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Holzfehler

Besonders für Dachstühle sowie beim Innenausbau von Gebäuden wird Holz verwendet. Werden Hölzer als statisch tragende Bauteile eingesetzt, spielt die Tragfähigkeit eine übergeordnete Rolle, sodass es gerade bei solchen Hölzern darauf ankommt, dass sie möglichst keine Schädigungen aufweisen. Neben den vermeidbaren Schäden, die bei oder nach der Verarbeitung dem Holz zugefügt werden können, sind aber auch natürliche Phänomene für Schäden im Holz verantwortlich, diese Schäden werden allgemein als Holzfehler bezeichnet. Sowohl Rundholz als auch Schnittholz kannHolzfehler aufweisen.

 

Holzfehler sind Abweichungen vom normalen und gesunden Wuchs eines Baumes. Diese mindern den Nutzwert und die Güte des Holzes und werden deshalb bei der Einteilung bzw. Sortierung des Rundholzes und des Schnittholzes in Güte- bzw. Sortierklassen (z. B. Sortierklasse S 10 bei Nadelholz nach der inzwischen veralteten Holznorm DIN 1052-1:1988-04) entsprechend bewertet. Holzfehler sind im Wesentlichen fehlerhafte Stammbildungen, Fehler innerhalb des Holzgefüges sowie Fehler, die durch äußere Einwirkungen entstanden sind. Außerdem werden Harzgallen, Äste, Risse und der Befall durch Holzschädlinge als Fehler bewertet.

 

Fehlerhafte Stammbildungen sind vor allem die Abholzigkeit, die Krummschäftigkeit, der Bajonettwuchs, die Gabelung, die Zwieselung und der Drehwuchs (vgl. Abbildung). Bei der Spannrückigkeit und beim exzentrischen Wuchs sind die Wuchsfehler besonders im Stammquerschnitt gut erkennbar. Das Schnittholz solcher Stämme weist häufig eine geringere Biegefestigkeit auf. Auch wirft und verzieht es sich stark, sodass es nur eingeschränkt nutzbar ist. Fehler im Holzgefüge sind z. B. Druck- oder Rotholz, Ring- oder Kernschäle sowie Sternrisse, Spaltrisse oder Kernrisse und die Kernfäule.

 

Durch äußere Einwirkungen entstandene Fehler sind Verletzungen des Stammes und die meist nachfolgende Wundüberwallung sowie die Entstehung von Frostleisten, verursacht durch Frostrisse.

 

Harzgallen mindern den Wert des Holzes, weil das Harz bei Erwärmung weich wird und verläuft, vor allem aber, weil sie Werkzeuge beim Bearbeiten des Holzes verkleben.

 

Äste nennt man die Teile eines Baumes, die seine Krone bilden. Äste im Rundholz und im Schnittholz sind nur die Teile der Äste, die im Holz eingeschlossen sind. Man unterscheidet gesunde und kranke Äste. Gesunde Äste sind mit dem Holz verwachsen, kranke sitzen meist locker im Holz, sind schwarz oder haben einen schwarzen Rand. Ihrer Form nach spricht man von Rund-, Oval- und Flügelästen.

 

Risse entstehen meist durch unsachgemäßes Fällen und Transportieren des Langholzes sowie durch unsachgemäßes oder zu schnelles Trocknen des Rundholzes und des Schnittholzes. Sie können beim verbauten Holz auch durch große Belastungen verursacht werden. Risse verlaufen in der Regel in Faserrichtung sowohl radial als auch entlang der Jahrringe.

 

Holz kann von Pilzen oder von tierischen Schädlingen (Insekten) befallen werden. Der Befall ist meist nicht nur ein Schönheitsfehler, da das Holz fast immer an Festigkeit verliert oder bis zum völligen Zerfall zerstört wird.

 

Pilze können ihre zum Leben notwendigen Aufbaustoffe nicht selbst erzeugen, da sie kein Blattgrün besitzen. Sie sind auf die organischen Stoffe anderer Pflanzen angewiesen. Pilze können zwar auf Sonnenlicht verzichten, benötigen jedoch zu ihrer Entwicklung eine gewisse Feuchtigkeit und Wärme.

 

Bei Pilzen unterscheidet man die Sporen, aus denen sie entstehen, die Fruchtkörper, in denen die Sporen gebildet werden, und die Pilzkörper. Letztere sind meist hautartige Gebilde mit einem Geflecht von wurzelartigen Fäden und Strängen, dem Myzelgeflecht, mit deren Hilfe die Pilze ihre Nahrung der befallenen Pflanze entziehen. Pilze können am stehenden Holz die Zellulose (Rotfäule) oder das Lignin (Weißfäule) zerstören. Rot- und weißfaules Holz ist nicht verwendbar. Außerdem können Pilze gefälltes, eingeschnittenes und verarbeitetes Holz befallen. Letztere nennt man auch Gebäudepilze. Sie zerstören ebenfalls das Lignin (Weißfäule oder Korrosionsfäule) oder die Zellulose (Braunfäule oder Destruktionsfäule).

 

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