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Dachhandwerker

Das Dach ist im wahrsten Sinne des Wortes der krönende Abschluss eines Hauses. Die Dachhaut ist tagtäglich der Witterung ausgesetzt, hier wirken ständig wechselnde Temperaturen, Niederschläge, Sonnenschein und andere Umwelteinflüsse. In vielen Fällen wird der kostbare Raum unter dem schrägen Dach auch als Wohnraum genutzt, so dass die Anforderungen an die Ausführung insbesondere hinsichtlich der Energieeinsparung, der Luftdichtheit und des Schallschutzes gegenüber einem nicht ausgebauten Dachgeschoss deutlich höher sind. Damit das Dach dauerhaft seine Funktion erfüllen kann, ist an erster Stelle eine sorgfältige Planung mit ausgewiesenen Fachleuten erforderlich, wobei folgende Punkte insbesondere bei bestehenden Gebäuden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zu klären sind:

• Ist der Dachausbau baurechtlich zulässig?
• Reichen die verfügbaren lichten Höhen und Flächen für eine Wohnnutzung?
• Reichen die auf dem Grundstück vorhandenen Stellplätze (Stellplatznachweis)?
• Ist eine ausreichende Tragfähigkeit der Decke zum Dachgeschoss und der Dachkonstruktion selbst vorhanden oder werden Verstärkungsmaßnahmen erforderlich?
• Welche Maßnahmen zur Energieeinsparung müssen durchgeführt werden?
• Müssen zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung des Schallschutzes im Bereich des Treppenhauses und der Decke zum Dachgeschoss durchgeführt werden?
• Müssen zusätzliche Maßnahmen zum konstruktiven Brandschutz erfolgen?
• Ist der zweite Rettungsweg (Fluchtweg) sichergestellt?
• Kann das Dachgeschoss über das vorhandene Treppenhaus erreicht werden?
• Kann eine evtl. vorhandene Heizungsanlage die neuen Räume mit versorgen?
• Ist ein Dachausbau wirtschaftlich sinnvoll, ist die Finanzierung sichergestellt?

Die vorgenannten Hinweise gelten sinngemäß auch für Neubauten, jedoch lassen sich die meisten Punkte dann wesentlich einfacher in einer Neubauplanung berücksichtigen und umsetzen.

Steht einer Planung und Genehmigung nichts mehr im Wege, muss sich die Bauherrenfamilie damit befassen, welche Arbeiten (realistisch) in Eigenleistung erledigt werden können und für welche Gewerke entsprechend versierte Handwerker eingesetzt werden sollen bzw. müssen. Sowohl sicherheitstechnisch relevante Arbeiten (Elektro- und Gasinstallation) als auch Rohbau- und Abdichtungsarbeiten sollten bzw. müssen sogar dem qualifizierten Handwerker vorbehalten bleiben. Nur gut ausgebildete und erfahrene Handwerker bieten eine Gewähr dafür, dass die modernen Baustoffe richtig eingesetzt und die auf jeder Baustelle auftretenden Probleme erfolgreich gelöst werden, wobei vorzugsweise Meisterbetriebe beauftragt werden sollten. Ein seriöser Handwerker wird auch kein Problem damit haben, der Bauherrenfamilie Referenzen zu benennen. Nur unkritischere Bauarbeiten können vom Bauherrn ggf. in Eigenleistung erbracht werden, z.B. Tapezieren, Anstreichen, Fliesen verlegen (erfordert aber Erfahrung und Übung!) usw. Bei einer frühzeitigen Klärung dieser Arbeitsteilung können die zu erwartenden Baukosten zuverlässiger abgeschätzt werden.

Nicht erst seit der Einführung der aktuellen Energieeinsparverordnung wird eine luftdichte Gebäudehülle gefordert. Gerade im Dachgeschoss mit seinen Schrägen und Durchdringungen der Gebäudehülle (für Kamin, Dachflächenfenster, Abluft und Entlüftung usw.) entstehen bei unsachgemäßer Ausführung Leckagen, die sehr schnell zu Bauschäden führen können. Kann beispielsweise die feuchte und warme Innenluft im Winter ungehindert durch Bauteilfugen in die tragenden Bauteile oder die Dämmung eindringen und dort kondensieren, werden diese Bereiche durchfeuchtet. Im Bereich von dauerhaft durchfeuchteten Bauteilen kommt es früher oder später zur Schimmelpilzbildung, weitere Bauschäden sind vorprogrammiert.

Die nachfolgende kleine Zusammenstellung soll aufzeigen, welche Handwerker im Normalfall eingeplant werden sollten bzw. müssen:

Gerüstbauer
Dieser ist zwar nicht in jedem Falle grundsätzlich erforderlich, bei bestimmten Randbedingungen (wie Gebäudehöhe; bei innerstädtischen Anlagen mögliche Gefährdung von Fußgängern usw.) kann aber ein Arbeits- und/oder Schutzgerüst unumgänglich sein. Gerüste dürfen nicht in Eigenleistung errichtet werden!

Zimmermann:
Um einen Dachstuhl zu errichten, bedarf es neben speziellen Abbundkenntnissen auch entsprechender technischer Geräte. Dies bedeutet, dass die Zimmerarbeiten nichts für den durchschnittlichen Bauherrn sind, hier sollte der Fachmann ran. Dank moderner Werkzeuge und Verbindungsmittel ist der Zimmermann in der Lage, den Dachstuhl innerhalb kürzester Zeit aufzurichten, meist an einem Arbeitstag. Danach kann bereits das Richtfest gefeiert werden.

Dachdecker:
Gerade bei komplizierteren Dachformen wird die Beauftragung eines Dachdeckers unumgänglich sein. Auch die Vielfalt der möglichen Materialien für die Dacheindeckung und deren sichere Befestigung auf einer entsprechenden Unterkonstruktion überfordert die meisten Bauherren. Auch den fachgerechten Einbau der richtigen Dampfbremse und der Wärmedämmung erledigt der Dachdecker, zu seinem Aufgabenspektrum zählen meist auch noch die Spenglerarbeiten, auch baut er die Dachflächenfenster ein. In einigen Fällen ist der Dachdecker auch fachlich in der Lage, eine Solaranlage zu installieren, hier sollten Sie sich aber entsprechende Referenzen nennen lassen. Sind alle diese Arbeiten fachgerecht ausgeführt, kann sich später auch die gewünschte Wohnqualität einstellen.

Spengler:
Der Spengler ist der Fachmann für die Verarbeitung von Metallen auf dem Dach. Diese können aus Titanzink, Kupfer, Aluminium oder Blei bestehen. Der Spengler montiert Blechdächer, fasst Kamine, Gauben und Dachflächenfenster ein, er installiert die Dachentwässerung, die Dachrinnen und Fallrohre, die Einlaufbleche an den Traufen und die An- und Abschlussprofile am Ortgang und in der Kehle bei Gratsparren. Auch die Montage des Blitzschutzes oder des Schneefangsystems (Schneefanggitter) erfolgt durch den Spengler. In vielen Fällen wird ein versierter Dachdecker die Spenglerarbeiten ebenfalls mit ausführen können.

• Elektroinstallateur:
Die Elektroinstallation darf nur durch einen qualifizierten Meisterbetrieb erfolgen. Der Elektriker installiert die Elektrokabel und bestimmt dazu die entsprechende Verteileranlage mitsamt der notwenigen Sicherungssysteme, außerdem überprüft er die Erdung. Auch die Telefonkabel und die Verkabelung für den bzw. die Fernseher wird der Elektriker verlegen. Die Installation eines Bussystems (EIB) sollte für einen qualifizierten Elektriker kein Problem sein, nach dem Innenausbau klemmt er alle Lampen, Steckdosen und den Herd bzw. Backofen an.

• Heizungs- und Sanitärinstallateur:
Der Heizungs- und Sanitärinstallateur überprüft, ob die vorhandene Heizungsanlage noch dem Stand der Technik entspricht oder ob diese ausreichend dimensioniert ist, um die Räume im Dachgeschoss mit zu beheizen. Er verlegt die Rohrleitungen und montiert die Heizkörper, ebenso die Wasser- und Abwasserleitungen. Der Installateur montiert, nachdem die Fliesen fertig aufgebracht sind, sämtliche Sanitärobjekte wie Waschbecken, WC usw., außerdem überprüft und justiert er nach der Inbetriebnahme den Heizkessel.

Eigenleistung:
Für den Bauherrn verbleiben noch einige Möglichkeiten, selbst mit Hand anzulegen. Zu den möglichen Eigenleistungen zählen das Verlegen der Fliesen (erfordert aber handwerkliches Geschick!), das Tapezieren und das Streichen von Wänden und Türen bzw. Fenstern. Auch der Einbau der Zwischensparrendämmung von innen kann vom Bauherrn in Eigenleistung erbracht werden, ebenso die Montage von leichten Trennwänden (Ständerwände, Montagewände) oder werksmäßig vorgefertigten, leichten und einfachen Treppen aus Holz oder Stahl und Holz. Alle übrigen Bauarbeiten sollten vom Baufachmann ausgeführt werden, da Einbaufehler schnell zu schwerwiegenden Folgeschäden führen können.

siehe auch:
- Dachdecker
- Dachgeschossausbau
- EnEV
- Eigenleistung
- Flaschner
- Gerüstbauer
- Klempner
- Kondensation
- Restaurator
- Spengler
- Tischler
- Zimmermann
- Zunft