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Rohrdurchführung

Jedes moderne Wohnhaus, aber auch die meisten anderen Gebäude werden an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen, auch sind Be- und Entlüftungsanlagen erforderlich. Dies bedeutet aber auch, dass entsprechende Öffnungen in Wänden, Bodenplatten, Decken oder Dächern erforderlich sind, durch die Rohre und Leitungen hindurchgeführt werden. Eine solche »Rohrdurchführung« muss neben seiner eigentlichen Funktion, die Rohrleitung aufzunehmen, gleichzeitig auch sicherstellen, dass weder Wärme noch Kälte mit übertragen werden, auch das Eindringen von Wasser in das Bauwerk muss verhindert werden, ebenso ein unkontrollierter Luftaustausch von innen nach außen und umgekehrt. Bei größeren Gebäuden muss die Rohrdurchführung auch sicherstellen, dass in einem Brandfall keine Brandübertragung stattfinden kann, wie dies z.B. bei Rohrdurchführungen in Brandwänden vorgeschrieben ist.

Bei Rohrdurchführungen in Kellerwänden aus Stahlbeton (WU-Beton), die zugleich Abdichtungsfunktionen gegen drückendes Wasser (z.B. Grundwasser) übernehmen müssen, erfolgt der Dichtungsanschluss in der Regel durch Flanschverbindungen, zwischen denen dauerelastische Dichtungsmassen eingebaut werden.

Bei Rohrdurchführungen, die durch die Außenbauteile von beheizten Gebäuden geführt werden, ist eine sorgfältige Abdichtung vorzunehmen, damit keine Luft an den Flanken der Durchführungen in die Konstruktion (z.B. Dachdämmung) gelangen kann und dort zu Bauschäden führt (z.B. Schimmelpilzbildung). Deshalb sind alle Rohrdurchführungen über passend zugeschnittene „Folienkragen“ sorgfältig an die Dampfbremse (z.B. in der Dachschrägen) anzuschließen. Sinnvoller ist es, dazu werksmäßig hergestellte und auf den Durchmesser der Rohrdurchführung abgestimmte Manschetten zu verwenden. Auch der verwendete Kleber muss für diesen Einsatzzweck geeignet sein, da die Klebestellen über Jahrzehnte dicht bleiben müssen. Der von Hand- und Heimwerkern oftmals verwendete Silikon aus dem Baumarkt ist dazu jedenfalls nicht geeignet, auch müssen die Klebestellen frei von Staub und Fett sowie trocken sein, ebenso sind bestimmte Verarbeitungstemperaturen zu beachten.

Werden Rohrdurchführungen durch das Dach geführt, muss der lichte Abstand zwischen der nächsten Wand und der Durchführung mindestens 15 cm betragen, damit der einwandfreie Einbau einer Manschette bzw. des Folienkragens möglich ist.

siehe auch:
- Abgasklappe
- Diermayerklappe
- Flachdachrichtlinie
- Hauseinführung
- HT-Rohr
- Kanalisation
- KG-Rohr
- Luftdichtheit
- Mehrsparteneinführung
- Rohrmanschette