Um zu verhindern, dass sich der Magerbeton und der aufliegende statisch tragende Beton der Bodenplatte miteinander verzahnen, wird die PE-Folie meist zweilagig verlegt. Es leuchtet sofort ein, dass Abstandhalter, die im Anschluss daran auf den bereits erhärteten Magerbeton sowie der doppellagigen PE-Folie aufgestellt werden, nicht in den festen Untergrund einsinken können. Damit kann die planmäßige Betonüberdeckung ohne das vorgenannte zusätzliche Vorhaltemaß von mindestens 2 cm bis 5 cm realisiert werden, ohne befürchten zu müssen, dass die Abstandhalter mitsamt Bewehrung in den Untergrund eingedrückt werden.

Die doppellagige PE-Folie hat den weiteren Vorteil, dass der erhärtende Beton der Bodenplatte sich mehr oder weniger ungehindert bewegen kann, da Stahlbeton die Eigenschaft hat, nach dem Einbau und während sowie nach dem Erhärten zu schwinden. Diese Schwindverformungen (im Prinzip eine Volumenverringerung des Betons) sind bei jungem Beton am größten und klingen im Laufe der Zeit ab. Die beiden Folienlagen behindern somit nicht oder nur unwesentlich die nicht vermeidbaren Schwindverkürzungen, was sich wiederum günstig auf die Rissbildung des frischen bzw. jungen Betons auswirkt. Dadurch kann oftmals auch die Bewehrung kleiner ausfallen, da diese nicht die zusätzliche Aufgabe übernehmen muss, die ebenfalls nicht vermeidbaren Rissbildungen im Stahlbeton feiner zu verteilen und damit die Einzelrissbreite zu reduzieren. Dies hängt aber immer vom jeweiligen Einzelfall ab und muss vom planenden Bauingenieur (Statiker) untersucht und vorgegeben werden. Eindeutig klar jedenfalls ist, dass der Verzicht auf eine Sauberkeitsschicht aus einer mindestens 5 cm dicken Magerbetonschicht auf einem verdichteten Schotterbett einen mehr oder weniger großen Mangel darstellt, da die so hergestellte Bodenplatte nicht den gewünschten Anforderungen gerecht werden kann. Dem durchschnittlichen Bauherrn wird oftmals vorgegaukelt, dass diese Magerbetonschicht nicht erforderlich sei und man sich die Kosten dafür sparen könne. Leider wird diese Meinung von vielen Bauunternehmern und Handwerkern, ja sogar noch von einigen Architekten und schlecht qualifizierten Bauingenieuren vertreten.

Durch die zunehmend höheren Anforderungen an die Energieeinsparung muss sich jeder Bauherr bereits in der Planungsphase darüber Gedanken machen, wo und wie sinnvollerweise welche Dämmstoffe eingebaut werden sollen. Bei nicht beheizten Kellerräumen wird es ggf. ausreichend sein, die Kellerdecke unterseitig zu dämmen, weshalb die Raumhöhen darauf abgestimmt werden müssen. Bei beheizten und hochwertig genutzten Kellerräumen (zu Wohnzwecken und/oder als Büroräume oder ähnliches) oder bei Häusern ohne Keller, wo die Bodenplatte praktisch die wärmeübertragende Schicht zwischen den Wohnräumen und dem Baugrund darstellt, kann die Wärmedämmung inzwischen auch unterhalb der statisch tragenden Bodenplatte eingebaut werden. Diese Einbausituation hängt in erster Linie von den Gebäudelasten ab, sind doch die dafür allgemein bauaufsichtlich zugelassenen Wärmedämmstoffe wie Schaumglas (Foamglas) oder Polyurethan-Hartschaum weniger druckfest als Stahlbeton. Dies muss zwingend im Rahmen einer statischen Berechnung überprüft werden. Lassen Sie sich als Bauherr von selbsternannten Fachleuten, die vielleicht auch noch Mitarbeiter eines Baumaktes oder Baustoffhändlers sind, keine Dämmstoffe aufschwatzen, die für den geplanten Einsatzzweck nicht ausdrücklich zugelassen sind, nur um damit ein paar Euro zu sparen.

Sind die statischen Belastungen durch mehrere Wände ausreichend gut verteilt, steht einem Einbau einer hierfür zugelassenen Wärmedämmung unterhalb einer Bodenplatte im Prinzip nichts mehr im Wege. Die Bodenplatte spielt hier einen weiteren deutlichen Vorteil aus, kann doch die Dämmung durchgängig und in gleicher Dicke fugendicht verlegt werden, was bei Streifenfundamenten nur mit ganz erheblichem Mehraufwand möglich wäre. Um jedoch die Dämmung auch in der geforderten Ebenheit verlegen zu können, wird in jedem Falle der Einbau einer Sauberkeitsschicht aus Magerbeton erforderlich, ggf. muss darauf sogar noch ein Ausgleichsmörtel aufgebracht werden, wenn die Unebenheiten immer noch zu groß sein sollten. Eine Verlegung von druckfesten Wärmedämmstoffen direkt auf Schotter verbietet sich von selbst, da durch die zahlreichen scharfen Kanten und Hohlräume der Wärmedämmstoff zumindest an der Plattenunterseite mehr oder weniger stark beschädigt würde.

Wer auf eine hochwertige, unverrottbare und langlebige Wärmedämmung unterhalb der Bodenplatte Wert legt, sollte auf Schaumglasplatten (auch bekannt unter dem Markennamen Foamglas) zurückgreifen. Diese sind zwar teurer als Wärmedämmplatten aus Polyurethan-Hartschaum, bieten aber den Vorteil, dass diese bereits beim Einbau in Heißbitumen verlegt werden (auch an den Plattenstößen werden diese beim Einbau erst in Heißbitumen eingetaucht), wodurch eine sehr gute Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit erreicht wird, die zusätzliche Abdichtungsbahnen auf der Bodenplattenoberseite entbehrlich macht. Schaumglas ist praktisch unverrottbar und wird weder durch Mäuse noch durch Ameisen oder ähnliches Getier zerfressen, wie dies bei Polyurethan-Hartschaumplatten durchaus der Fall sein kann und mehrfach beobachtet wurde. Schaumglas weist ein geschlossenzelliges Gefüge auf, wodurch auch keinerlei Kapillarwirkung auftreten kann. Versuche haben gezeigt, dass Schaumglas, in Wasser eingetaucht, auch langfristig keinerlei Feuchtigkeit aufnimmt, somit bleibt die Wärmedämmwirkung über die Lebensdauer des Gebäudes in vollem Umfang erhalten. Auch das spätere Recycling von Schaumglasplatten ist völlig unproblematisch, da es sich um reines Glas (mit zahlreichen kleinen Luftporen) handelt, welches entweder zu neuem Glas verarbeitet oder auf einer Inertstoffdeponie abgelagert werden kann (wozu es aber definitiv zu wertvoll ist).

Auf diese Dämmung kann dann die statisch erforderliche Bewehrung mitsamt den zugehörigen Abstandhaltern eingebaut und anschließend der Beton der Bodenplatte eingebracht werden. Die weiteren Arbeitsschritte entsprechen dann der nicht von unten gedämmten Bodenplatte.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Planung einer statisch tragenden Bodenplatte eine Ingenieuraufgabe darstellt, da verschiedene Randbedingungen wie Energieeinsparung, Feuchteschutz und Verformungsarmut zu berücksichtigen sind. Aber nicht nur die Planung, sondern auch die örtliche Ausführung ist durch einen qualifizierten Bauingenieur zu kontrollieren, jeder Arbeitsschritt ist dabei abzunehmen. Jeder Bauherr sollte sich im Klaren darüber sein, dass Mängel an der Gründung zu teuren Schäden und Sanierungsarbeiten führen, wenn diese denn überhaupt noch möglich sind. Wer an der Gründung spart, spart definitiv an der falschen Stelle.

siehe auch:
- Baugrube
- Baugrundsachverständiger
- Berliner Verbau
- Berme
- Bodenfeuchtigkeit
- Böschungswinkel
- Caisson
- Einzelfundament
- Fundamente
- Grundbau
- GU
- Pfahlroste
- Potentialausgleich
- Schnurgerüst
- Streifenfundament
- Unwissenheit
- Verbau