Jeder kennt die »graue Pampe«, die man gemeinhin als »Beton« bezeichnet. Aber auch der bei der Herstellung von Mauerwerk benötigte Mörtel sowie die anderen im Baubereich erforderlichen Putzmörtel sowie die diversen Kleber können nur dann fachgerecht verarbeitet werden, wenn sie weder zu dünnflüssig noch zu zäh (zu trocken) sind, sie müssen eben die für den geplanten Einsatzzweck richtige Konsistenz aufweisen, wobei Konsistenz mit dem deutschen Ausdruck „Steifigkeit“ übersetzt werden kann. Konsistenz ist damit die äußere Beschaffenheit eines Stoffes und sein Verhalten gegen Formänderungen. Für Betone und Mörtel verwendet man überwiegend Sand und Kies, evtl. weitere Zuschlagstoffe, Bindemittel (z.B. Zement oder Kalk) und Wasser, die in einem für den jeweiligen Anwendungsfall geeigneten Mischungsverhältnis herzustellen sind.
Die Steifigkeit oder Konsistenz dient als Maß für das Zusammenhaltevermögen und die Verarbeitbarkeit eines Betons oder Zementmörtels, auf die sich die folgenden Ausführungen hauptsächlich beziehen. Sie ist so zu wählen, dass der Beton bzw. Mörtel ohne sich zu entmischen verarbeitet und bei Beton unter den jeweiligen Bedingungen verdichtet werden kann. Dies erreicht man bei Beton durch eine geeignete Zementleimmenge in einer Betonmischung. Die für eine bestimmte Konsistenz erforderliche Zementleimmenge ist vor allem von der Zusammensetzung (Sieblinie) des Zuschlags abhängig.
Sandreiche Zuschläge z.B. erfordern mehr Zementleim als weniger sandreiche Zuschlaggemische zum Erreichen gleicher Konsistenz. Daneben bestimmt auch die Kornform und Rauigkeit der Kornoberfläche die für eine bestimmte Konsistenz erforderliche Zementleimmenge. Gemische gleicher Sieblinien aus ungebrochenem Zuschlag erfordern geringere Zementleimmengen als Zuschlaggemische aus gebrochenem Material für die gleiche Konsistenz.
Da die Verbesserung der Fließfähigkeit des Betons allein durch erhöhte Zugabe von Zementleim sich auch nachteilig auf den Beton auswirken kann, z.B. durch erhöhte Bereitschaft zur Schwindrissbildung, wird Beton mit guten Fließeigenschaften und gutem Zusammenhaltevermögen (Fließbeton) ein Fließmittel (Abkürzung „FM“) zugemischt. Um die Zementmenge zu verringern, ist auch die Zugabe von Flugasche zulässig.
Soll die Verarbeitbarkeit eines Frischbetons verbessert werden, darf auf der Baustelle nicht einfach nur Wasser hinzu gegeben werden, da sich dadurch der Wasserzementwert (W/Z-Wert) erhöht und die Druckfestigkeit des späteren Festbetons verringert.
Die Konsistenz des Frischbetons ist beim ersten Einbringen und beim Herstellen von Probekörpern zu überprüfen. Während des Betoniervorgangs ist sie ständig durch Augenschein zu kontrollieren, um Abweichungen vom üblichen Aussehen festzustellen. Je nach Konsistenzart eignen sich unterschiedliche Versuche, deren Durchführung in der Norm DIN 1048-1 und in ISO-Normen festgelegt ist.
siehe auch:
- Ausbreitversuch
- Beton
- Betonpumpe
- Frischbeton
- Korngröße
- Konsistenz von Frischbeton
- Sieblinie
- Verdichtungsversuch
- Viskosität
- W/Z-Wert
- Zement