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En-délit-Dienst

Bei einem »En-délit-Dienst« handelt es sich um eine dünne Säule, dem so genannten Dienst, die mit einem Pfeiler monolithisch verbunden ist. Der französische Begriff »En délit« bedeutet dabei wörtlich übersetzt »entgegen der Bettung«. Übertragen auf Natursteinmauerwerk versteht man darunter die Baupraxis, dass die durch natürliche Sedimentierung entstandene Schichtung des Natursteins (z. B. Sandstein meist deutlich sichtbar) im Bauwerk gedreht wird, die Schichtenfolgen sind damit vertikal ausgerichtet. Diese Verarbeitungstechnik hat jedoch aus statischer Sicht den Nachteil, dass die Tragfähigkeit eines derartigen Natursteinmauerwerks geringer sein kann, was natürlich auch von der Qualität des Natursteinmauerwerks abhängig ist.

Die Dienste wurden in diesem Fall aus einem großen Steinblock (meist Sandstein) zusammen mit dem Pfeilerquerschnitt steinmetzartig herausgearbeitet, sodass keine Stoßfuge zwischen Pfeiler und vorgelegtem Dienst entstand. Die statische Tragfähigkeit von Pfeilern mit En-délit-Diensten wurde aufgrund der geringeren Stoßfugenanzahl verbessert.

Pfeiler weisen meist mehrere Dienste auf, die im Grundriss mehr oder weniger regelmäßig umlaufend um den Pfeiler angeordnet sind. Diese Dienste dienen zur Aufnahme der Gurte und Rippen eines Kreuzrippengewölbes. Dienste waren ein wesentliches Gestaltungselement insbesondere in der gotischen Architektur.

Bei »En délit« handelt es sich um eine mittelalterliche Montagetechnik von Steinblöcken, bei der die Steinblöcke entsprechend den Ablagerungsschichten im Bruch angeordnet sind, d. h. die Schichten sind vertikal ausgerichtet. Diese Montagetechnik ist in Frankreich ab der Mitte des 12. Jahrhunderts an verbreitet.

siehe auch:
- Basis
- Birnstab
- Bündelpfeiler
- Dienst
- Kantoniert
- Kapitell
- Lisene
- Pfeiler
- Pilaster
- Säule
- Strebepfeiler