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Holzdielen

In Altbauten war er üblich und weit verbreitet, der Fußbodenbelag aus »Holzdielen«. In neuen Häusern werden anstelle der Holzdielen im ursprünglichen Sinne heute zunehmend Holzbeläge in Form von Parkett oder Laminat verlegt. Bei einem Dielenboden (»Diele« = althochdeutsch »dilo« = »Bretterwand«) handelt es sich um einen aus Brettern zusammengefügten Zimmerboden aus Holz u.a. Materialien wie z.B. Parkett.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, in seinem Haus Holzdielen einzubauen, sollte sich über einige Vor- und Nachteile Gedanken machen. In jedem Falle sind Holzdielen ein naturnaher Bodenbelag, wenn man auf den Einsatz von chemischen Mitteln zur Konservierung verzichtet, außerdem können Holzdielen vom versierten Heimwerker auch selbst verlegt werden. Zu beachten ist jedoch, dass, um Holzdielen problemlos verlegen zu können, eine entsprechende Raumhöhe vorhanden sein muss, da der Unterbau entsprechend hoch aufbaut. Auch für Allergiker geeignete Hölzer sind Kiefer, Fichte, Esche, Eiche, Ahorn und Rotbuche. Die Nadelhölzer Kiefer und Fichte zählen zu den weicheren Holzsorten, sie sind daher nur für Räume geeignet, die nicht so hoch beansprucht werden, also z.B. Schlafräume. Bei stark beanspruchten Räumen ist ein Holzbelag aus der robusten Eiche vorzuziehen. In jedem Falle sollten Holzdielen eingebaut werden, die über das Nut- und Feder-Prinzip miteinander verbunden werden, um unterschiedliche Verformungen zu verhindern und eine fugenfreie Verlegung zu gewährleisten. Das Knarren eines Holzdielenbelags ist nicht ganz auszuschließen.

Holzdielen sehen gut aus und sind robust und pflegeleicht, wenn sowohl die Holzart als auch die Oberflächenbehandlung auf die zu erwartende Beanspruchung abgestimmt werden. Dem fachgerechten Oberflächenschutz von Holzdielen kommt daher in jedem Falle eine große Bedeutung zu. Neben Lacken können auch Öle oder Wachse das Holz vor Verschmutzungen und Feuchtigkeit schützen. Selbst unter Fachleuten ist jedoch umstritten, welche dieser Materialien zur Oberflächenbehandlung das geeignetste ist. In jedem Falle muss die Beanspruchung des Bodens bei der Entscheidung maßgeblich berücksichtigt werden, da z.B. ein Büroraum anders beansprucht wird als ein Schlafzimmer. Im Schlafzimmer reicht es aus, die Holzdielen mit einer Öl- oder Wachsschicht zu versiegeln, im Büroraum hält eine Lackschicht dem rauen Betrieb länger stand.

Unter einer Versiegelung versteht man ein- oder zweikomponentige Lackschichten, die immer härter sind als das darunter liegende Holz, auch wenn es sich dabei um Eiche handeln sollte. Von draußen hereingetragener Sand und kleine Steinchen, aber auch herunterfallende Vasen oder Messer oder andere spitze Gegenstände beeinträchtigen die Versiegelung ungünstig. Es entstehen Kratzer oder sogar Einkerbungen. Beim Putzen oder bei Begehung mit feuchten Schuhen (im Winter!) dringt dann Feuchtigkeit in diese Schadstellen ein. Die umgebende Versiegelung verhindert, dass das Holz auf natürliche Art und Weise schnell wieder abtrocknen kann, dadurch können im Holz graue Flecken entstehen, die den Holzboden schnell unansehnlich werden lassen. Andererseits ermöglicht eine (unbeschädigte) Lackschicht ein problemloses Wischen und damit eine leichte Reinigung des Holzbodens, außerdem ist der Erhaltungsaufwand geringer, da versiegelte Flächen nicht in vergleichsweise kurzen Abständen regelmäßig nachgeölt oder nachgewachst werden müssen.

Eine Oberflächenbehandlung mit Öl kann auch vom Laien einfach bewerkstelligt werden, zur Verarbeitung von Wachs werden jedoch spezielle Maschinen benötigt. Bei beiden Varianten erhält man als Ergebnis eine „weiche“ Oberfläche, die nicht brechen oder von Feuchtigkeit unterwandert werden kann. Die Industrie jedenfalls bietet entsprechende Produkte für alle gewünschten Oberflächenbehandlungsverfahren an, entscheiden muss daher der Anwender bzw. Nutzer. Sowohl mit Wachs als auch mit Öl behandelte Oberflächen nutzen sich schneller ab als Lackschichten, sodass damit behandelte Böden in relativ kurzen Abständen regelmäßig nachbehandelt werden müssen. Dafür sind derart behandelte Holzböden atmungsaktiv und können das Raumklima regulieren, auch können kleinere Schäden im Holz relativ leicht ausgebessert werden. Außerdem fühlen sich die Oberflächen von geölten oder gewachsten Holzböden angenehmer an, man spürt noch das Naturprodukt Holz, bei mit Lack versiegelten Böden handelt es sich dagegen im Prinzip um eine Kunststoffbeschichtung. Ein mit Lack behandelter Holzboden muss zudem, wenn er schadhaft geworden ist, komplett abgeschliffen werden, was mit entsprechend hohem Aufwand verbunden ist. Außerdem muss man zum Abschleifen eines Holzbodens über reichlich Erfahrung verfügen, da ein fehlerhaftes oder zu intensives Aufsetzen des Bandschleifers schnell Dellen und Rillen erzeugt, die evtl. dann auf Dauer erhalten und sichtbar bleiben. Auch der Lack sollte nur vom Fachmann aufgebracht werden, da ein ungleichmäßiger Pinselstrich ebenfalls sichtbar bleibt.

Lackgegner führen gern das Argument der Schadstoffbelastung ins Feld. Bei lösemittelhaltigen Zwei-Komponenten-Lacken ist dieses Argument durchaus angebracht, da diese noch längere Zeit giftige oder zumindest gesundheitsbeeinträchtigende Substanzen ausgasen. Die Verarbeitung sollte daher nur mit Gasmaske erfolgen. Doch auch bei Ölen und Wachsen ist nicht alles automatisch „Öko“ oder schadstofffrei. Gesundheitlich bedenklich sind vor allem aromatische Kohlenwasserstoffe, die in die Rumluft entweichen können. Im Umkehrschluss heißt dies, dass es sowohl Öle und Wachse als auch Lacke gibt, die bedenklich oder unbedenklich sind, so dass man nur auf Produkte zurückgreifen sollte, die entsprechende Testsiegel aufweisen, die von unabhängigen Instituten vergeben werden. Wird ein Boden gewachst, sollte zuerst eine Vorbehandlung mit einem dünnflüssigen Klarwachs erfolgen, um darauf dann einen transparenten Dekorwachs aufzubringen. Je nach Beanspruchung muss dann zwei bis viermal pro Jahr (in hoch beanspruchten Räumen noch häufiger) eine Nachbehandlung mit einem pastösen Wachs erfolgen. Dies kann auch partiell erfolgen an den Stellen, die besonders strapaziert werden.

Ein mit Öl oder Wachs behandelter Boden sollte in den ersten vier Wochen nicht gewischt werden. Obwohl der Boden recht schnell wieder betreten werden kann, braucht er einige Wochen bis zum endgültigen Aushärten. Auch lackierte Holzoberflächen sollten am besten ein bis zwei Wochen weder feucht gereinigt noch mit einem Teppich belegt werden, der Boden wird dann haltbarer.

Beim Streichen mit der Rolle können glänzende Streifen entstehen, so dass das Öl am besten mit einem Stoffballen oder Pinsel aufgetragen wird. Wenn der Boden am Tag nach dem Ölen klebt, weil zu viel Öl stehen geblieben ist, hilft nur Abschleifen und erneutes Ölen!

Bei der Pflege von Holzdielen sollte man in jedem Falle ein paar Grundregeln beachten, unabhängig von der durchgeführten Oberflächenbehandlung. Absolut falsch ist es, den Holzboden „pitschnass“ zu wischen, dies ist für jeden Holzfußboden verheerend. Besser ist es, den Putzlappen nur ganz leicht „nebelfeucht“ anzufeuchten. Der Holzboden sollte in regelmäßigen Abständen mit dem Besen gefegt oder mit dem Staubsauger abgesaugt werden und nur ab und an mit einem ausgewrungenen Tuch von grobem Schmutz befreit werden. Die Verwendung von speziellen rückfettenden Pflegemitteln hat sich als vorteilhaft erwiesen, die gerade bei geöltem Holz sinnvoll sind. Dabei bildet das Putzmittel eine leichte Schicht, die den Boden für einige Zeit zusätzlich schützt. Damit wird das aufwändige Bohnern, wie man es früher kannte, kaum noch nötig sein.

Über eines sollte sich jedoch jeder Bauherr bzw. Nutzer eines mit einem Holzdielenbelag ausgestatten Raumes im Klaren sein: Auch bei einer fachgerechten Ausführung des Holzbodens (Holzdielen oder Parkett) einschließlich einer Versiegelung und trotz guter Pflege lässt es sich nicht vermeiden, dass im Laufe der Zeit eine gewisse Abnutzung sichtbar wird. Das Sonnenlicht beeinflusst die Farbe des Holzes (es wird grau), kleinere Kratzer oder Einkerbungen werden sichtbar, oder es bilden sich Fugen zwischen den Brettern, da sich das Holz in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit dehnt oder zusammenzieht. Holz arbeitet! Deshalb ist jeder schlecht beraten, der Wert auf einen dauerhaft makellosen Bodenbelag legt, dafür Holz zu verwenden. Wer aber den Charme einer gewissen Patina zu schätzen weiß, der kann mit einem hochwertigen Holzfußboden auch dauerhaft glücklich sein.

Zum Problem des Abschleifens von Holzböden folgende Hinweise:

Massive Bodendielen auf Holzbalken bilden in vielen Altbauten die Geschossdecke. Da Dielenböden früher als wenig attraktiv galten, wurden sie oft mit rotbrauner Fußbodenfarbe lackiert. Beim Renovieren solcher Böden kann durch Abschleifen alter Lackschichten die natürliche Schönheit des Holzes wieder freigelegt werden. Dazu braucht man jedoch in jedem Falle ein gewisses handwerkliches Können. Bevor man sich daran macht, einen Holzboden abzuschleifen, sollte man den Zustand der Dielen kritisch prüfen. So ist beispielsweise ein Holzfußboden, der über längere Zeit roh war und dessen Verschleißspuren seinerzeit durch den aufgebrachten Lack verdeckt werden sollten, durch Abschleifen kaum zu retten. Mit Exzenter- und Bandschleifern kann man keinen planen Boden herstellen, hierzu bedarf es professioneller Parkettschleifmaschinen, mit denen man auch den Altlack abschleifen kann. Solche professionelle Parkettschleifmaschinen braucht man nicht zu kaufen, vielmehr kann man sich diese in Baumärkten, bei Werkzeugverleihern oder beim Parkettfachhändler ausleihen.

Die Handhabung einer solchen Maschine ist nicht einfach. Bei Laien besteht auf Grund der hohen Leistung die Gefahr, dass an einigen Stellen zu viel Holz abgeschliffen wird. Wenig geübte Heimwerker sollten das Abschleifen einem Profi überlassen. Weiterhin sollten Holzfußböden aus gesundheitlichen Gründen nur mit einer Maschine abgeschliffen werden, bei der der anfallende Staub über eine spezielle Vorrichtung in einen geschlossenen Behälter abgesaugt wird. Es besteht die Möglichkeit, dass alte Farben Bleizuschläge oder Schwermetallpigmente enthalten, außerdem gilt der Holzstaub von Eiche oder Buche als Krebs erregend.

Bevor es jedoch ans Schleifen geht, müssen die Dielen auf Schadstellen untersucht werden. Für die Ausbesserung von groben Schäden sollte mit einem scharfen Stemmeisen ein genau definiertes, schmal zulaufendes Stück Holz aus der Diele herausgestemmt werden. In das entstandene Loch kann dann ein ebenfalls möglichst altes, aber intaktes Stück Holz passend eingeleimt werden. Altes Holz deshalb, weil dieses wie der Dielenboden abgelagert ist und somit etwa das gleiche Schwindverhalten wie der Dielenboden aufweist.

Das gleiche gilt für das Ausbessern von Astlöchern, aus denen das Holz herausgefallen ist. Hierzu kann man im Fachmarkt kreisrunde Holzscheiben verschiedener Durchmesser und Holzarten kaufen. Nach dem Vorbohren mit einem Spezialbohrer, der genau den gleichen Durchmesser wie die Holzscheibe aufweist, kann diese dann passend eingeleimt werden. Empfehlenswert ist es, diesen Arbeitsgang vor dem Schleifen des Holzbodens durchzuführen.

Beim Schleifen ist unbedingt darauf zu achten, dass nicht zu viel Material abgetragen wird. Bei üblichen Dielen mit etwa 25 mm Dicke sollte der Abtrag nicht mehr als drei Millimeter betragen. Erfolgt ein zu großer Abtrag, werden die Dielenbeläge zu weich, sie federn dann zu stark, was beim Begehen als unangenehm empfunden wird. Lediglich bei sehr alten Dielen beträgt die Dicke der Dielen bis zu 40 Millimeter, hier kann also durchaus etwas mehr abgeschliffen werden.

Für das Lackieren des Dielenbodens kann man einen Zwei-Komponenten-Holzversiegelungslack auf Lösemittelbasis verwenden (vgl. vor). Diese Lacke erreichen eine höhere Festigkeit und schnellere Trocknungszeiten als Lacke auf Wasserbasis. Wird der Boden mit einer solchen Lackschicht versiegelt, sollte nur umweltfreundlicher Lack mit der Klassifizierung „Emissionscode EC1“ verwendet werden. Andererseits wird aber auch die Meinung vertreten, dass geschliffene Dielenböden aus Umweltschutzgründen mit Öl, Wachs oder Heißwachs versiegelt werden sollten. Besonders Heißwachs ist sehr emissionsarm, auch besteht bei diesen Stoffen keine Gefahr, dass gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe ausgasen.

Wer sich für Lack entscheidet, sollte die Lackschicht in zwei Arbeitsgängen aufbringen. Zwischen beiden Arbeitsgängen ist es erforderlich, die erste Lackschicht mit einem 800er Schleifpapier aufzurauen. Zusätzlich kann der gleiche Lack mit etwa 30 Prozent Verdünnung als Voranstrich auf die frisch geschliffenen Dielen aufgebracht werden. Nach sechs bis acht Stunden Trocknungszeit ist der Lack so weit angetrocknet, dass man ihn vorsichtig begehen kann. Doch bis der Lack vollständig erhärtet ist, muss man wenigstens eine Woche warten. Dies bedeutet auch, dass man die Möbel auch erst dann wieder aufstellen kann, wenn diese Frist mindestens vergangen ist.

Zum Abschluss kann man die offenen Holzfugen zwischen den Dielen auch mit geeigneten Spezialprodukten, die es im Baumarkt oder Fachhandel gibt, verschließen, um damit zu verhindern, dass Feuchtigkeit in den Fußboden eindringt (z.B. durch Putzwasser). Grundsätzlich sollten Holzdielen nur mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Derart behandelt, hält der Holzfußboden bei normaler Beanspruchung weitere Jahrzehnte schadlos allen Belastungen stand.

siehe auch:
- Holzfußboden
- Holzpflaster
- Kork
- Laminat
- MDF
- Mosaikparkett
- Parkett